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Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

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Bibliographic data

fullscreen: Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

Multivolume work

Identifikator:
1896404200
Document type:
Multivolume work
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1896404294
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236881
Document type:
Volume
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Volume count:
Bd. 2
Place of publication:
Leipzig [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904
Scope:
1184 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Öffentliches Recht
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft
  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)
  • Title page
  • Contents
  • II. Zivilrecht (Fortsetzung)
  • III. Strafrecht
  • IV. Öffentliches Recht
  • Namen- und Sachregister

Full text

368 IV. ffentliches Recht. 
Lottum der unmittelbare Vertrag der allgemeinen Landesangelegenheiten im Kabinett über— 
tragen; an dessen Stelle trat am 26. Oktober 1840 der Generalleutnant von Thile. Den 
Vorsitz führte der Kronprinz, später der Prinz von Preußen, sonst der älteste Minister. 
Zwischen den einzelnen Ressorts haben während dieser ganzen Zeit fortwährende Ver— 
schiebungen stattgefunden. Es hat zeitweise zwei Minister des Innern, der aine für die 
Polizei, zwei Finanzminister, der eine als Schatzminister, gegeben, was viel weniger auf 
achlichen als auf persönlichen Gründen beruhte. 1817 ist vom Ministerium des Innern 
ein Ministerium der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinalangelegenheiten abgezweigt; 
päter finden sich Ansätze zu einem Ministerium für Handel und Gewerbe (Handelsamt). 
Wichtiger war die Zerlegung des Justizministeriums in zwei Ministerien, das eine für 
Gesetzesrevision, hauptsächlich für die geplante Umarbeitung des Allgemeinen Landrechts, 
unter Kamptz und Savigny, mit dem zeitweise auch die Justizverwaltung der Rhein— 
vrovinz verbunden war. Eine grundstürzende Anderung wurde zu Anfang der 20 er 
Jahre in den Kreisen des höheren Beamtentums geplant. Nicht bloß die Vertreter des 
Alten, sondern auch die liberalen Oberpräsidenten Vincke und Schön konnten sich an die 
Obergewalt der Fachminister nicht gewöhnen; man sehnte sich nach dem früheren Zustande 
der Provinzialministerien zurück ; nach dem Plane Schöns, der wie immer am 
radikalsten vorging, in der Weise, daß diese Minister nicht wie einst in Berlin, 
sondern in den Provinzen wohnen und mit Ausnahme der Militär— und Justizsachen 
alles unter sich haben sollten, während jedem der Realminister in Berlin nur ein ein— 
ziger vortragender Rat gelassen wurde. Gewiß eine der reaktionärsten Maßnahmen, die 
iich ausdenken lassen. Wilhelm von Humboldt hätte doch kaum nötig gehabt, in einer 
eignen Denkschrift so viel Dialektik und so viel höfliche Ironie an ein solches Projekt 
zu verschwenden!. 
Die Verordnung vom 20. März 1817 hat den Staatsrat ins Leben gerufen, 
nachdem die Verordnung Steins von 1808 überhaupt nicht in Kraft getreten, die 
hardenbergs von 1810 aber gerade in diesem Punkte unausgeführt geblieben 
war. Es geschah in der Gestalt, wie er im wesentlichen noch heute bestehi. Der Vor— 
sitz sollte in den Fällen, da der König selbst solchen zu führen nicht für nötig erachtete, 
vom Staatskanzler geführt werden. Diefelbe Kabimetvorbe, vom 18. September 1822, 
welche den Minister von Voß zum Vizepräsidenten des Staatsministeriums ernannt 
jatte, machte ihn auch zum Vizepräsidenten des Staatsrats, die Kabinettsordre vom 
2. Dezember 1822, einen Tag nachdem der König in Neapel die Meldung vom Tode 
Hardenbergs erhalten hatte, zum Präsidenten des Staatsrats. Ihm sind der Herzog 
Karl von Mecklenburg, der Feldmarschall von Müffling und der Minister 
⸗. Savigny (Oktober 1847)9 gefolgt. Es gab drei Kategorien von Mitgliedern: die 
königlichen Prinzen nach Erreichung des 18. Lebensjahres, Staatsdiener, welche vermöge 
ihres Amtes Mitglieder sind (Feldmarschälle, Minister, der Generalpostmeister, der Chef⸗ 
präsident des Obertribunals, der Präsident der Oberrechnungskammer, der Geheime Kabinetts⸗ 
at und der Chef des Militärkabinetts; auch die Oberpräsidenten und die kommandierenden 
Generale, sofern sie in Berlin anwesend sind), und Staatsdiener, welche aus besonderem 
königlichem Vertrauen berufen wurden. Es Kar daneben statthaft, sonstige Beamte, sowie 
Gelehrte, Kaufleute, Gutsbesitzer, nach Anordnung des Präsidenten, aber ohne Stimmrecht, 
zuzuziehen, um sie über einzelne Gegenstände zu hören. Ein besonderer Minister⸗Staats 
sekretär hatte die Feder zu führen, die Protokolle und Gutachten zu fassen, das Formelle 
des Geschäftsganges zu besorgen. Der Staatsrat fungierte entweder als Plenum oder 
in Abteilungen, welche im ganzen den Minifterialressorts entsprachen. Er war vor 
allem ein bequtachtendes Organ für die Gesetzgebung in der Weise, daß die Gesetzentwürfe 
v. Treitschke, Deut che Geschichte, II 198, 292; I11 282, 418, 420, 454, 770; v. Schon 
Weitere Beiträge und diadt ———— 286 —D——— 
Bebhardt. Wilhelm d unnerde u v7
	        

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Encyklopädie Der Rechtswissenschaft. Duncker & Humblot [u.a.], 1904.
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