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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887156429
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236518
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft
Volume count:
1.1901
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1901
Scope:
XIII, 482 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

218 Erstes Buch. Land, Leute und Technik. 
Futterbau ermöglicht, die Bodenerschöpfung durch den jährlichen Wechsel der Früchte 
verhindert, der die zehnfache Kapitalmenge, die zwei bis dreifache Arbeit auf dieselbe 
Fläche verwendet, wie die einfache Dreifelderwirischaft. Die künstliche Düngung, die 
Bodenmeliorationen aller Art, die Verbesserung der Ackerwerkzeuge, die Einführung von 
landwirtschaftlichen Maschinen, die große Verbesserung der Viehzucht durch rationelle 
Züchtung haben die Produktionskosten an vielen Punkten vermindert, die Ernten ver— 
doppelt, teilweise vervierfacht. Die Zusammenlegung der Grundstücke und der Wegebau 
haben in gleicher Richtung gewirkt. Der Pflug ist so verbessert, daß er bei halber 
Zugkraft mehr leistet als fruüͤher. An einzelnen Stellen hat man den Dampfpflug, 
neuestens gar elektrische Kraft angewendet. Die überall möglichen Verbesserungen haben 
bei der zähen konservativen Art des Landmannes noch lange nicht allerwärts Eingang 
und volle Wirkung erreicht, viele andere sind nicht überall anwendbar. Meist aber ist 
der Betrieb mehr oder weniger rationalisiert und verbessert worden, so viel auch noch zu 
thun übrig bleibt. Daß er aber fast nirgends gänzlich geändert wurde, daß die Fort— 
schritte hier nicht wie im Verkehr und so vielen Gewerben eine Revolution bedeuteten, 
darauf kommen wir gleich. 
85. Würdigung des Maschinenzeitalters. Wenn wir die neuere west— 
europäische Volkswirtschaft nach ihrer technischen Seite als Maschinenzeitalter bezeichnen, 
so ist das ein Name, der von der wichtigsten, sichtbarsten Erscheinung genommen ist, 
das Wesen der Sache aber nicht erschöpft. Dasselbe liegt in der auf Naturerkenntnis 
gestützten Rationalisierung aller Wirtschaftsprozesse, in der Anwendung immer vollendeterer, 
komplizierterer und doch in ihrem Erfolg billigerer Methoden und Arbeitsprozesse über— 
haupt, welche bei gleicher oder geringerer Kraftaufwendung doch Größeres und Besseres 
leisten. Die Physiologie hat in die Rafsenverbesserung, die Chemie da und dort ebenso 
intensiv eingegriffen, wie die Mechanik mit ihren verbesserten Werkzeugen und den 
Maschinen Zeit und Kraft erspart, bisher nicht ausführbare Leistungen ermöglicht hat. 
Aber daß man möglichst überall menschliche Arbeit zu sparen, sie durch mechanische 
Kraft und die Kraftmaschine zu ersetzen, daß man an Stelle des Werkzeuges die Arbeits— 
maschine zu setzen suchte, das bildet allerdings den springenden Punkt der Entwickelung, 
die wichtigste Neuerung. Der Sprachgenius hat mit Recht Werkzeug und Maschinen 
in Gegensatz gestellt. Wir verstehen unter ersterem ein technisches Arbeitsmittel, das 
den Arbeitsprozeß fördert und erleichtert, aber der Hand und dem Kopf des Arbeitenden 
doch Sekunde für Sekunde die Ausführung überläßt, unter der Maschine ein technisches 
Arbeitsmittel, das Naturkräfte und ein System zusammengesetzter fester Körper, kom— 
binierter Werkzeuge nötigt, in mechanischer Abfolge Bewegungen auszuführen, so daß 
dem Menschen nur die Überwachung und allgemeine Leitung des Arbeitsprozesses, eine 
Summe kleiner, mechanischer Handgriffe bleibt. Die Kraftmaschine erzeugt und reguliert 
die mechanische Kraft, die Arbeitsmaschine läßt die ihr mitgeteilte Kraft auf den wirt— 
schaftlichen Arbeitsprozeß wirken; beide gehören zusammen. Einzelne Maschinen, wie der 
Dampfhammer, sind Kraft- und Arbeitsmaschine zugleich. Einfachere Maschinen gab es 
seit Jahrtausenden, wie das Schöpf- und Wasserrad; auch den Wagen, die Töpferscheibe, 
den Pflug, die Kriegsmaschinen der Alten, das Spinnrad hat man als Maschinen be— 
zeichnet. Heute gehören die Nähmaschine und viele andere hauswirtschaftliche Maschinen 
in das Gebiet. Werkzeug und Maschinen gehen da ineinander über, wo die Arbeit aus 
einer direkt die Stoffe formenden eine mehr bloß leitende wird. Das Maschinenzeitalter 
besteht darin, daß die Kraft- und Arbeitsmaschinen eine früher nie gekannte Verbreitung 
gefunden und einem steigenden Teil der Arbeitsprozesse ihren Stempel aufgedrückt haben. 
Wir sahen, wie zur Menschenkraft zuerst die lenkbare Tierkraft hinzukam, wie 
dann später Wind und Wasser als leicht faßbare mechanische Kräfte roh ausgenützt 
wurden. Erst seit hundert Jahren wurden sie recht bemeistert und die schwer faßbaren 
und lenkbaren, aber viel wirksameren mechanischen Kräfte Dampf und Elekiricität hinzu— 
zefügt. Wir können uns durch ihre Summierung in der Einheit von Pferde- oder 
Menschenträften eine rohe Vorstellung davon machen, wie sie das wirtschastliche Leben 
gefördert haben. Wir benützen als Beispiel das heutige Deutschland. Seinen 26 Mill.
	        

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