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Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

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Bibliographic data

fullscreen: Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

Multivolume work

Identifikator:
1896404200
Document type:
Multivolume work
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1896404294
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236881
Document type:
Volume
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Volume count:
Bd. 2
Place of publication:
Leipzig [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904
Scope:
1184 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Öffentliches Recht
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft
  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)
  • Title page
  • Contents
  • II. Zivilrecht (Fortsetzung)
  • III. Strafrecht
  • IV. Öffentliches Recht
  • Namen- und Sachregister

Full text

3323 
IV. ffentliches Recht. 
Zweiter Titel. 
Geschichte des evangelischen Kirchenvrechts. 
Erstes Kapitel. 
die Reformation und das deutsche Staatskirchenrecht. 
x44. Die Zeit des reformatorischen Enthusiasmus. 
Aus der Tiefe einer in schwerer Gewissensnot um ihr Heil in Christo ringenden 
Seele wurde die Reformation geboren. Martin Luther, der am 10. November 1488 zu 
Fisleben geborene Augustinereremit von Wittenberg, der lange vergeblich auf dem her— 
zebrachten kirchlichen Weg den Frieden mit Gott gesucht, fand ihn endlich durch die 
Wiederentdeckung des paulinischen Evangeliums von der Rechtfertigung allein durch den 
Glauben. Die von ihm entfachte Bewegung war und blieb zunächst nur religiös. Weder 
zine Kirchenverbesserung strebte Luther an, wie vor ihm und neben ihm! manche Reformer, 
noch stand ihm eine Erneuerung der gesamten, auch der theologischen Bildung im Vorder⸗ 
zrund des Interesses, wie den Humanisten. Freiheit für die neue, die unverfälschte 
Heilsbotschaft war das einzige, was er begehrte. 
v. Ranke, Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformatione, 6 Bde., 1881ff., fämtl. Werke 
Bd. 126; Janssen-Pastor, Geschichte des deutschen Volks seit dem Ausgange des Mittelalters 
AIIIS, IFVIIiS, VIIIS, VIIIISM, 1893- 1908; Egé Ihaaf, Deutsche Geschichte im 16. ren 
2 Bde., 1889 1892; Heppe, Geschichte des deutschen Protestanlismus (1555 1581), 1852 ff. 
Döllinger, Die Reformation, 3 Bde. 8, 1846 ff.; v. Bezohd, Geschichte der deutschen Reformation 
Oncken, A. G. III, ) 1890; Corpus Reformatorum, bis jeht 87 Bde.; Schriften des Vereins 
ür Reformationsgeschichte seit 1883, bis jetzt 74 Hefte, und Archiv für Reformationsgeschichte, seit 
1803, bis jetzt 1I H.; Luthers Werke, Erlauger Aussgabe, z. T. in 2. Aufl., z. Z. 67 Bde, 1867 ff. 
Weimarer Ausgabe, 1883 ff. bis jetzt 27 Bde., Ausgabe für das deutsche Haus von Buchwald u. R, 
e — Lutherbiographien von Köstlinb. 2 Bde., 1903: Kolde. 2 Bde is841803 
enaàae, 
Dieser Freiheit stand der Grundstock des überlieferten kanonischen Rechtes als die 
Arsache des von ihm bekämpften furchtbaren Gewissensdruckhs im Wege. Gegen ihn hat 
Luther mit der ganzen Wucht seiner gewaltigen Persönlichkeit angekämpft. Der Ablaßhandel 
und die damit verbundene Schädigung gewissen- und ernsthafter Seelsorge forderte in 
»en 95 Thesen vom 31. Oktober 18517 den Protest seiner gereinigten Auffassung von 
Buße und Heiligung heraus. Noch läßt er die Jurisdiktion des Papftes gelten. Aber 
eine Lehrgewalt will er bald nicht mehr anerkennen. Und dann beginnt gegen ihn der 
Ketzerprozeß, der am 16. Oktober 1518 zu seiner appellatio à papa male informato ad 
gapam melius informandum, seit dem Januar 1520 zu längerer Verhandlung bei der 
urie, am 15. Juni 1520 zur Verdammung von 41 seiner Lehrsätze in der Bulle 
xsurge Domine bei gleichzeitiger monitio caritativa, am 8. Januar 1821 zur großen 
Srkommunikation durch die Buͤlle Deeet Romanum, am 8. /28. MRai nachfurdtloser 
Verteidigung auf dem Wormser Reichstag in der seit der constituti cun principibus 
cclesiastieis von 1220 vorgeschriebenen Folge zur Acht führt. Jetzt verwirft er, 
zumal er sich von der Fälschung wichtiger päpstlicher Rechtstitel wie“ der konstanti⸗ 
aischen Schenkung inzwischen überzeugt und die Unhaltbarkeit anderer Grundlagen der 
Ȋpstlichen Gewalt dank weiterem Schriftstudium erkannt hat, auch den primatus 
urisdictionis und darüber hinaus das ius divinum, ja überhaupt die sichtbare Kirche. 
Jetzt erkennt er die Schriftwidrigkeit des Standespriestertums, dem er den Grundsatz 
des freien, unvermittelten Zutritis jedes Christenmenschen zu Gott, das religisse (nicht 
verfassungsrechtliche!) Prinzip des allgemeinen Vriestertudis gegenüberstellt wodurch 
Veral. das Gutachten Jakob Wimpfelings von 1510 über die Reform der Kirche.
	        

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Encyklopädie Der Rechtswissenschaft. Duncker & Humblot [u.a.], 1904.
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