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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887156429
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236518
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft
Volume count:
1.1901
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1901
Scope:
XIII, 482 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

Ältere und neuere Verfassung der Hausindustrie. 427 
In den letzten zwei Menschenaltern hat die Konkurrenz mit der technisch und meist 
auch social überlegenen Großindustrie den Verdienst in den wichtigsten westeuropäischen 
Hausindustrien so herabgedrückt, daß zumal in Gegenden starker Bevölkerungszunahme 
und bei Leuten, die anderem Erwerb sich nicht zuwenden konnten, die furchtbarste Ver— 
längerung der Arbeitszeit, die traurigste Ausbeutung der Kinder und Frauen, die 
kümmerlichste Ernährung und das elendeste Wohnen, kurz die schlimmsten proletarischen 
Zustände entstanden. Wo es so steht, ist der Übergang zur Fabrikarheit ein technischer 
und socialer Fortschritt. Er hat sich in Westeuropa schon ganz in der Spinnerei, zum 
großen Teil in der Weberei, teilweise auch in den Bekleidungs- und Konfektionsgewerben, 
in der Uhrmacherei, der Eisenverarbeitung, der Holzindustrie vollzogen. 
Die heute noch vorkommenden Formen der Hausindustrie sind, von den Klein— 
produzenten abgesehen, welche ihre eigenen Hausierer sind und teilweise genossenschaft- 
lichen Absatz sich neuerdings geschaffen haben, durch technische und kaufmännische Schulung 
über das durchschnittliche hausindustrielle Niveau überhaupt am leichtesten herausgehoben 
werden können, folgende: 1. die städtischen geringeren Handwerke, welche übersetzt, durch. 
frühes Heiraten der Gesellen vermehrt, keinen eigenen Absatz mehr finden, für Magazine, 
Verleger, größere Meister und Fabrikanten arbeiten. Die Schuhmacherei, Schneiderei 
und Tischlerei, welche mehr und mehr aus allerwärts verbreiteten Lokalgewerben kon— 
zentrierte Industrien an begünstigten Orten werden, sind die Hauptrepräsentanten dieser 
Form. Wo die alten Werkstatt- und Handwerkstraditionen noch vorhalten, der Meister 
mit Gefellen und Familie arbeitet, ist ihre Lage noch nicht so kümmerlich wie da, wo 
die Werkstatt sich ganz auflöst, die Gesellen, irgendwo eingemietet, isoliert arbeiten, 
neben ihnen die verschiedensten Arbeitskräfte sich in das Gewerbe drängen. Die Heim— 
arbeiter dieser Art sind heute überwiegend bloße Lohnarbeiter, welche nur den Arbeits— 
raum und einige Hülfsstoffe stellen, den Rohstoff zugeschnitten erhalten, ganz nach der 
Vorschrift des Magazins arbeiten. Ihre Lage kann da eine etwas bessere werden, wo 
Fentralwerkstätten mit billiger Platz- eventuell Kraftvermietung als selbständige oder 
städtische Unternehmungen bestehen und sie aufnehmen. 
2. Die zahlreichen ländlichen Hausindustrien, welche in Gegenden dichter Be— 
völkerung oder im Gebirge die freie Zeit von Kleinbauern und Tagelöhnern nebst ihren 
Familien ausnützen wollen; sie ziehen teilweise auch einem billigen deceutralisierten Roh⸗ 
stoff nach und liefern, hauptsächlich im Gebirge, für die kümmerlichen sonstigen Nahrungs- 
quellen die unentbehrliche Ergänzung. Die Technik ist meist eine einfache und primitive, 
da und dort auch eine durch Gewerbeschulen gehobene. Auf diesem Boden ist teilweise 
noch die Verbindung der Acker- und Gartenarbeit mit der gewerblichen für Gesundheit 
und Familienleben förderlich; die Lage kann noch leidlich sein, wenigstens wo die Zahl 
der Hausindustriellen nicht übermäßig angewachfen ist, wo nicht die Mehrzahl als ganz. 
besitzlose Mieter der Bauern ihr Dasein fristet. Wo das der Fall ist, erzeugt diese 
ländliche Hausindustrie auch schlimme proletarische Zustände. 
3. Die jüngere Hauptzunahme der Hausindustrie fällt auf neu ausgebildete Gewerbs- 
zweige, welche von der Maschinentechnik noch nicht erfaßt, von handwerksmäßigen Traditionen 
nicht berührt, die billigen Arbeitskräfte der großen Städte, besonders die weiblichen, oft 
das zugewanderte Proletariat, in London die Juden, in Newyork die Italiener aus— 
aützen wollen. Die Konfektion, die Wäsche- und Kleider-, die Schuhindustrie sind ihre 
Hauptbeispiele. Die Magazine und Exportgeschäfte beschäftigen diese Kräfte meist 
durch sogenannte Zwischenmeister, welche teilweise eigene Werkstätten für 2 bis 20 Personen 
haben, teilweise die Arbeit den Frauen ins Haus geben. Das Elend dieser Arbeiter 
hat in England zu der Bezeichnung des Schwitzsystems (sweating) geführt. Der starke 
Zuzug nach den Städten, der zu geringe Verdienst der Familienväter, das Schicksal von 
Witwen, die um jeden Preis einen Verdienst suchen müssen, hat zur Ausbildung dieser 
Betriebsform ebenso hingeführt wie der Vorteil für den Unternehmer, der Fabrik und 
Werkstatt damit spart. Die wenigen etwas feineren Arbeiten werden in die Zwischen— 
meisterwerkstatt verlegt, im übrigen wird durch die weitgehendste Arbeitsteilung bei der 
Ausgabe der Arbeit eine sehr billige Produktion ermöglicht. Die Folgen sind vielfach
	        

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