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Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

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Bibliographic data

fullscreen: Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

Multivolume work

Identifikator:
1896404200
Document type:
Multivolume work
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1896404294
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236881
Document type:
Volume
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Volume count:
Bd. 2
Place of publication:
Leipzig [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904
Scope:
1184 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Öffentliches Recht
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft
  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)
  • Title page
  • Contents
  • II. Zivilrecht (Fortsetzung)
  • III. Strafrecht
  • IV. Öffentliches Recht
  • Namen- und Sachregister

Full text

372 
IV. öffentliches Recht. 
Lharakter in dem Erfordernisse ritterschaftlichen oder notabelen Grundbesitzes, in dem 
Verzicht auf den Nachweis der für andere Beamtenstellungen gleicher Bedeutung not—⸗ 
wendigen wissenschaftlichen Qualifikation und in den Besoldungsverhältnissen. In der 
Tat sind diese angefessenen Landräte, deren Zahl noch unmittelbar vor Erlaß der neuen 
dreisordnung in Braudenburg und Pommern 78, in Westfalen 61, in Sachsen 60, in 
Schlesien 42, dagegen in Preußen allerdings nur 27, in der Rheinprovinz 19,. in Posen 
159/0 betrug, vorzugsweise geeignet, nach oben Unabhängigkeit und nach unten Autorität 
zeltend zu machen; während den Anforderungen an eine höhere Qualifikation insofern 
tatsächlich genügt war, als von 321 vandräten, die seit den i. Januar 1868 angestellt 
varen, 213 die Qualifikation für den höheren Verwaltungsdiensi, 25 für den höheren 
Justizdienst besaßen, während nur 82 vloß Referendarien, und 51 ohne jede Quali⸗ 
ikation waren. 
Als Zwischenstufen zwischen den Kreisen und Provinzen wurden damals auch die 
Kommunalverbände im engeren Sinne, in Brandenburg die der Kurmark, der Neumark, 
ind der Niederlausitz, in Pommern die von Altpommern und von Neuvorpommern, in Sachsen 
»er der Altmark, in Schlesien der Oberlausitz, gewissermaßen Denkmäler der allmählichen 
Entstehung des Staats, neu eingerichtet. Diese Verbände hatten zwar mit der Slacks 
verwaltung sehr wenig, mit der Kommunalverwaltung aber sehr viel zu tun, indem in 
der Regel jeder derselben einen eigenen Landarmenverband bildete, seine besonderen Irren-, 
Taubstummen-, Blinden-, Heil- und Pflegeinstitute, seine eigenen Hilfskassen, gemeinsame 
Fonds und Schulden besaß, so daß dadurch namentlich in Brandenburg und Pommern 
der kommunale Wirkungskreis der Provinz fast absorbiert wurde. Die Organisation fiel 
m ganzen mit der der Provinzialftände zusammen, so daß insbesondere in Pommern 
die Provinzial-Landstandschaft mit der Kommunal-⸗Landstandschaft identisch war, und die Ab— 
zeordneten der beiden Kommunallandtage zugleich den Provinziallandtag bildeten; indessen 
näherte sich die Verfassung der beiden lausitzischen Verbändein noch höherem Maße dem 
altlandständischen Typus, während der altmärkische Kommunallandtag mehr nach dem 
Vorbilde der älteren Kreistage eingerichtet war. Als Organe der laufenden Verwaltung 
erschienen die altpommersche Landstube, die neuvorpommerschen Landkastenbevollmächtigten, 
der neuvorpommersche Landsyndikus1. 
Neben die Städteordnung von 1808 trat die nach langen Beratungen des Staats⸗ 
'ats und der Provinziallandtage zu stande gekommene revidierte Städteordnung vom 
17. März 1831 in der Weise daß jene in ihren ursprünglichen Gebieten (Oft- und 
Westpreußen, Pommern, Brandenburg, Schlesien) —D— 
viedergewonnenen Städte Westpreußens und der Oberlausitz ausgedehnt wurde, während 
diese für Sachsen, Westfalen, Posen, sowie für drei klein⸗ märkische Städte auf deren 
Antrag in Geltung trat. Die revidierte Städteordnung beschränkte das Bürgerrecht auf 
die öffentlich-rechtlichen Wirkungen, so daß es fuͤr Hausbesitz und Gewerbebetrieb nicht 
weiter in Betracht kam, hielt aber an de— Beschränkung des eigentlichen politischen 
Bürgerrechts auf einen engeren Kreis der Bürgerschaft fest, der sowohl für das aklive 
als auch für das passive Wahlrecht durch einen Zensus bestimmt wurde, mit der Anheim⸗ 
zabe an die einzelnen Städte, eine Einteilung nach Berufsklassen vorzunehmen, wovon aber 
airgends Gebrauch gemacht ist. Die Stellung des Magiftrats wurde durch Ausdehnung der 
Wahlperiode für samtliche besoldete Mitglieder auf zwölf Jahre, durch Erhöhung der 
Pension im Falle der Richtwiederwahl, durch Gestattung der Lebenslaänglichkein, dann 
ber dadurch erheblich befestigt, daß dem Magistrate eine maleriell- Mitwirkung bei 
kommunalen Beschlußfassungen beigelegt wurde. die ihn gleichsam in die Stellung einer 
F Lameigolle, Königkum und Landitände S. 873, 879. 393, 414; v. Lanciaolle, 
sechtsquellen S. 169
	        

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Encyklopädie Der Rechtswissenschaft. Duncker & Humblot [u.a.], 1904.
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