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Deutsche Geschichte (Bd. 5, Hälfte 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Deutsche Geschichte (Bd. 5, Hälfte 1)

Multivolume work

Identifikator:
1892063557
Document type:
Multivolume work
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Deutsche Geschichte
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gaertner
Year of publication:
1891-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1892065975
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236173
Document type:
Volume
Author:
Lamprecht, Karl http://d-nb.info/gnd/118569015
Title:
Deutsche Geschichte
Volume count:
Bd. 5, Hälfte 1
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gaertner
Year of publication:
1894
Scope:
XIII, 358 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Kapitel. Erste Blüte individualistischen Geisteslebens
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

Würdigung der Genossenschaften. Ältere kartellartige Bildungen. 449 
ympathischen Gefühlen, auch je nach Zeit und Geschäftslage einerseits mit einander 
konkurriert, andererseits Anläufe gemacht, sich zu verabreden und zu verbinden, um die 
Konkurrenz zu ermäßigen, sich gute Preise zu sichern, fremde Konkurrenz, wenn es ging, 
ern zu halten. Schon der älteste Karawanenhandel zeigt solche Züge. In Ostasien 
wird die unzweifelhafte partielle Überlegenheit des Chinesen über den Europäer darauf 
zurückgeführt, daß ersterer fast stets, leßterer selten in geschlossenen Organisationen auf 
dem Markte auftritt. Der ältere Handel zur See in gemeinsamen Flolten führte viel 
jach zu einem gemeinsamen gildenartigen Auftreten; wo Händler im Auslande Stationen 
und Niederlagen erwarben, wie die Italiener des Mittelalters im Orient, die Hansen 
im Norden Europas, da haben sie Verabredungen getroffen, den Markt nicht zu über— 
sühren. Die mehr erwähnten regulierten Compagnien, welche vom 14. -517. Jahrhundert 
thätig waren, wie die englische Staplergesellschaft, die wagenden Kaufleute und viele 
andere, waren Gesellschaften von Händlern und Reedern, deren jeder für sich Geschäfte 
machte, die aber mit ihren Vorständen, Abgaben, Aufnahmeerschwerungen wesentlich eine 
Konkurrenzregulierung erstrebten, oft sogar die Gewinne der einzelnen Geschäfte aus— 
glichen, Gefahren auf die gemeinsame Kasse übernahmen; sie waren etwas ganz Ähnliches 
wie heute die Kartelle; sie haben teilweise, wie die holländische und englische ostindische 
Compagnie, zuletzt ihre Kapitalien zusammengelegt, sich fusioniert wie die heutigen aus 
Kartellen erwachsenen Riefenaktiengesellschaften. 
Daß auch die Zünfte eine örtliche Konkurrenzregulierung, Preishaltung, Beschränkung 
des Angebotes erstrebten, haben wir gesehen, ebenso daß die Salinen eine solche Ver— 
affung hatten; jahrhundertelang hat der Salzgraf in Halle a.S. jeden Sonnabend die 
Pfänner versammelt, um zu beschließen, welches Quantum Salz jeder die folgende Woche 
sieden dürfe. Auch die ähnlichen Bestrebungen der organisierien Verleger der Haus— 
industrie haben wir kennen gelernt. An die Monopole, Preiserhöhungen, engherzigen 
Ausschließungstendenzen aller dieser älteren Bildungen dachte A. Smith, als er weh— 
klagend von den Verschwörungen der Unternehmer gegen das Publikum sprach, an sie 
dachte die ganze individualistische Aufklärung, als sie Beseitigung aller dieser Verbände 
und Korporationen forderte und durchsetzte. Ihre früheren guten Seiten kannte man 
nicht mehr. Man sah von 1750 —- 1870 nur, daß fie, aus älteren technischen, socialen 
und Verkehrsverhältnissen stammend, die aufstrebenden Talente abhielten, neue größere 
und technisch vollkommenere Unternehmungen zu schaffen. Freie Bewegung und freie 
Konkurrenz war damals vor allem nötig. Und was im Moment richtig war, hielt man 
ür die ewig richtige Rechtsbasis und Verfassung der Volkswirtschaft. Sah man doch, 
daß die neuen am besten geleiteten Unternehmungen, Handels- und Kreditgeschäfte in 
ebendigem inneren und äußeren Konkurrenzkampf emporkamen. Ihn zu fördern, jede 
Verbindung von Händlern und Produzenten zu erschweren oder zu verbieten, schien 
von 1789 — 1870 der volkswirtschaftlichen Weisheit letzter Schluß; hatte doch schon 
das römische Recht und seither oftmals die Gesetzgebung alle Preisverabredungen zu 
derbieten gesucht. 
Man erreichte mit dieser Gesetzgebung, was zunächst den Verhältnissen entsprach, 
eine Belebung der Konkurrenz, des Unternehmungsgeistes, aber nicht ein vollständiges 
Verschwinden aller gemeinsamen Marktverabredungen. Hatten sich doch die alten Innungen 
aur da aufgelöst, wo man sie verboten oder ihr Vermögen den Mitgliedern zur Plünderung 
äüberwiesen hatte. In Frankreich ließ man die Bäcker- und Fleischerinnungen bald 
vieder als kartellartige Institute der Konkurrenzregulierung zu. Die französischen 
Syndikate der Unternehmer wuchsen 1840—84 schon in großer Zahl, seit ihrer gesetz— 
lichen Zulassung 1884 zu Hunderten. In Deutschland setzte seit 1879 eine neue 
Innungsbewegung ein, die in provinziellen und staatlichen Innungsverbänden gipfelte, 
und ihr parallel entwickelten sich die Verbände der einzelnen Großindustrien, welche 
ebenfalls in provinziellen und centralen Gesamtorganisationen sich zusammenfaßten: 
Beneralsekretäre, große Büreaus, Fachzeitschriften, Beeinflussung der Presse, der Handels— 
tammern, der Parlamente, der Regierungen, große öffentliche Tagungen, das waren die 
Mittel, mit denen man für die wirtschaftlichen Sonderinteressen der Gruppe wirkte. 
Schmoller, Grundriß der Volkswirtschaftslehre. J. 4.-6. Aufl. 29
	        

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Begriff. Psychologische Und Sittliche Grundlage. Literatur Und Methode. Land, Leute Und Technik. Die Gesellschaftliche Verfassung Der Volkswirtschaft. Duncker & Humblot, 1901.
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