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Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

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Bibliographic data

fullscreen: Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

Multivolume work

Identifikator:
1896404200
Document type:
Multivolume work
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1896404294
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236881
Document type:
Volume
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Volume count:
Bd. 2
Place of publication:
Leipzig [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904
Scope:
1184 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Öffentliches Recht
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft
  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)
  • Title page
  • Contents
  • II. Zivilrecht (Fortsetzung)
  • III. Strafrecht
  • IV. Öffentliches Recht
  • Namen- und Sachregister

Full text

3. Ludwig Laß, Arbeiterversicherungsrecht. 779 
gelder fallen den Versicherten allein zur Last. Das gleiche gilt für die Zusatz- 
beiträge für die Zusatzversicherung der Familienangehörigen der Versicherten (K. V. G. 
Z1Abs. 1. 88 82b, 66 Abs. 1, 8 72 Abs. 8 u. 8.,78 Abs. 1). Die freiwillig 
versicherten Mitglieder der Zwangskassen sowie die Mitalieder der freien Hilfskassen haben 
die vollen Beitraͤge zu entrichten. 
Bezüglich der Hausgewerbetreibenden und deren Hilfspersonals kann 
durch statutarische Bestimmung oder durch Bundesratsbeschluß angeordnet werden, daß 
die Lasten der Unternehmer — namentlich die Verpflichtung zur Ubernahme von !/s der 
Beiträge — von den eigentlichen Arbeitgebern, d. h. den die Arbeit vergebenden Ge⸗— 
— D— zwischen letzteren 
und den Hausindustriellen sog. Zwischenmeister (Ausgeber, Faktoren rc.) stehen. (Gesetz, 
betr. die Abanderung des Krankenversicherungsgesetzes, vom 80. Juni 1900; K. V. G. 
8 54 Abs. 2 Ziff. 2Zu. 8 und Abs. 4). 
Die Arbeitgeber haben die Beiträge und auch die Eintrittsgelder für die von 
ihnen beschäftigten versicherten Personen voll an die Kasse zu zahlen, wogegen ihnen das 
Recht zusteht, den auf die Versicherten entfallenden Bruͤchteil Ess) der Beiträge und 
die vollen Eintrittsgelder von dem an die Versicherten zu zahlenden Lohn abzuziehen 
(K. V.G. g b2 Abs. 1u. 2, 88 833, 68, 72, 78). 
Ausͤnahmen von den vorstehend erörterten Grundsätzen über die Verteilung der 
Beiträge auf Arbeitgeber und Versicherte und über die Einzahlungspflicht der Unter— 
nehmer sind in einigen Fällen zugelassen (K. V. G. 851 Abs. 2 u. 854; 88 5822, 65, 72, 78). 
3. Reichen die von dem Gesetz zugelassenen Höchstbeiträge zur Deckung der Lasten 
aicht aus, so hat bei der Gemeinde-Krankenversicherung die Gemeinde aus ihrem 
Vermögen die nötigen Vorschüsse — d. h. mit Aussicht auf demnächstige Erstattung — 
zu gewähren (Vorschußpflicht der Gemeinde, K.V. G. 8 9 Abs. 4), bei den 
Ortskrankenkassen ist die Kasse zu schließen, welche Maßnahme indessen durch 
ine weitere Erhöhung der Beiträge abgewendet werden kann (K.V.G. 8 831 Abs. 2, 
Z47 Abs. 1), und bei den Betriebs-— (Fabrik-) Bau- und Innungskranken— 
kassen haben die Unternehmer, Bauherren bezw. die Innung aus eigenen Mitteln die 
erforderlichen Zuschüsse — d. h. ohne Aussicht auf Erstattlung — zu leisten (3u⸗— 
shußpflichr'KViG. 8 68 Abs. 2, 8 72 Abs. 8, 8 73 Abs. 1). 
J. Die Kosten der Verwaltung trägt, bei der Gemeindekrankenversicherung 
die Gemeinde (K.V.G. 8 9 Abs. 3; zu vgl. auch 88 12 und 13), bei den Ortskranken— 
kassen die Kasse selbst (K. V. G. 8 22 Abs. 1), bei den Betriebs⸗ (Fabrik-) und, Bau⸗ 
krankenkassen der Betriebsunternehmer bezw. Bauherr (K. V. G. 8 64 Ziff. 8, 8 72 Abs. 8) 
und bei den Innungskrankenkassen wie bei den Ortskrankenkassen die Kasse selbst (K. V.G. 
8 78 Abs. 1in Verbindung mit 8 22 Abs. 1). 
89. Das Verfahren bei der Rechtsverwirklichung. 
1. Die Zuständigkeit und das Verfahren bei Erledigung von 
Streitigkeiten auf dem Gebiete der Krankenversicherung sind außerordentlich viel⸗ 
gestaltig. Zur Entscheidung der mannigfaltigen Streitigkeiten sind teils die Aufsichts- 
behörden der Krankenkassen, teils die höheren Verwaltungsbehörden teils die bundes⸗ 
staatlichen Zentralbehörden, teils die ordentlichen Gerichte, teils die Instanzen des Ver— 
woltungsstreitverfahrens, teils die Gewerbegerichte und teils die nach 88 20 und 21 der 
Reichs⸗Gewerbeordnung eingesetzten Rekursbehörden zuständig. 
Die wichtigsten Vorschriften sind die folgenden: Streitigkeiten, welche die Unter— 
stützungsansprüche der Versicherten gegenüber der Kasse zum Gegenstande haben, 
werden zunächst von der Aufsichtsbehörde entschieden. Deren Entscheidung kann nach 
Landesrecht im Wege des Verwaltungsstreitverfahrens, sonst mittelst Klage vor den 
ordentlichen Gerichten (beides binnen vier Wochen nach Zustellung der Entscheidung der 
Aufsichtsbehörde) angefochten werden. Das gleiche gilt für Streitigkeiten zwischen Ver— 
fihenne ren Arßellebern einerseits und der Kasse anderseits, wenn es sich um die
	        

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Encyklopädie Der Rechtswissenschaft. Duncker & Humblot [u.a.], 1904.
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