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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887156429
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236518
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft
Volume count:
1.1901
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1901
Scope:
XIII, 482 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

28 Einleitung. Begriff. Psychologische und fittliche Grundlage. Litteratur und Methode. 
Sprüchlein, erhält sich das Getriebe. Und Goethe meint in den venetianischen Epi— 
grammen: 
Warum treibt sich das Volk so und schreit? Es will sich ernähren, 
Kinder zeugen und die nähren, so gut es vermag. 
Merke dir, Reisender, das und thue zu Hause desgleichen — 
Weiter bringt es kein Mensch, siell' dr sich, wie er auch will. 
Der Selbsterhaltungstrieb umfaßt nicht bloß das Essen und Trinken; wir führen 
auf ihn alle menschliche Thätigkeit zurück, die auf Erhaltung des eigenen Ich direkt 
gerichtet ist; der Mann, der sich gegen seine Feinde oder wilde Tiere verteidigt, der sich 
gegen Kälte oder Gefahren schützt, wird ebenso von ihm geleitet wie der, welcher Waffen 
und Werkzeuge zu künftigem Thun bereitet. Aus dem Selbsterhaltungstrieb entwickeln 
sich bei höherer, komplizierterer Kultur alle möglichen Anstrengungen, die indirekt das 
Individuum erhalten und fördern wollen; aller Kampf mit der Natur, alle Anstrengung 
und Arbeit hängt mit demselben zusammen, sofern sie das eigene Ich im Auge haben 
auch List und Betrug, Gewaltthat und Diebstahl, Raub und Nord entspringt aus ihm, 
wie der heftige, rüksichtslose Konkurrenzkampf der Gegenwart. Damit ist aber schon 
gesagt, daß der Trieb kein einfacher sei, mit höherer Kultur immer kompliziertere Ge— 
biete, indirekte Ziele umfasse und in seiner Bethätigung sich bei den meisten Menschen 
nur in den Schranken der Sitte und des Rechtes äußere. Die Ziele, die ihm gesteckt 
sind, wechseln ebenso wie die Kraft und Nachhaltigkeit, mit der er auftritt. Er äußert 
sich beim Wilden als Veranlassung zu Jagd und Fischfang, beim Ackerbauer zur Pflug⸗ 
ührung und Ernte. Faulheit und Arbeitsscheu, gedankenlose Verschwendung sind hier mit 
— Fleiß. Erst eine durch die Jahrtausende 
ortgesetzte Zucht und die Institute der socialen Ordnung haben ihn zu dem gemacht, 
vas wir heute als Selbsterhaltungstrieb in der civilisierten Gesellschaft bezeichnen. Von 
der Sorge für die eigene Brut und Familie ist er heute schwer zu trennen. Vermöge 
jenes Princips der Association der Vorstellungen, welches zuerst Hartley in die pfycho⸗ 
logischen Untersuchungen des Sittlichen eingeführt hat, vereinigen sich die Vorstellungen 
der Menschen nach beiden Richtungen mehr oder weniger stets. Nur bei gänzuch 
schlechten, verwahrlosten Menschen oder im Moment der Todesgefahr hat der Selbst— 
erhaltungstrieb nur das eigene Ich im Auge. 
Auch der Geschlechtstrieb ist — zumal in der civilifsierten Gesellschaft — 
kein einfaches Phänomen, keine blinde Triebkraft mehr. Gewiß tritt er auch heute noch 
mit einer gewissen elementaren Kraft auf, er kann einzelne im Moment blind beherrschen, 
r ist für die meisten erwachsenen, noch nicht gealterten Menschen einer der wichtigften 
Faktoren ihres Trieblebens; aber der sittliche und sociale Erziehungsprozeß hat ihn vei 
der Mehrzahl der Menschen gemildert, geformt, mit Schranken umgeben, ihn mit allen 
möglichen anderen Zielen in Verbindung gebracht. Er tritt vor allem als Trieb auf, 
eine Familie zu gründen; er verbindet sich so unauflöslich mit all' den Hoffnungen auf 
Blück und Behagen, welche die Ehe und die Familie bietet. Aus und mit den Lust⸗ 
empfindungen der Begattung sind so seit Millionen Jahren sympathische Erregungen, 
Güte, Leutseligkeit, Aufopferungsfähigkeit erwachsen, die Freude vor allem an dem Dafein 
der Kinder und Enkel, der Gattin und der Verwandten, ja das ganze Stammesgefühl. 
Und wenn der Saz wahr ist, daß für die große Masse der Menschen noch heute nach 
o vielen Jahrtausenden der Geschichte der natürliche Zusammenhang des Blutes immer 
noch der weitaus wichtigste, wo nicht der einzige Hebel milderer Sinnesart im Gegensatz 
zum rohen Ich sei (Cohn), daß erst langsam und nach und nach die Familiengefühle 
auf weitere Kreise sich ausdehnen, so ist damit zugegeben, daß auf dem natürlichen 
Boden des Geschlechtstriebes höhere und reinere gesellige Triebe erwachsen sind, welche, 
einmal fest gewurzelt und zu felbständigem Streben nach bestimmten Zielen ausgebildet, 
sich dem Geschlechistrieb als etwas Eigenartiges und Höheres gegenüberstellen. 
15. Der Thätigkeitstrieb ist teilweise verwandt mit dem Selbsterhaltungs- 
trieb, aber doch wieder von ihm wesentlich verschieden. Er geht zunächst hervor aus 
einem der allgemeinsten menschlichen Gefühle, dem Kraftgefühl der Rerven und Muskeln,
	        

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