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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887156429
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236518
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft
Volume count:
1.1901
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1901
Scope:
XIII, 482 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

Die verschiedenen Eigentumstheorien. 
389 
der Zeit an; alle selbstischen und alle sympathischen Motive menschlichen Lebens wirken 
da mit, bei der Ausbildung der individuellen Sphäre mehr die selbstischen, bei den 
gemeinschaftlichen mehr die höheren Gefühle. 
In dem Maße, wie in dieses Spiel der Motive und Interessen denkende Betrachtung 
eingriff, haben führende Geister einzelne der mitwirkenden Motive, Gedanken- und 
Erscheinungsreihen herausgegriffen und aus ihnen sogenannte Eigentumstheorien 
geschaffen, die alle den Zweck verfolgten, mit einer einheitlichen Formel das Wesen des 
Eigentums historisch und begrifflich zu erklären und meist zugleich ein bestimmtes Ideal 
der Eigentumsordnung aufzustellen. In dem Maße, wie solche Theorien das Glaubens— 
bekenntnis ganzer Schulen, Klassen und Parteien wurden, haben sie auf das praktische 
Leben wieder maßgebend zurückgewirkt. Über die ursprünglichen Motive aber und die 
geschichtlichen Prozesse, welche das Eigentum schufen und umgestalteten, waren die meisten 
dieser Eigentumstheoretiker wenig unterrichtet; sie verlegten ihre Gedanken und die vor— 
herrschenden Motive ihrer Zeit in die Epoche der Entstehung des Eigentums. 
Aber alle diese Theorien find als historische Produkte ihrer Zeit, als Fermente 
für die Weiterbildung des Eigentums von Bedeutung. Sie zerfallen der Tendenz nach 
wie alle derartigen Theorien über staatliche und wirtschaftliche Einrichtungen in eine 
individualistische und eine centralistische Gruppe; der Motivierung nach knüpfen sie teils 
mehr an die materiellen Vorgänge und Thatsachen, teils mehr an die Formen und 
Entstehungsgründe des Rechtes überhaupt an. Zu allen Zeiten haben die verschiedenen 
Theorien neben einander bestanden; nur findet je nach den Zeitverhältnissen und 
Zuständen bald die eine, bald die andere mehr Anhänger. 
An der Spitze der individualistischen Eigentumstheorien stehen die 
der urgeschichtlichen Wortbildungen, die uns O. Schrader aus der indogermanischen 
Sprachwelt vorführt. Wir sehen, daß schon in den ältesten Zeiten das werdende 
Eigentum bezeichnet wurde als das „Besessene, Innegehabte, Erarbeitete, Erlangte, 
Erbeutete, Uberlassene, dann als das Verborgene, das mit der Hand Ergriffene, das der 
Gewalt Untergebene, das zum Leben Gehörige“. An ähnliche Vorstellungen knüpfen 
die späteren individualistischen Theorien überwiegend an. Die von A. Wagner sogenannte 
natürliche Eigentumstheorie, als deren Hauptvertreter Fichte, Krause, Hegel, Stahl, 
Trendelenburg genannt werden können, geht davon aus, daß individuelles Eigentum 
Voraussetzung der Entwickelung der Persönlichkeit und daher gerechtfertigt sei. Diesem 
an sich ganz richtigen Gedanken wird entgegnet: der Pächter, der auf fremdem Boden, 
der Arbeiter, der an fremder Maschine fremden Rohstoff bearbeite, entwickele trotzdem 
seine Persönlichkeit, also passe die Theorie nicht auf den Boden und nicht auf das 
Kapital; soweit der Satz zutreffe, beweise er nur, wie falsch das Eigentum heute verteilt 
sei, indem einzelne zu viel, andere zu wenig Eigentum zu einer sittlich-individunellen 
Entwickelung hätten. 
Die von A. Wagner als natürlich-ökonomische bezeichnete Theorie, die auf 
Nationalbkonomen wie Mill und Roscher zurückgeht, erklärt das individuelle Eigentum 
für notwendig, um Fleiß, Sparsamkeit, Kapitalbildung zu erzeugen. Sie bezeichnet 
psychologisch zutreffend eine der fundamentalen Vorausseßungen unserer ganzen Kultur— 
entwickelung und unserer heutigen Volkswirtschaft, aber sie erklärt und rechtfertigt nicht 
jedes bestehende Privateigentum, sie ignoriert alles Gemeinschaftseigentum. 
Die römischrechtliche Occupationstheorie, die alles individuelle Eigentum aus 
einem individuellen Willensakt ableitet, ist für das ursprünglich meist durch sociale 
Gemeinschaften occupierte und verteilte Grundeigentum, und vielfach auch für alle spätere 
Eigentumsverteilung gänzlich falsch; sie stammt aus den kriegerischen Beuteerinnerungen 
von Männern, die nach Gajus maxime sua esse credebant, quae ex hostibus cepissent. 
Viel richtiger erfaßt die von den Niederländern und Locke aufgestellte, von vielen 
Nationalökonomen angenommene Arbeitstheorie das Problem. Daß, was ich mit meiner 
Hand geschaffen, mir mehr gehört als anderen, ist eine so evidente Wahrheit, daß 
sie stets dem natürlichen Gefühl sich aufdrängen mußte. Aber in einer kompliziert zu— 
iammenwirkenden arbeitsteiligen Gesellschait begegnete die Durchführung dieses Princips
	        

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