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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887156429
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236518
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft
Volume count:
1.1901
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1901
Scope:
XIII, 482 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

Die Engländer und die Nordamerikaner. 157 
s in der Welt zu etwas zu bringen. Die nationale Festigkeit und Ausdauer bei der 
Arbeit erstreckt sich selbst auf die unteren Klassen in England. Daher sagt der englische 
Werkführer von französischen Arbeitern: it can not be called work, they do; it is looking 
zt it aud wishing it done. Nicht umsonst ist der Engländer mit seinem freien Staats- 
wesen, seiner persönlichen Freiheit, seiner Familienzucht, seinem Rechtsbewußtsein, seiner 
Gemeindeverfafsung, seiner Fähigkeit, zu herrschen und zu kolonisieren, der Erbe des 
holländischen Welthandels und des holländischen Reichtums geworden. 
Nur einer kommt John Bull in der wirtschaftlichen Energie und Einfeitigkeit 
zleich, das ist sein jüngerer Bruder Jonathan jenseits des Ozeans. Das nord-⸗ 
Amérikanische V'olf hat wohl schon erhebliche Bruchteile deutschen, französischen, 
holländischen und irischen Blutes in sich, aber in der Hauptsache ist es englischer Ab— 
tammung. Die jugendliche Kultur, das Unfertige der Zustände, die außerordentlichen 
Gewinnchancen in dem bisher unerschöpflich scheinenden Koloniallande stellen dort die 
elfmade men, die mit nüchterner, rücksichtsloser Thatkraft keinen anderen Lebenszweck 
kennen als Geld zu verdienen, noch mehr in den Vordergrund als in England. Früh— 
reife Kinder, halberwachsene Jungen stürzen sich schon in die Dollarjagd. Wohl fehlen 
daueben die idealen Eliemente nicht; in den alten Neuenglandstaaten besteht noch das 
puritanische Quäkertum und feinste englische Lebensart; in Newyork steckt noch etwas von 
holländischer Emsigkeit; in Virginien und anderen südlichen Staaten sind die Traditionen 
zer englischen Aristokratie nicht erloschen, in Boston und Philadelphia ist englische Gelehr— 
amkeil mit amerikanischem Puritanertum gemischt. Überall herrscht Sitte und Religiosität. 
Im Westen freilich ist das Leben roher, die Sitten sind jovialer. In Kentucky mischt fich 
Fer aristokratische Geist des Südens mit der Arbeitsenergie des Yankee bis zur Tollkühnheit. 
Im ganzen aber ist der Charakter doch überall ähnlich. Es sind tüchtige Menschen, 
wver die Mehrzahl ist ohne tiefere Bildung, ohne reiches Gemüt; Bildung, Wissenschaft, 
Adel, Bureaukratie geben nicht die Ziele des Strebens. Alles arbeitet, spekuliert, hetzt, 
gewinnt oder verliert. Selbst die Farmer sind Techniker, Kaufleute und Spekulanten, so 
sehr diese wetterverbräunten Bauerngestalten im Ringen mit Sumpf und Urwald, mit 
Räubern und Diebsgesellen allem städtischen Leben fern stehen. 
Begeisterung ift in den Vereinigten Staaten eine seltene Sache, kalte Verstandes— 
ruhe ist nötig, um reich zu werden. Selbst der Anblick des Niagarafalles ruft im 
HYankee nur den Gedanken wach, wie viel unverbrauchte Wasserkraft da ungenützt herab⸗ 
slürze. An Kenntnis und Erfahrung, wie ein Land groß und reich zu machen, wie die 
Raturkräfte auszubeuten, die Haufen der Menschen zu bewegen sind, ist wohl eine einzige 
zmerikanische Großstadt reicher als manches europäische Land. Mit fieberhaft bewegter 
ffentlichkeit wird hier die Reklame betrieben, die Konkurrenz braucht jedes Mittel; die 
uropaische Menschenklasse, welche in Unwissenheit, Schlendrian und demütiger Selbst— 
beschrünkung erstarrt ist, fehlt ganz oder geht sofort zu Grunde. Jeder Bürger ist von 
demokratischrepublikanischem Selbstbewußtsein erfüllt; wer heute Stiefelputzer ist, kann 
morgen Kraͤmer, in zehn Jahren Bankier, Advolat oder Senator sein. Ein großartiges 
Geschaäftsleben mit der Perspektive von Newyork nach San Francisco ruft die Tausende 
von Ehrgeizigen und Waghalfigen in seine ungeheuren Bahnen. Man hat das Leben 
des Amerikaners schon mit einer dahinbraufenden Lokomotive verglichen. Der Europäer 
nimmt sich neben ihm allerdings nur wie ein ruhiger Spaziergänger aus. 
Eiwas von soichen Zügens hat überall das Kolonialleben, das auf reichem, über⸗ 
schüssigem Boden mit der Technik und den Mitteln einer alten Kultur arbeitet. Auch 
der Judividualismus, die Abwesenheit jedes kräftigen Regierungsapparates sind ähnlich 
in anderen Kolonien zu finden. Manche der schroffen Züge werden in dem Maße zurück— 
treten, wie die Kultur älter wird, aber im ganzen wird der durch Rasse, Klima, Ge— 
schichte und Gejellschaftseinrichtungen geschaffene und in Fleisch und Blut übergegangene 
Volkscharakter doch dauernd derselbe bleiben; im ganzen ist nirgends in der Welt ein 
Volk sonst zu finden, das so einseitig alle körperlichen und geistigen Kräfte auf das 
technische, kaufmännische, kurz wirtschaftliche Vorwärtskommen konzentriert. Daß ein 
iolches Volk mit den europäischen Kulturvölkern, vollends mit den Orientalen oder gar
	        

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