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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Multivolume work

Identifikator:
1896404200
Document type:
Multivolume work
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1896404294
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236881
Document type:
Volume
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Volume count:
Bd. 2
Place of publication:
Leipzig [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904
Scope:
1184 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
III. Strafrecht
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

10 Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode. 
Rechnen und Buchführen, die Vergleichung des Aufwandes mit dem Erfolg in Geldwerten, 
die Aufzeichnung jeder Ausgabe und jeder Einnahme ist nötig, wo sie sich einstellen und 
ausbilden soll. Die sittliche Zucht, welche das Leben als ein geordnetes Ganzes auf— 
faßt, niemals aus dem Stegreif, nach Launen handelt, unverhältnismäßigen Genüssen nach— 
geht, den Versuchungen der Verschwendung, der Putzsucht, der Eitelkeit widersteht, ist für 
die Ausbildung dieses wirtschaftlichen Sinnes das Wichtigfte. Er ist die wirtschaftliche 
Tugend der großen Masse des Volkes, vor allem des Mitlelstandes. Daß die Wirtschaft- 
lichkteit in den untersten Klassen noch so vielfach fehlt, ist ein wichtiger Umstand für ihre 
wirtschaftliche Lage. Die Frauen müsfen sie vor allem haben, weil, mit haushälterischem 
Sinne ausgegeben, der Thaler doppelt und dreifach so weit reicht. Mit dem Erwerbs— 
triebe verwandt, fällt sie doch nicht ganz mit ihm zusammen, noch ist sie nur eine Folge 
desselben. Taufende, die gar keinen Erwerbssinn haben, zeichnen sich durch große Wirl— 
schaftlichkeit aus. Der Erwerbstrieb ist mehr die Eigenschaft einzelner, die Wirtschaft— 
lichkeit ist oder sollte die aller sein. 
Die Wirtschaftlichkeit schließt den Fleiß, die Ordnungsliebe, die Geduld, die Be— 
harrlichkeit, vor allem aber die Sparsamkeit ein. Die Sparsamkeit beginnt in 
der Haushaltung, im Verbrauch; sie ist dem Wilden fremd; er ist immer der größte 
Verschwender, der den Baum fällt, um eine einzige Frucht zu ergreifen, der an einem Tag 
verzehrt und verjubelt, was ihn wochenlang ernähren könnte. Die Erziehung zur 
Mäßigung, die steigende Herrschaft höherer Gefühle uüͤber die niedrigen, der Sieg der 
Vorstellungen über künftige Genüsse und Erfolge über die des Momentes sind not— 
wendig, damit die Sparsamkeit beginne. Alle Sparsamkeit ist momentane Selbst— 
verleugnung. Wer sie üben soll, muß die Aussicht auf einen künftigen Vorteil haben. 
Dieser künstige Vorteil erscheint fraglich, wenn das ersparte Gut durch Willkürherrschaft 
oder Gewalt bedroht ist, wenn es dem Sparenden keine anderen Freuden bringt, als sie 
der nicht Sparende ebenfalls genießt, wenn ersparte Vorräte, z. B. solche von Lebens— 
mitteln, doch rasch verderben. Die Geldwirtschaft ist daher eines der wichtigsten Beförderungs— 
mittel der Sparsamkeit; die Freude, einen Schatz an Geldstücken zu sammeln, wird baäld 
ein Beweggrund für viele; solche Schätze sind am leichtesten zu verbergen, sie behalten 
für Jahre und Jahrzehnte ihren Wert. Es kann nun auch der sparen, der das Er— 
sparte nicht in seinem Hause, im vergrößerten Viehstand, in Geräten und Linnenzeug 
anlegen kann. Noch wichtiger aber war die Ausbildung der Kreditwirtschaft, haupt 
sächlich derjenigen Formen des Kapitalanlegens und Zinsengebens, welche dem kleinen 
Mann zugänglich sind, wie die Einrichtung der Sparkassen, Genossenschaften, der Ver— 
sicherungskaffen, der Baugesellschaften. Wo derartige Institutionen zumal in Ländern 
mit vollständiger Rechtssicherheit allgemein werden, da kann erst die Sparsamkeit aus 
einer Tugend der höheren Klassen eine allgemeine Eigenschaft werden. Immer aber muß 
sie wieder jedem einzelnen Kinde anerzogen werden, immer arbeiten Leichtsinn, Gedanken— 
losigkeit, Genußsucht ihr entgegen. In dem Alter von 16—80 Jahren, wo unverheiratete 
Arbeiter am meisten sparen könnten, oft doppelt soviel verdienen, wie sie brauchen, geben 
sie für Getränke und Feste, für Kleider und andere Genüsse allzuviel aus. Auch später 
unterliegen sie zu leicht der Versuchung unnützer Ausgaben, wenn sie nicht von einer 
tüchtigen Hausfrau beeinflußt werden, wenn ihre Lohnzahlung zu Stunden und an 
Orten erfolgt, welche Gelegenheit zu unnötigen Ausgaben bieten. 
Die Sparsamkeit wächst mit der Wirtschaftlichkeit, mit dem guten Familienleben, 
mit dem Sinn für Besitz, für Sicherung der Zukunft, mit dem Wunsch des gesellschaft— 
lichen Aufsteigens; sie ist vor allem aber ein Ergebnis sittlicher Energie und Spannkraft 
und intellektueller Weitsichtigkeit. 
Wie die Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit, der Fleiß und die Arbeitsamkeit mit 
dem Erwerbstriebe zusammenhängen, ohne sich mit ihm zu decken, ohne eine bloße Folge 
desselben zu sein, so verhält es sich auch ähnlich mit dem Handels- und Unten, 
nehmungsgeist, auf den wir zuletzt einen Blick werfen. 
Er entspringt mit den Möglichkeiten des Tausch- und Handelsgewinnes, nimmt in 
dem Maße zu, wie in bestimmten Klassen infolge der Arbeitsteilung und des Markt—
	        

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