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Bibliographic data

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Monograph

Identifikator:
834285843
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-29464
Document type:
Monograph
Author:
Rauer, Karl Friedrich http://d-nb.info/gnd/12122385X
Title:
Preußisches Landbuch
Place of publication:
Kiel
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 805 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die Berliner Arbeiterbewegung von 1890 bis 1905
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Kapitel. Die Entwicklung der inneren Politik Deutschlands seit 1890
  • Zweites Kapitel. Die soziale Entwicklung Berlins von 1890 - 1905
  • Drittes Kapitel. Die Parteiorganisationen unter dem gemeinen Recht
  • Viertes Kapitel. Bemerkenswerte Konferenzen und beschließende Versammlungen der Sozialdemokratie Berlins
  • Fünftes Kapitel. Die bedeutsamsten Demonstrationsversammlungen der Berliner Arbeiterschaft
  • Sechstes Kapitel. Die Wahlen zum Deutschen Reichstag in Berlin und den Vororten
  • Siebentes Kapitel. Die Vertretung der Sozialdemokratie Groß-Berlins in den Kommunalverwaltungen
  • Achtes Kapitel. Die Sozialdemokratie in den Gewerbegerichten und den Kaufmannsgerichten Groß-Berlins
  • Neuntes Kapitel. Die Gewerkschaftsbewegung Berlins
  • Zehntes Kapitel. Die bedeutsamsten gewerkschaftlichen Kämpfe Berlins
  • Elftes Kapitel. Der große Bierboykott von 1894
  • Zwölftes Kapitel. Die gewerkschaftliche Bewegung der Handlungsgehilfen Berlins
  • Dreizehntes Kapitel. Die sozialdemokratische Frauenbewegung Berlins
  • Vierzehntes Kapitel. Die Berliner Arbeiter-Sanitätskommission und der Boykott der Charité
  • Fünfzehntes Kapitel. Die Schöpfungen der Berliner Sozialdemokratie für Bildung und Kunst
  • Sechzehntes Kapitel. Die Entwicklung der sozialdemokratischen Presse Berlins
  • Siebzehtes Kapitel. Die Wahlen zum preußischen Abgeordnetenhaus
  • Achtzehntes Kapitel. Die Entwicklung der Maifeier in Berlin
  • Neunzehntes Kapitel. Die Opfer und die Bilanz des Kampfes

Full text

Fünfundzwanzig Jahre. 
S li» Virttiljahehundert »oller Kampf und Sorg», oVcr ec-n Genugtuung 
und Erfolg begleitet. ist verflossen, feit da« „Berliner AoUSblall", 
der Vorläufer de« .Vonvätts", sein« Laufbahn begann. Dir ersten 
5'ij Jahre der Sch andgi sehe« warn, vorüber; wcbrr polizeilich« Schilone 
noch richterliche Grousanikclt, weder die durch die PoIijtitli-.VJff BiSinarck« und 
‘patlfamnl verüble Dorjagang von Lao« und Lvf. noch die Blulurieilr der 
da« AuLnahmegese» gegen die Sozialdemokrat!« handhabenden Justiz halten ver 
hindern können, daß di«' Arbeiter Berlin« kioy de« Mangel« öffentlicher Organi- 
sationen weiter agitierten. sich in lleinerrn Kreisen zosanimensaiiden. Verbindungen 
zioischen den genossen J.crpcCtfn und durch TScrl und c*[ifi de» Kamps gegen 
die kapitalistische Gesellschaft sowie deren Werkzeuge. Polizei und Regl-rung. 
eifrig fortsetzte». In dem in Zürich erscheinenden „Sozialdemokrat'' war da» 
Organ geschossen wordc». da« auch die Berliner Parteigenossen über die Vor- 
gange in der sozialistischen Well und vor allem in der soziaidemoiratischen Partei 
Deutschland« aus dem Lausenden erhielt. Die Beziehungen zum „Sozialdemokrat" 
waren gcrcgelt, seiur Verbi,ilung gesichert-, do.v übrige wurde durch Broschüren 
und Fliigblätur besorgt, in deren prompter uud sicht!« Veibrrilung die Berliner 
Parleigenosseti in erster Reihe räiiz waren. 
