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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887156429
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236518
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft
Volume count:
1.1901
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1901
Scope:
XIII, 482 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

Die ältere Beurteilung der Einzelberufe. Produktivitätslehre. 357 
ein so feingebildeter Mann wie Erasmus, um von Luther, Hans Sachs, Hutten zu 
schweigen, die Kaufleute als die schmutzigste und thörichtste Menschenklasse bezeichnen 
fonnte. Derartige Übertreibungen und der Übergang der Aufmerksamkeit von den 
psychologisch-sittlichen auf die damaligen glänzenden gesellichaftlichen Folgen des Handels 
bebdingten dann den Umschlag zur merkantilistischen Auffassung: man sah, daß die 
Handelsstaaten, die Länder mit starkem innerem Güterumsatz, mit aktivem, direktem 
Handel, die Industriewaren ausführenden, seefahrenden, Kolonien erwerbenden Staaten 
die reichen waren. Und so kam man zu der Lehre, was Edelmetall ins Land bringe, 
also hauptsächlich der Handel, sei allen anderen Thätigkeiten vorzuziehen. Es kam das 
Stichwort auf, diese geldschaffende Arbeit sei allein oder vorzugsweise produktiv, 
welchem dann die Physokraten den Satz entgegenstellten, daß nur die Ackerbauer, welche 
die brauchbaren Stoffe vermehrten, produktiv, die anderen Gefellschaftsklassen steril seien; 
der Handel bringe die Waren nur von einer Hand in die andere, vermehre fie nicht, 
jsei unproduktiv. Ad. Smith will der Landwirtschaft die größere Produktivität lassen, 
nennt aber auch Gewerbe und Handel produktiv. Und die neuere deutsche National⸗ 
okonomie will diesen Ehrentitel dann ebenso für die persönlichen wirtschaftlichen Dienst⸗ 
leistungen wie für die liberalen Berufe in Anspruch nehmen, während die materialistische 
Demokratie mit Vorliebe bis heute den Satz wiederholt, daß Fürsten und Beamte, 
Soldaten und Geistliche unproduktiv seien. 
All' diesen schiefen Theoremen lag der Gedanke einer Klassifikation und Rang— 
ordnung der arbeilsteiligen Berufe zu Grunde, sowie die Absicht zu beweisen, daß diese 
oder jene Berufe vorzugsweise befördert, andere eingeschränkt werden müßten. Weil man 
den ganzen Zusammenhang der Arbeitsteilung, die mit ihr verknüpften Institutionen 
und Folgen noch nicht übersah, strebte man nach einer einfachen dogmatischen Formel, 
die den Schlüssel der Erkenninis abgeben sollte. Und an das vieldeutige Wort produktiv 
knüpfte man nun in wirrer Weise privat- und volkswirtschaftliche, technische, sittliche 
und politische Gedankenreihen. Der eine dachte au die Vermehrung des Verkehrs, der 
andere an die Vermehrung der Warenvorräte, der dritte an die Wertbildung, der vierte 
an den privaten, der fünfte an den socialen Nutzen, der sechste an den moralischen 
Einfluß und die indirekten Wirkungen der verschiedenen Berufe. Es ist klar, daß von 
jedem dieser Standpunkte eine andere Rangordnung der arbeitsteiligen Berufe sich ergiebt. 
Der ganze hieran sich knüpfende, noch von Hermann, Roscher und anderen mit 
Umständlichkeit vorgetragene Schulstreit kann heute als eine Antiquität der volkswirt⸗ 
schaftlichen Dogmatik gellen. Er hatte den Wert, die Aufmerksamkeit auf die Gesamt⸗ 
solgen der Arbeitsteilung gegenüber den früheren, ausschließlich in Betracht gezogenen 
psychologischen und individuell-moralischen Folgen hinzulenken und zu der Erkenntnis 
zu führen, daß die schmälere oder reichlichere Besetzung der einzelnen Berufsgruppen 
zine Folge notwendiger historischer Entwickelung der Gesellschaft und der Volkswirtschaft 
jei, daß also eine geographische und historische Vergleichung der Zustände eintreten 
müsse, daß dann die Verschiebenheit der Ergebnifse gedeutet werden könne teils als 
Produkt des verschiedenen normalen Entwickelungsgrades, teils als eine Abweichung 
hiervon, die besondere Ursachen habe. Solche Resultate können in der Besonderheit der 
Zustände, z. B. eines Handelsftaates, liegen, wie in der Hypertrophie ungesunder 
Bildungen,z. B. eines Übermaßes von Geistlichen, von Zwischenhändlern, von Acker— 
bauern, gegenüber dem Bedürfnisse und den Leistungen. Hauptsächlich Roscher hat auf 
diese Verhältnismäßigkeit der Besetzung hingewiesen und betont, daß übermäßig viel 
Diener und Mönche, wie in Spanien, nicht anormaler erscheinen, als ein Ackerbau⸗ 
proletariat wie das irische, das pro Kopf nur !4—!/s dessen erzeuge, was die gleiche 
Zahl englischer Landwirte hervorbringe. Dieses Beispiel zeigt zugleich, wie die älteren 
Zersuche, mit dem Schlagworte der Produktivität die socialen und wirtschaftlichen 
Fesamizustände der Länder abzuthun, das aussichtslose Bestreben enthielten, Technitk, 
Organigation, wirtschaftliche und ethische Leistung aller Berufszweige aller verschiedenen 
Länder auf einen einheitlichen Nenner zu bringen.
	        

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Cost of Living in German Towns. Stat. Off., 1908.
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