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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887156429
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236518
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft
Volume count:
1.1901
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1901
Scope:
XIII, 482 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

Das kleine Grundeigentum der Germanen und Slaven. Die Entstehung des großen. 375 
damals schon überwiegend nicht auf den Teilungen, welche die genossenschaftliche Rechts— 
basis hatten; die Häuptlinge waren längst Herren des größeren Teiles des Grund und 
Bodens geworden und gaben sie in zu kleinen Stücken gegen Rente an die zahlreichen 
verarmten pachtenden Glieder der Sept, des Geschlechtes. 
Im ganzen Slavengebiete hat wahrscheinlich in älterer Zeit allgemein die Haus— 
kommunion geherrscht (s. oben S. 241), d. h. die Familien blieben mehrere Generationen 
hindurch zusammen und wirtschafteten kommunistisch unter einem Hausvater und einer 
Hausmutter; sie hatten einen entsprechend großen Landbesitz. Wo aber die Zahl der 
Familienglieder zu groß wurde, teilte man, und so entstanden frühe zu kleine Besitzungen; 
auch scheint in Böhmen, Polen und Rußland die Hauskommunion sich früh aufgelöst und 
sleinen Bauernnahrungen Platz gemacht zu haben. Nur in den sfüdslavischen Landen 
hat sie sich erhalten, ist aber auch wohl da im Zurückgehen. In Rußland hat sich das 
Hrincip wiederholter Teilung des Landes in den Bauerngemeinden erst seit dem 16. und 
17. Jahrhundert unter dem Drucke der schweren staatlichen und grundherrlichen Lasten 
jestgesetzt. Die seither entstandene russische Gemeindeverfassung giebt jedem männlichen 
erwachsenen Gemeindemitgliede das Recht auf einen gleichen Ackerteil, aber legt ihm auch 
die Pflicht auf, die entsprechenden Steuern zu tragen und Dienste zu leisten; sie kommt 
mit diesem Princip zu häufigen Neuverteilungen des Ackerlandes, die von da an bedenk⸗ 
lich und störend werden, wo die Bevölkerung über das Maß der in der Gemeinde vor—⸗ 
handenen Nahrungsstellen gewachsen, und wo eine intensivere Bodenbestellung, eine 
Fixierung von Kapitalien in den Boden angezeigt ist. Die Folge ist eine Summe zu 
kleiner, fast lebensunfähiger, schlecht und extensiv bestellter Ackernahrungen. — 
Ist so im neueren Europa meist eine etwas aristokratischer oder etwas demo— 
kratischer gefärbte, hier zu erblichem, dort zu zeitweisem Nutzungsrechte ausgestaltete 
Berteilung des Bodens an mittlere und kleine bäuerliche Wirte die Grundlage, so erhebt 
sich nun über derselben eine andere Entwickelung, die seit den Tagen der Völkerwanderung 
wirksam, teilweise die alte Grundlage zerstört, teilweise sie aber nur vorübergehend be— 
einflußt und partiell verändert hat. Sie entspringt teils romanischen und kirchlichen 
Einflüssen, teils dem Aufsteigen des Königs, des kriegerischen und Dienstadels, dem 
dehenswesen, der Grundherrschaft, erzeugt, wie wir schon sahen, hier ein Obereigentum, 
dort einen großen Besitz von 12, 80, 50 und mehr Hufen. Wir wollen hier nicht auf 
die Frage zurückkommen, ob die Verschiedenheit des Besitzes und Besizzrechtes das ältere, 
die höhere Klassen schaffende, oder ob diese eine Folge der verschiedenen persönlichen 
Eigenschaften und Leistungen gewesen sei. Schon Tacitus spricht von Geringen und 
Maͤchtigen, die sich doch an Besitz noch gleich gestanden. 
Die angesehenen Fürsten, der Erb- und der Dienstadel wie kluge romanisierte 
Priester verstehen es, die antike Grundbesitzordnung für sich zu nützen. Sie hatte auf 
dem früher römischen Boden vielfach sich erhalten. Große Güter, abhängige, unfreie 
Kolonen darauf, individuelles, unbeschränktes Eigentum bestanden da fort, wo man 
germanische Stämme erst an der Hand der römischen Einquartierungsordnung auf— 
Jenommen, dann mit der Hälste des Grundbesitzes ihrer Gastgeber ausgestattet hatte. 
Die Kirche besaß in Gallien zu Ende des 7. Jahrhunderts schon ein Drittel alles Grund 
ind Bodens. die Könige beanspruchten als Bodenregal alle großen Flächen unbebauten 
Landes; ihnen gehörten große Stücke bebauten konfiszierten Landes, das sie teils be— 
hielten, teils in beliebigen Stücken verschenkten; sie gaben sie ihrem Gefsolge als Lehen. 
Diese erst lebenslänglichen Lehen wurden später erblich; an die großen Lehen des hohen 
Adels schlossen sich in den Jahrhunderten des aufkommenden Reiterdienstes die kleinen 
Reiterlehen an, die wenigstens das 428 fache einer Bauernhufe ausmachten. Uberall 
heanspruchten große und kleine Herren in der Mark- und Dorfgenossenschaft die erste 
Stelle, galten zuletzt als oberste Märker, ja als Eigentümer des Waldes, der Weiden, 
der Fischwasser, an denen die Hufner nur Nutzungsrechte behielten. So roh und brutal 
sich da und dort die Inhaber dieses größeren Grundbesitzes gegen die Bauern benahmen, 
im ganzen war dieses Eigentum der Grundherren lange ein bloßes Obereigentum; die 
Mehrzahl der Bauern war durch ihre genosfenschaftliche Verfassung, durch die Fixierung
	        

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