So wurde der tägliche Kieinlrieg geräuschldo unter der Oberfläche mit 
zäher Energie, oiibeuglainer Er.tschlvsscnhril und großem Des,fmk betrieben; eit'. 
Kamps, dlffen Organisation so prompt knnNionierte. das) die politische Polizei 
trotz Massenaufgebot« von .Nichlginkiem,»". wie der Minister Pultkamer 
sei», Spitzel und Provokateur» bezeichnet», der Versolgtea nicht Lere werde» tonnte. 
Freülch an Odfem ha« t» nicht gefehlt; di« Teilnehmer an Zusomiuenlünsten, 
dir Verbreiter de« „Sozialdemokrat", die Vetteiler ron Broschüren und tzlug- 
blältern mußten sehr häusig ihr» mutig,, opserbrrcite Arbeit mit Gesikngnisstrullii 
und mit Ausweisung au« Berlin bezahlen. 
Aber leine Gefahren, weder Gefangn!« noch Verbannung vermochten Kraft 
und Mut der Genossen zu drechett; für jeden aueschetdenden Kämpfer traten 
neu« Streiter «In; jede Lücke wurde sofort auegesülll; ein förmlicher Weeislreit 
»nlspon» sich um die gefahrvollsten Posten. Jeder wollt« in der ersten Reihe fechten. 
Bismarck Halle einsehen müssen, daß seine Spekulation mit dem Ausnahme 
gesetz gänzlich verfehlt und »rsolglo« blieb. Eüeber lvar e« gelungen, durch di« 
Brutalität de« Ausnahmegesetzes die Arbriicrklassr zu gewaltsamen Angriffen 
gegen dl« Slaatsgttvall zu veranlassen, woraus di» Machthaber wohl gerechnet 
hallen, um die Arbeiterbewegung dann in einem Bluidadc ersticie» zu könne», 
noch hatt« man e« fettig belommen, di« verhaßtc Sozialdeinolralie lahm zu logen, 
geschweige denn zu rernichlen. Wo« nicht öffentlich an Agitation, Verbreitung 
von Literatur und Versammlungen geschehen lounte, wurde auf anderem Wrge 
geleistet, wobei di« Sozialdemviralit stetig Anhänger gewann und sich, nainentlich 
auch in Berlin, in immer stärkerem Mäh» entwickelte. 
In dieser Situation verfielen Bismarck und seine Trabanten, die zur Zeit in 
Berlin »inen heftigen Kamps gegen di« Fortschrittspartei und die Berliner 
Kommunalvcrwoltung fühlten (die Biemarck, wie er meint», «in» zu hohe Mietosteuer 
auferlegt hotte), aus die glorios» Idee, di« Sozialdemokratie könne durch ein« 
mildere Londhadung de« Sozialistenaeseyr« von der Propagierung ihrer Grund, 
sähe, von der zielbewußten Agitation gegen die bestehend« Gesellschaftsordnung 
abgebracht werden und sich a!« Vorspann gegen die bürgerlichen Gegner der 
Birmanischen Revision mißbrauchen lassen. 
Im Verfolg dieser «bsuiden. durch keinerlei Landlung der Sozialdemokratie 
gerechlfettiglrn Annahm« legt« die Regierung der Neugründung von Arbester- 
bezirkSverclnen, deren Errichtung zur noch besseren Zusammrilsaffung der Genosse» 
und zum Betriebe der Gemeinde- und ReichStagSwahlen notwendig wurde — 
di« anderweit» Organisation blieb natürlich vollkommen iutakt — keine Linderniss« 
in den Weg. Vielleicht glaubte man bei der Polizei dadurch besser hinter selche 
Absichten zu kämmen, die in Rücksicht ans da« Sozialistkngrskh nicht öffenkiich in 
den Arbeitervereinen verhandelt wcrden konnten. 
Gleichzeitig wurde vcn bre Regierung d<r Versuch gemacht, durch Be 
gründung einer Zeitung I» Berlin, di, den fchöuen Romen .Volk«freund" 
erhielt, posizeilich abgestempelt, Arbeiicrfrrundlichleit zu verzapfen. Die Redakteure 
und Mitarbeiter wurden au« der Pclizeilrixpc gespeist, eine Agitation für die 
Vkrbreitiiog be« Blatte« in Arbciterlreisetl in Szene gesetzt und oCt« aufgeboten, 
um durch dt» polizeiliche» .Vo!!«ftcund" der Sozialdemokrali« da« Wasser 
abzugraben. 
