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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887156429
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236518
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft
Volume count:
1.1901
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1901
Scope:
XIII, 482 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

Die Tierzähmung. Die Nomadenwirtschaft. 197 
Centralasiaten, haben nur ausnahmsweise Rindvieh, mit dem gar nicht so zu wandern 
ist wie mit Ziegen und Schafen, den ältesten Nomadentieren, und mit Pferden, Eseln, 
Maultieren und Kamelen, welche für die späteren Nomaden die wichtigsten Last- und 
Herdentiere wurden. Wie sollen diese Nomaden das wenig bewegliche Rindvieh gezähmt 
haben, das wahrscheinlich viel früher als alle anderen größeren Nutztiere dem Menschen 
diente? Wenigstens daß das Pferd erst 2000 — 1700 unter den Hirtenkönigen nach 
Agypten, erst in den Jahrhunderten nach Christi Geburt zu den Arabern, zu den Germanen 
erst auf ihren Wanderungen kam, steht fest. 
So spricht sehr viel dafür, daß die Rindviehzucht vorderasiatischen Stämmen in 
fehr früher Zeit gelang, daß sie an ihrem Entstehungsorte den eigentlichen Ackerbau im 
Gegensatze zum Hackbau erzeugte, daß die Tierzucht von da aus sich verbreitete, teilweise 
mit dem Ackerbau, teilweise ohne ihn, daß sie je nach den benutzten und klimatisch oder 
sonst möglichen Tieren verschiedene wirtschaftliche Lebensformen nach und nach erzeugte. 
Wir wollen, ehe wir den Ackerbau besprechen, nur ein Wort vorausschicken über die 
mongolisch⸗asiatischen Nomadenvölker und deren Wirtschafts- und Lebensweise; sie erscheinen 
in den Lehrbüchern, z. B. bei Schönberg, Roscher, Ratzel, als die eigentlich typischen 
der wandernden Viehzüchter, der sogenannten Nomaden. Die Rinderhirten Afrikas sind 
keine eigentlichen Nomaden, in Amerika ist das Rind und das Pferd erst mit den 
Europäern eingezogen. 
79. Die mongolische Nomadenwirtschaft. Die nomadischen Mongolen⸗ 
stämme sind Bewohner der Steppe, der Hochgebirge, der Hochebenen, der unwirtschaft⸗ 
lichen Striche zwischen dem Ackerlande. Sie besaßen ursprünglich, wie erwähnt, über— 
wiegend die leichtbeweglichen Ziegen und Schafe, erst später kam Pferd und Kamel 
dazu; das Rind haben nur einzelne weniger bewegliche Stämme, und nicht in großer 
Zahl. Ihr periodisches Wandern in den ihnen eigenen Gebieten, wie ihr rasches, stoß— 
artiges Vordringen in neue Länder ist die Folge des kargen Bodens, auf dem sie sitzen. 
Das Rindvieh ist für diesen Boden und dieses häufige, rasche Wandern nicht recht 
brauchbar. Den Uralaltaiern erschienen die Indogermanen mit ihrem Rindvieh trotz ihrer 
zeitweisen Wanderungen als seßhafte Stämme. Diese wandernde Nomadenwirtschaft 
konnte nur entstehen, nachdem die Viehzucht überhaupt in begünstigteren Ländern, bei 
Ackerbauern, sich ausgebildet hatte; sie kann heute nur bestehen in der Nähe von Völkern 
höherer, anderer Kultur, welche gegen tierische Produkte Mehl, Thee, Waffen, Werkzeuge 
liefern; teilweise freilich treiben die Nomaden auch etwas Hack- oder Ackerbau. 
Ganz überwiegend leben sie von ihrer Viehwirtschaft. Sie trinken die Milch und 
das Blut, sie essen das Fleisch der Tiere; das Menschenfleisch ist hierdurch verdrängt; 
aus den Häuten fertigen sie Kleider, Zelte, Sattel und Riemen, allerlei Hausgeräte. 
Ihre Ernährung steht meist weit über der der Jäger, auch über der vieler Hackbauern, 
nicht über der der viehzüchtenden Ackerbauern. Immer ist sie wechselvoll; der Nomade 
muß im Ertragen von Hunger und Durst geübt sein. Je nach Regen und Witterung, 
Viehkrankheit und guten Jahren nehmen die Herden rasch ab und rasch zu. Die 
Bevölkerung ist meist stabil, oft künstlich beschränkt. Neben der Pflege und Wartung 
der Tiere haben manche der Stämme allerlei häusliche und gewerbliche Künste gelernt: 
die Filzbereitung und der Zeltbau stehen teilweise auf hoher Stufe. Aber im ganzen 
wird ihr Leben dadurch nicht beeinflußt; es ist Jahrhunderte hindurch und länger stabil 
geblieben. Fleiß und Arbeitsamkeit sind wenig ausgebildet. Der Nomade, sagt Ratzel, 
führt im ganzen doch schlechte Wirtschaft; „er verliert Zeit, opfert Kraft in nutzlosen 
Bewegungen und verwüstet nützliche Dinge“; das Weideland wird nicht verbessert, nicht 
geschont, nicht für die Zukunft gepflegt. Der Hirte ist faul. 
Aber er macht durch seinen Herdenbesitz und seine Weide- und Wanderzüge gewisse 
Fortschritte in der gesellschaftlichen Orgaanisation, sowie im Handel, in der Kapital- und 
Eigentumsausbildung. 
Nicht alle Viehzüchter wandern, nicht alle Hirten sind Nomaden. Aber die 
mongolischen sind überwiegend in Bewegung, da ihre Weidereviere ohne solche Wanderungen 
zu karg sind. Immer haben die Stämme und die Geschlechter zunächst gewisse, im
	        

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Agricultural Relief. Gov. Pr. Off., 1928.
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