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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887156429
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236518
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft
Volume count:
1.1901
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1901
Scope:
XIII, 482 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

198 
Erstes Buch. Land, Leute und Technik. 
ganzen abgegrenzte Gebiete, innexhalb deren sie je nach ihrer Abweidung, je nach Sommer 
und Winter, je nach Regen und Überschwemmung hin und her wandern; aber gar leicht 
sind fie genötigt, darüber hinaus zu greifen; die gestiegene Menschen- oder Viehzahl, 
die Erschöͤpfung des Bodens, die Viehraub⸗- und Beutezüge treiben sie zur Uberschreitung 
ihrer Gebiete. Auf den Zügen bilden sie eine kriegerische Wanderverfassung aus. Und 
auch ihre Teile, die Geschlechter und Genossenschaften, lösen sich des Schutzes und des 
gemeinsamen Weidebetriebes wegen nie etwa so auf, wie es der erschöpfte Boden an 
sich als wahrscheinlich erscheinen ließe. Die arabischen Stämme zerstreuen sich und ihre 
Herden in dürrer Zeit so weit wie möglich, aber vier Zelte bleiben mindestens zusammen. 
Das den einzelnen Familien oder Individuen gehörige Vieh wird stets in größeren 
Herden geweidet; das Jungvieh wird weiter weg getrieben, das Melkvieh in der Nähe 
der Zelte und Hütten gelassen, die der Bewachung bedürfen. Auch die Kelten und 
Germanen lebten, wie Meitzen wahrscheinlich macht, zur Zeit ihrer überwiegenden Vieh— 
zucht in Viehweidegenossenschaften von 16 bis 100 Familien zu solchen Zwecken. So 
erwachsen gewisse Bande des Stammes und der Genossenschaft über der patriarchalisch 
ausgebildeten Familie, wenigstens bei den stark wandernden und kämpfenden Nomaden. 
Im Herdenbesitz ist ein wertvolles Kapital entstanden, das durch Zufall, Beute, 
Handel und gute Pflege sich sehr vermehren läßt, das andererseits durch tausend Gefahren 
bedroht ist. Alle Nomadenstämme kennen schon den Gegensatz von reich und arm; alle 
neigen zu Handel und Verkehr, haben Rechentalent und Spekulationssinn, haben Freie 
und Knechte, wenn auch beide Klassen nicht durch sehr verschiedene Lebensweise getrennt sind. 
Die Wirtschaftsweise giebt meist gute Ernährung, immer scharfe Sinne, persönlichen 
Mut, Entschlofsenheit, körperliche Abhärtung; die seit undenklichen Zeiten vorhandene 
Gleichsörmigkeit des Lebens erzeugt eine gewisse Würde und Ruhe; ja die großen, 
gleichmäßigen Eindrücke der Natur können religiös-fatalistischen Sinn sördern. Doch ist 
es ganz falsch, alle höheren Religionen den Nomaden zuzuschreiben. Wohl ist Muhamed 
ein halb kaufmännischer Hirte gewesen, der den Ackerbau verachtete und behauptete, 
mit dem Pflugschar komme die Schande ins Haus; und der Jahve der Juden am 
Sinai war ein kriegerischer Hirtengott. Aber die indische Religion, der Gott der jüdischen 
Propheten, das Christentum sind in Ackerbauländern mit ihrer höheren Kultur entstanden. 
Die psychisch-sittlichen Züge des Nomaden entsprechen seiner Lebensweise; er verachtet 
den Dieb und verherrlicht den Räuber; er ist gastfrei und grausam, gerecht gegen den 
Stammesgenossen, treulos, gewaltthätig und listig gegen Fremde; er ist ein Frauen— 
räuber, mißhandelt leicht die Frau, hat aber oft die patriarchalische Familienverfassung 
ausbilden helfen; er ist hochmütig auf seinen Besitz, aber er behandelt seinen Knecht 
meist nicht schlecht. Selbständigkeit des Charakters verbindet sich oft mit gesellschaftlicher 
Zucht und Unterordnung. Alle Viehhaltung hat mehr die männlichen und kriegerischen 
Eigenschaften, Hack- und Ackerbau die weiblichen und friedlichen der Stämme befördert. 
Es sind den Nomaden Stammesbündnisse, völkerrechtliche Verträge, Eroberungen und 
große Staatsbildungen, ja die Bildung von Weltreichen — freilich mehr vorübergehend — 
in der Regel früher und besser als den Hack- und Ackerbauern gelungen. Diese zer— 
fallen vor der Ausbildung komplizierter staatlicher Verfafssungen leicht in zahlreiche 
kleine lokale sociale Körper. 
Doch darf nicht übersehen werden, daß auch überwiegende Ackerbauern oft kühne 
Krieger und Staatsbildner waren. Noch mehr freilich haben die indogermanischen 
Völker, welche wir nicht als Nomaden, höchstens als Halbnomaden bezeichnen dürfen, 
wo sie sich wegen Übervölkerung spalteten, und Teile ihrer Stämme erobernd vorwärts— 
drängten, eine kräftige kriegerische Verfassung ausgebildet. 
80. Der Ackerbau, den wir den niederen Formen des Bodenbaues, haupt— 
fächlich dem Hackbau, dem halbnomadischen und nomadischen wechselnden Anbau einiger 
Ackerstellen mit Sommerfrüchten entgegensetzen, begreift also, nach unserer obigen Aus— 
ührung über seine Entstehung, den im gaänzen seßhaften Anbau von Gramineen und 
anderen Früchten, der mit Haken und Pflug ausgesührt wird, mit Viehzucht verbunden 
ist. Es versteht sich, daß auch er verschiedene Stadien der Entwickelung durchläuft,
	        

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