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Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

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Bibliographic data

fullscreen: Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

Multivolume work

Identifikator:
1896404200
Document type:
Multivolume work
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1896404294
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236881
Document type:
Volume
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Volume count:
Bd. 2
Place of publication:
Leipzig [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904
Scope:
1184 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Öffentliches Recht
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft
  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)
  • Title page
  • Contents
  • II. Zivilrecht (Fortsetzung)
  • III. Strafrecht
  • IV. Öffentliches Recht
  • Namen- und Sachregister

Full text

4. Alrich Stutz, Kirchenrecht. 883 
auch die bisherigen Laien zu Vollchristen erhoben werden. Schließlich fallen ihm auf 
dem Gipfelpunkt reformatorischer Begeisterung, wie er ihn in den Schriften des 
Jahres 1520: „An den christlichen Adel deutscher Nation“, „Do captivitato Babylonica“ 
und „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ erreicht, auch alle übrigen, mit der 
Freiheit des Evangeliums nicht vereinbaren katholischen Einrichtungen dahin, so das 
meiste von der Sakramentslehre, so Fasten, Wallfahrten, Mönchtum, Zolibat (1525 
seine Ehe mit der ehemaligen Nonne Katharina von Bora), Bann und Jnterdikt. Mit 
der Bulle Exsurge und dem Corpus iuris canonici verbrennt er am 10. Dezember 
1520 das Rechtschristentum; dessen Vertreter, der Papst, wird ihm geradezu der Anti— 
christ. Das persönliche Glaubenschristentum ist aufgerichiet. 
Brieger, Das Wesen des Ablasses, Leipziger Progr. 1897; Paulus, Joh. Tetzel der Ablaß⸗ 
prediger, 1899, Der Ablaßprediger Bernhardin Samson Kath. LUXXIX, 2, 1899; Fischer, Zur 
Geschichte der evangelischen Beichte, J. Die katholische Beichtpraxis bei Beginn der Reformaätion und 
Luthers Stellung dazu, 1902, II, Das Beichtinstitul in Wittenberg, 1908, Stud. z. Gesch. d. Theol. 
und Kirche; Koͤhler, Luthers 95 Thesen, 1903, Dokumente zum Ablaßstreit, 1992; K. Müller, 
Lduthers römischer Prozeß, 3. f. Kg. XXIV, 1808;, A. Schutte, Du römischen Dhanpinen 
über Luther 1520, Q. u. F. VI, 1908; Wrede, Der erste Eulwurf des Wormser Edikts, Z. f. Kg. 
XX, 1000; Köstlhinh Luthers Lehre von der Kirche, 1883; Kolde, Luthers Stellung zu Konzil 
und Kirche, 1876; Sohm, Kr. J, 88 84, 83; 6. Muller, Das Wesen und die Bedeutung der 
Kirche für den einzelnen Gläubigen nach Luther, Heft 16 d. Chrisit. Weit, 1895; Rietschel, Luthers 
Anschauung von der AUnsichtbarkeit und Sichtbarkeit der Kirche Th. St. K. IXXII, i900; Aöhlet, 
Luthers Schrift an den christlichen Adel, 1895. 
Um letzterer Tat willen heißt er der Reformator, während er vom Standpunkt 
des kanonischen Rechtes aus allerdings als Revolutionät erscheint. Nicht vom Stand— 
punkt des Rechtes überhaupt aus. Auch für die Kirche hat er dessen Daseinsberechtigung 
und Notwendigkeit nie bestritten; er hat sich nur, weil durchaus innerlich gerichtet und 
hinsichtlich des außeren Gangs seiner Sache von einem großartigen Gottvertrauen beseelt, 
erst gar nicht und später bloß ungern, durch bittere Erfahrungen belehrt, darum be— 
kümmert. Und auch nicht von dem Standpunkt aus, auf den er, an die mittelalterliche 
Auffassung von der Christenheit und ihren Schwertern oder Regimenten anknüpfend, auf 
Grund seines Schriftverständnisses gelangt war, nämlich, daß außere Ordnung nur von 
der weltlichen Obrigkeit zu handhaben sei. In letzterer Hinsicht war es von Bedeutung, 
daß auch die Verhältnisse ihn auf die Obrigkeit anwiesen. Aber nicht auf das Reich, 
dessen damaliges Oberhaupt, Karl V., weder fuͤr die religiöse noch für die nationale Seire 
von Luthers Sache Verständnis besaß. Das Schwergewicht lag längst nicht mehr bei 
ihm, sondern in den Territorien. Deren Herrscher waren entweder, wie Kurfürst Friedrich 
der Weise von Sachsen (1486 — 1525), selbst von der Reformation innerlich berührt, oder 
sie wurden doch durch die Volkstümlichkeit der Bewegung zu einer zuwartenden Haltung 
gezwungen. Ihr Bestreben mußte sein, die Durchführung des Wormser Edikts hint⸗ 
anzuhalten (Aufschübe oder Interims der Reichstage von Nürnberg, 1823 und 1524). 
Inzwischen breitete sich die Reformation zu Stadt und Land gewaltig aus. Doch suchte 
inzwischen der religiöse und der soziale Radikalismus in Gestalt der Täuferei uͤnd der 
Bauernbewegung sich ihrer zu bemaͤchtigen. Luthers überragender Perfönlichkeit gelang 
es, seine Sache beider zu erwehren. Aber damit nahm auch der enthusiastische Schwung 
der Bewegung ein Ende. Gleich dem Christentum der nachapostolischen Zeit trat die 
Reformation in das Stadium der Ernüchterung und damit der außeren Einrichtung. 
Geffcken, Staat und Kirche nach Anschauung der Reformatoren, 1879; Brandenburg, 
Nartin Luthers Anschauung vom Staat, und, der Feseltschaft, Shr. VRG. H. 70, 19013 Mauren⸗ 
brecher, Karl V. und die deutschen Protestanten —DD 
und die römische Kurie (1548— 1546) Munchener Ak S. B. 1886/82 Baumgarten, Karl Y. und 
die deutsche Reformation, r B. R. G. H. 27, 1889; Pastor, Die kirchlichen Reunionsbestrebungen 
während der Regierung Karls V., 1879; Virk, Die römische Kurie und Deutschland (1533-1589), 
Pr. Ib. LXXXV, 1806; v. Höfler, Papst Adrian VI, 18805 Laeëm mer, Analécta Romana, 1861, 
5 enmonts Vaticana, 1861; Cornelius, Geschichte des Munsterischen Aufruhrs, 2 Bden, 1888 
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Inflation Und Geldentwertung. Verlag von Julius Springer, 1919.
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