Im der drohenden Gefahr, das, Venvinvng i» Len eigenen Reihen hervor- 
gerufen tverde. vorzubeugen, riilschlosscn sich die Berliner Genossen, trotz der Taclei, 
und Gesahrrn dr« Sozialistengesetze« »in täglich erscheinende« Blatt für Berlin 
Mit diesem Entschluß beginn! di« Geschichte de« „Berliner Voli«blali°", 
da« später ln den „VvnvLtt«" ausging. Von den jährlich!,itcn, di« damol« 
einem der Verbreitung sozialdemokraiischer Grundsätze und Forderungen gewidmelen 
Arbesterblatt drohten. Ion» man sich heule lauin noch einen Begriff machen. 
Tag und Nacht auf dem Posten, siel« in Sorge um die Weiterer istenz de« Blatte«, 
in politischer und strafrechtlicher Beziehung nebo» der vor »ein* Gewalttat jurfles- 
schchucr-den Regierung einer der Reaktion willfährigen Justiz gigenübecsichrud. 
galt es. dir Klippen de« Sozialistengesetz,« klug zu vmlchisscu, bad»! aber mutig 
und enksehlosskn die sozialdemokratischen Idee» „nd die Ardeitersocdeeungc» zu 
vrrkrelcn, uw, Lerzen und Kopse de« Proletarier in drm Kämpf gegen Aua- 
brulung und llnle:drückimg zu stählen. Diese n»!«e den damaligen Verhältnissen 
doppelt schwierig« Ausgabe — stet« umlaneet von den Verbotzbestivin-ungen de« 
Sozialistengesetze«, ganz abgesehen von den persönlichen Gefabro, für alle Ve- 
lelligicn — hat da« „Berliner Dollkdlatl" Iren, kakirüslig und erfolgreich geleistet. 
Anerkennung und Dank hierfür har e« erhalten. aU die Partei im Jahre >890 
brschlosi, daß et seinen mit Ehren getragenen Nomen im Titel Le« Zentralorgan« 
writcrlühren soll». 
Lire mögen einige biographische Natizeu über da« „Berlmci Volttblatl' 
Platz finden. Lcrgestell! wurde da« untcr den, Sozialistengesetz erscheinend« 
Organ in der Druckerei der Genossen Babing »nid Banchergcr, di« in hingeblnig«- 
vollem Eifer die Inlcieffcn de« Blaitc« al« Verleger vcnratcn. Die erste Expedjiion 
befand sich in einem kleinen unzulänglichen Laden. (iin daran grenzende« 
Ziuimerchi» beberbei-gr« dir Redaliion. Bo» den ersten Redalteuren zitieren wir 
au« de:» Gedächtnis eni!ge Genossen, deren Namen eine» guten Klang in der 
Partei hadr», so jum Beispiel Lasenclever, Blv«. Rüdiger (der spater Infolge 
seiner Tätigkeit ausgewiesen wurde), Baake und Tutzaver. Di: Expedition wurde 
zuerst von dem Genosse» Ewald (ebenso!!« später ausgewiesen), spätre von dr» 
Grnossc» Liesiändcr und Glocke geleit»!. Der erst« Berichterstatter war, soweit 
ich mich erinnere, der an« Lossassc« Icitc» bclanntc Gerwsse v. Lofstettc». Laupt- 
mitarbeiier ivarcn unsere unvergeßlichen Vorlänipser Auer und Liebknecht. In 
dankbarer Etiimcning niuh hcrvorgehobtti Ivcrdcn, daß eine große^ltizahl 
Genossen da» Blatt durch Arbeiten verschiedcnslcr Art nnlersiüht und ihm 
dadurch s,tne Aufgabt, im Dienste der Sozialdemokratie ZU wirken. erleichtert 
haben. 
Dl« Berbrriinng de« .Berliner Volksblalis" mögen einige Zahlen illuslrlrren. 
