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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887156429
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236518
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft
Volume count:
1.1901
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1901
Scope:
XIII, 482 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

Hof⸗ und Dorfsystem nach Möser, Inama, Meitzen. 261 
Dörfer. Es ist das die bis heute vorherrschende Meinung, die durch geographische 
Siedelungsstudien mannigfache Unterstützung fand. 
Nicht sowohl sie bekämpfen als etwas korrigieren wollte Inama mit seinen Unter— 
suchungen über die Höfe und Dörfer der Alpen. Er will einzelne Urdörfer, die vor den 
Höfen da gewesen sind, nicht leugnen. Aber er will beweisen, daß schon Tacitus Dorf 
und Hof neben einander gekannt habe, daß die ältere Kulturausdehnung dann in den 
Alpen mehr durch Höfe ersolgt sei, daß die größeren Dörfer ihnen erst als späteres 
Ergebnis hauptsächlich der Grundherrschaft folgten. Die überwiegende Viehzucht und 
Feldgraswirtschaft des älteren Mittelalters in den Alpen und die Careysche Vorstellung, 
daß die Besiedelung von den Höhen und Berghängen ins Thal gegangen sei, haben 
wesentlich seine Gedanken beherrscht, die er in seiner Wirtschaftsgeschichte aber dahin 
modifiziert, daß in der ältesten Zeit die kleinen Dörfer, die einzelnen Ausbauten, die 
sogenannten Bifange im Walde und die Höfe gar keinen festen Gegensatz gebildet hätten, 
daß von der Karolinger Zeit an die Höfe zurückgetreten, die Doöͤrfer größer geworden 
seien. Diese Auffassung stimmt mit dem Resultat der Untersuchungen von Landau, 
Arnold und Mone, daß im älteren Mittelalter die Zahl der kleinen Niederlassungen 
außerordentlich groß gewesen, später durch Kriege, grundherrschaftliche Tendenzen und 
andere Ursachen ihre Zahl auf die Hälfte oder noch mehr zurückgegangen sei. 
August Meitzen führt in seinen feinsinnigen Untersuchungen über die Siedelung 
der West- und Ostgermanen, der Kelten, Romanen, Finnen und Slaven uns ein Bild 
ganz Europas vor und bringt die verschiedene Siedelung wesentlich in Zusammenhang 
mit dem verschiedenen Volkscharakter; die größeren Gebiete des Hofsystems in Deutsch— 
land (Westfalen), Frankreich, Belgien, Großbritannien und Irland sieht er als ein 
Ergebnis keltischer, die des Dorfsystems als ein solches germanischer Siedelung an. Er 
läßt die indogermanischen Völker als Nomaden in Europa einwandern; die germanischen 
Marken von etwa 228 Geviertmeilen (ca. 100 —400 Geviertkilometer) stellt er sich als 
Sitze der Weidegenossenschaften von 120 Familien oder 1000 Seelen vor, die durch 
Übervölkerung etwa im Beginne unserer Zeitrechnung genötigt sind, für den größeren 
Teil ihrer weniger Vieh besitzenden Genossen zum Ackerbau und fester Siedelung in Dörfern 
überzugehen: Gruppen von 53—380 Familien erwerben durch Vertrag mit der Mark— 
genossenschaft feste Dorffluren, legen die Dörfer an, teilen das zunächst dem Dorfe liegende 
Ackerland in Gewanne, d. h. längliche Quadrate nach der Bodengüte; jeder Hufner 
erhält im Dorfe Hausstätte und Gartenland, in jedem Ackergewann seinen Anteil von 
jen1/3 bis 1 Morgen, außerdem die Nutzung in der gemeinsamen Dorfweide, event. auch 
noch in der Mark. Die vorherrschende Gleichheit der Germanen, ihr demokratisch— 
genossenschaftlicher Geist soll so am leichtesten über jeden Streit weggekommen sein, die 
Dorfverfassung als eine feste nationale Institution erzeugt haben, die sie nun überall 
mit sich brachten, wo sie nach der Zeit ihrer Ausbildung eindrangen. Nur einzelne 
früher in Bewegung gekommene Stämme, welche in ihrer nomadischen Verfaffung er—⸗ 
obernd in das Keltengebiet sich vorschoben, sollen da der keltischen Hofsiedelungsweise 
sich bequemt haben. 
Daß die Kelten relativ früh zum vorherrschenden Hofsystem gekommen seien, folgert 
Meitzen in erster Linie aus dem Studium der irischen Altertümer; hauptsächlich die 
irischen Karten und historischen Nachrichten aus der Zeit nach 1600 zeigen ihm eine 
Landaufteilung nach Hofsystem, dessen Entstehung er in die Zeit gegen 600 n. Chr. ver— 
setzt. Die vorher bestandenen Weidegenossenschaften von je sechzehn zusammen wohnenden 
und unter einem Häuptling zusammen wirtschaftenden Familien läßt er, auch infolge 
von Übervölkerung, in ackerbauende, separierte Hofbauern sich verwandeln. Die große 
Gewalt der Klanhäuptlinge läßt ihm den Vorgang, der die wirtschaftliche Zweckmäßig— 
keit für sich gehabt habe, begreiflich erscheinen. Und in ähnlicher Weise denkt er sich 
einige Jahrhunderte früher den Übergang der gallischen Kelten zu Ackerbau und Hof— 
system; das wirtschaftliche Leben derselben erscheint ihm demgemäß relativ hoch entwickelt. 
Wir können hier auf die weiteren Stützen, welche Meitzen jeiner Hypothese durch 
Untersuchung der Hausbauformen und der Wanderungen giebt, so wenig eingehen wie
	        

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