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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887156429
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236518
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft
Volume count:
1.1901
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1901
Scope:
XIII, 482 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

212 Erstes Buch. Land, Leute und Technik. 
hat man sich gewöhnt, sie auf sogenannte Pferdekräfte, d. h. Einheiten, zurückzuführen, 
welche in einer Sekunde 75 kg einen Meter hoch heben. Doch stellen die gewöhnlichen 
Angaben über die Maschinen nicht die praktisch übliche, sondern die mögliche Maximal⸗ 
leistung dar. 
Der Wind ist die billigste, wenn er weht, die fast überall faßbare und vorhandene 
Kraft; aber die Windmühle hat nur 77 Normalarbeitstage im Jahre; der Wiud ver— 
jagt auch dem Segelschiffe immer wieder. Die alte, sehr unvollkommene Bockmühle 
nahm in Preußen bis 1861 zu, die verbesserte holländische hat sie heute noch nicht 
verdrängt. Die Ausnutzung des Windes im Segel haben erst seit 1830—60 die Segel⸗ 
anweisungen des Kommodore F. Maury wesentlich verbessert; aber diese enorme Ver— 
besserung hat die Verdrängung des Segelschiffes durch den Dampf nicht gehindert; 1875 
zählte man in der europäischen Handelsmarine noch 12 Mill. Segel- auf 3 Mill. Dampf⸗ 
tonnen, 1898/1900 waren es nur noch 7 Mill. Segel-auf 18,7 Mil. Dampftonnen. Künftig 
wird das hölzerne Segelschiff noch mehr gegen das eiserne Dampfschiff zurücktreten. 
Die Wasserkraft leidet, wie der Wind, an der großen Ungleichheit von Wetter 
und Jahreszeit; sie war bisher nur recht nutzbar, wo saarkes Gefaälle zusammentraf mit 
den sonstigen Lebensbedingungen der Gewerbe; sie nötigte diese zur Zerstreuung in den 
Thälern, am Rande der Gebirge; sie ist zu einem großen Teile an Orten vorhanden, 
wo sie für kein Gewerbe nutzbar zu machen war, im Hochgebirge. Sie konnte durch die 
alten unterschlächtigen Wasserräder nur bis zu 15—200/0 ihrer Kraft ausgenutzt werden. 
Die verbesserten oberschlächtigen Räder und die Turbinen, 1800 — 1850 erfunden, meist 
erst später angewandt, steigerten den Nutzeffekt auf 60— 80 0/0. Deutschland hatte 1816 
wohl etwa 38 000, 1882 58 000 und 1805 46 000 Hauptgewerbebetriebe mit Wasser⸗ 
kraft; solche mit Dampf waren es 1882 84000, 1895 57 000; die mit Wasserkraft 
hatten 1895 0,6, die mit Dampf schon 2,7 Mill. Pferdekräfte. Durch die neuesten 
Erfindungen steht aber der Wasserkraft ein neuer, ungeahnter Fortschritt bevor. Durch 
die Elektricität läßt die Kraft sich aufspeichern und auf 100 — 400 km an die pafsendsten 
Stellen leiten; die, Wasserfälle der abgelegenen Gebirge, der Stromschnellen werden 
nutzbar und erzeugen in ihrer weiteren Umgebung jeht große Fabrikdistrikte; so in 
Schweden, Norwegen, Rußland, in den Alpen, der Schweiz, am Rheinfall. Außerdem 
scheint es, daß man demnächst die Wasserkraft der Gezeiten und der Flußläufe durch 
neue technische Methoden dem Menschen dienstbar machen kann; die deutschen Stroöm— 
jollen allein 1,8 Mill. ungenützter Pferdekräfte enthalten. 
Daß der Wasserdampf durch seine Ausdehnung und seinen Druck als bewegende 
Kraft dienen könne, wußte man seit dem Altertume; serst Professor Papin in Marburg 
wandte ihn 1690 im Cylinder auf einen zu bewegenden Kolben an; seit 1702 18 
wurde die Dampfmaschine zur Wasserhebung in den englischen Bergwerken benutzt. James 
Watt konstruierte dann 1768 -82 in endlosen Versuchen seine Dampfmaschine, die 
zuerst bei der Wasserhebung in Bergwerken, dann als bewegende Kraft in Spinnereien, 
Mühlen, Walzwerken Anwendung fand. Brachte seine Erfindung schon eine große 
Ersparung an Heizmaterial, zu stärkerer, erst recht wirkfamer Dampfspannung überzugehen 
hatte er wegen ihrer Gefahren nicht gewagt. Die Hochdruckmaschinen (von 1803 an) 
mit fünffachem Atmosphärendruck sparten “s der Heizkraft und des Raumes. Weiler— 
Verbesserungen haben seither nicht aufgehört. Auf Räder gestellte Dampfmaschinen zum 
Transporte auf Schienenwegen erfand Georg Stephenson 1821 -29, Dampffchiffe Robert 
Fulton 1806—47, Schraubendampfschiffe Erikson 1827. Bewegliche Dampfmaschinen, 
Lokomobilen, zu allerlei Verwendung, datieren von 1841. Immer bessere, größere, 
kohlensparendere Maschinen wurden konstruiert; hatte man bis 1850 meist Dampf—- 
maschinen von 2—30 Pferdekräften, so stiegen sie später häufig auf 100 —500, neuestens 
auf 1000 und mehr; die neuesten Seedampfer haben solche bis zu 8—15 0600 Pferde— 
kräften, und diese brauchen /86 der Kohlen gegen 1850. 
Bis zum Jahre 1850 war die Verbreitung der Dampfmaschine noch mäßig: in 
Frankreich waren damals etwa 5000, in Deutschland etwa 8600 stehende Maschinen. 
Im Jahre 1895 waren bei uns 388580 Dampfaemerbebeniebe arue 245 Haupt⸗
	        

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