Es sing mit einer Auslage von 2000 Exemplaren an. Anfang 1885 war sie auf 
«000 Exemplaren gestiegen; im Jahre 1638 erhöht«' sich die Äbonneiitenjiffer auf 
II 000, uns nach den RcichSIagSwahlci, de« Jahres 1890 konnt» das Blatt In 
einer Auflag« von 25 000 Exemplaren erscheinen. Die Zeit, In der da« „Berliner 
VoUoblall" al« selbständige« Organ der Berliner Parlclgcnossc» d,m lämpsendcn 
Prolrlariat seine Dienste grlcistcl hat, ist »ich» gar lang — und doch werde» 
diese sechs Jahr« in der Geschichte der Berliner Sozialdemakravr unvergessen 
bleiben, hinter den schwierigsten Verhälttiisse» hat e» unermüdlich, unter 
Anspannung aller Kräsle. de» Kampf gegen die Biomarcksihe Reaktion 
grfühtt. 
Dank der durch die Tcilnahr.ie der Genossen stark unterstützten ttnsigen 
Arbeit de« Berliner Parteiorgan« und vor ollem durch die in imnicr höherem 
Maß« betriebene Agitation und Propagierung der Parlciziele wurde in 
i«„en Jahren eine geistige Vettiksung der Parteigenoß«!, erreicht, die. durch 
fleißige« Studium der Pattcililcraiur gesellig», sich auch bald änsicrsich in sehr 
erfieulichein Uinsange erwies, indrm die Jahre lv8i. 1887 und 1890 uns einen 
sehr erheblichen Elimmcnzuwach» bei bei« ReichologSwohlen brachten. Außer 
dem wurde die Periode der tommunalc» Tätigkeit in Berlin »ingelelt«« und 
in fortschreitender Entwickelung gesördeit. Nachdem die Verhandlungen de« 
Reichstag»« Jahr für Jahr Grlrgrnheil gibolrn hatten, die Londhadung 
dt« Sozialistengesetze« z» brandinarlcn, und die von der Regierung In, 
In- und Auslande, nauientlich von Berlin au«, betriebene Epitzelwirtschast 
da« Reich ans« Aergste bloßgestelle halte, während zugleich die völlige Ersolg- 
losiglei« de« Sozialistengesetzes offcnlundig zutage getreten war, fand sich — 
da Bi-iniarck. zu jener Zeit in Konstil, mit dem jungen Kaiser, der sich In bezug 
auf da« zu Ende gehende Ausnahmegesetz voUlommen passiv verhielt — in, Jahre 
18S9 im RrichSlag« lrine Nlajorität mrhr für die Aerlängermig dr« Autnahmr- 
gesetze^^ brutal« Machwerk junkerlicher Reaktion wurde saug- und klanglos 
verscharr«, während die Sozialdeinolralie trotz dc« Ausnab-ncgesetze« innkrlich 
gofestlgl und nach außen machtvoll crslarlt, stolzen Mute« den, Urheber de« Echand- 
gesetzt« gegenüberzottclen vennocht«. Das Regimml Bismarcks war zu Ende. 
Mi, dem Fall de« SozIaliiiengrseheL brach auch die polittsche Macht BiSmarch« 
schmählich zusamincn. 
Am l. Olloder 1890 trat da« Sozialistengesetz 
Inzwlschcn waren all« Vorbereitungen getroffen worden, um die Partei 
uamiltelbor nach Erlöschen de« Sozialistengesetze« wieder in öffentsiche Aktion 
tret«» zn lasse». Der Entwurf »in»« neuen, den veränderten Verhältnissen 
angepaßten Otgamsalionsstatul« ivar vou der Rcicholagssraltio» ausgearbeitet 
worden, um als Grundlage für die a»f dr», Parteitage vorzuuehmeude Be 
ratung zu. diene». In stiller, aber doppelt emsiger Arbeit wurden die Aufgaben 
erwogen, die der Partei harrten, und der Weg für den siegreichen'Vormarsch 
dc« kampfbereiten sozlaldemolrailschen Proletariats geebnet. 
Am 30. September war die Geltung und Wirtsainkeit der von der Sozial- 
demokl-ari« niedergernngencn schmachrollen Gewallmaßregeln beendet, und schon 
nach womg.-n Wochen, am 12.—18. Oltabcr, tagt« i» Lall» o. S. ein von der 
191. Titelseite der Gedenknummer des „Vorwärts" zum Tage seines 
25 jährigen Erscheinens
	        

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Das Unternehmen Und Der Unternehmergewinn Vom Historischen, Theoretischen Und Praktischen Standpunkte. Gerold, 1884.
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