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Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

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Bibliographic data

fullscreen: Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

Multivolume work

Identifikator:
1896404200
Document type:
Multivolume work
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1896404294
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236881
Document type:
Volume
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Volume count:
Bd. 2
Place of publication:
Leipzig [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904
Scope:
1184 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Öffentliches Recht
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft
  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)
  • Title page
  • Contents
  • II. Zivilrecht (Fortsetzung)
  • III. Strafrecht
  • IV. Öffentliches Recht
  • Namen- und Sachregister

Full text

1. G. Anschütz, Deutsches Staatsrecht. 499 
deutschen Einheitsbestrebungen ein. Erst um das Jahr 1860 zeigt sich wieder neues 
Leben. Zwei politische Vereinigungen sieht man entstehen: den Nationalverein und den 
zroßdeutschen Reformverein. In der Verschiedenheit ihrer Ziele offenbart sich der alte 
hJegensatz: kleindeutsch oder großdeutsch, Preußen oder fterreich. Der großdeutsche 
Reformverein vertrat den Gedanken einer bloßen Verbesserung der bestehenden Bundes— 
oerhältnisse unter Beibehaltung ihrer Grundlagen, einschließlich des weiteren Verbleibens 
des österreichischen Kaiserstaates im Deutschen Bunde. Der Nationalverein dagegen forderte 
den Ausschluß sterreichs und die bundesstaatliche Vereinigung des übrigen Deutschlands 
inter Preußens Führung. Diesem Programm sollte die Zukunft gehören. 
Die lebhafte private und Parteitaäͤtigkeit in Sachen der deutschen Frage veranlaßt 
auch die Regierungen, zu dem Problem der „Bundesreform“ wiederum amtlich Stellung 
zu nehmen. Während die preußische Regierung einstweilen (1860-1868) mit Vor— 
schlägen auf diesem Gebiete noch zurückhält, treten Sachsen (1861) und Osterreich (1863) 
mit Reformprojekten hervor. Der sächfische wie der österreichische Entwurf zeigen über— 
einstimmend den großdeutsch-staatenbündischen Typus, beide Entwürfe reproduzieren aus 
senem Münchener Entwurf von 1850 den Gedanken einer von den Einzellandtagen zu 
delegierenden „Bundesabgeordnetenversammlung“; der österreichische Vorschlag („Reform— 
akte“ von 1863) entlehnt dem Münchener Entwurf außerdem auch noch die Figur des 
Direktoriums“ (jetzt als Exekutivorgan des Bundes gedacht; sechs Stimmen: sterreich, 
Preußen, Bayern und drei andere, teils durch Wahl, teils durch Reihenfolge zu be— 
timmende Staaten), — während der sächsische Entwurf den Engeren Rat des Bundes— 
tages beibehalten und lediglich ein Alternat zwischen Osterreich und Preußen im Präsidium 
ꝛinführen will. 
Beiden Reformplänen setzte Preußen auf Grund der Bundesverträge sein Veto 
entgegen, hierdurch ihr Zustandekommen verhindernd. Insbesondere lehnte es die 
oreußische Regierung ab, an den Verhandlungen über den österreichischen Entwurf sich zu 
»eteiligen: König Wilhelm von Preußen erschien auf dem zu diesem Zwecke von dem 
Kaiser von sterreich zusammenberufenen Fürstentage zu Frankfurt a. M. (August 
1863; v. Sybel, II 820 ff.) nicht. Die Rechtfertigung dieser ablehnenden Haltung 
lag darin, daß Preußen in dieser Zeit — seit Eintritt des Ministeriums Bismarck, 
24. Sept. 1862 — schon entschlossen war, in der deutschen Frage seinen eigenen Weg 
zu gehen: das Ziel dieses Weges hieß nicht Bundesreform, sondern volle Neugestaltung 
Deutschlands auf kleindeutscher und bundesstaatlicher Grundlage unter preußischer Führung. 
Den Krieg mit sterreich und den Mittelstaaten, der menschlichem Ermessen nach auf 
diesem Wege liegen mußte und dann auch nicht ausgeblieben ist, gedachte man nun nicht 
nehr zu scheuen. 
Die allerletzten Bundesreformversuche — Frühjahr 1866 — gehören im Lichte 
einer tieferblickenden geschichtlichen Betrachtungsweise nicht mehr in die Ara des alten 
Deutschen Bundes, sondern bereits in die folgende Epoche, die Vorgeschichte und Ent— 
tehungsgeschichte des Norddeutschen Bundes und damit des heutigen Reiches. 
8 9. Der Norddeutsche Bund. Die Gründung des Deutschen Reiches 
1. Die letzten Jahre des Deutschen Bundes. — Nicht lange nach dem Scheitern 
der auf dem Frankfurter Fürstentage beratenen österreichischen Reformakte, im Herbst 
1868 flackerte die schleswig-holsteinische Frage auf, welche für die deutsche 
Beschichte der nächsten Jahre zur Schicksalsfrage wurde. Sie hat zunächst, in Gestalt 
der Befreiung Schleswig-Holsteins von der rechtlos gewordenen, gewalttätig sich geberden— 
den dänischen Herrschaft, eine große nationale Aufgabe geschaffen, zu deren Lösung 
v. Sybel, Begründung Bd. 827; Bismarck, Gedanken und Erinnerungen Bd. 2.Kap. 
1923; Kloeppel, Verfafs Gesch Bd. JS. 49178; Urkundenmaterial Denn Zwei Jahre 
reußisch-deutscher Politik (1868); Binding, Die Grundung des Norddeutschen Bundes; G. Meyer, 
daher 61-67: Laband, Staatsr. des Deulschen Reichs Bd. J Kap. 1; Haenel, Staaͤtsr. 
.14ff
	        

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Encyklopädie Der Rechtswissenschaft. Duncker & Humblot [u.a.], 1904.
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