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Ein Arbeitstarifgesetz

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Bibliographic data

fullscreen: Ein Arbeitstarifgesetz

Monograph

Identifikator:
881660310
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-3054
Document type:
Monograph
Author:
Sinzheimer, Hugo http://d-nb.info/gnd/118614711
Title:
Ein Arbeitstarifgesetz
Place of publication:
München [u.a.]
Publisher:
Verlag von Duncker & Humblot
Year of publication:
1916
Scope:
1 Online-Ressource (X, 270 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Einführung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Ein Arbeitstarifgesetz
  • Title page
  • Contents
  • Einführung
  • Die Grundformen zu einem neuen Aufbau des Tarifrechts
  • Die Idee der sozialen Selbstbestimmung im Recht
  • Der Entwurf eines Arbeitstarifgesetzes

Full text

II. Grundanschauungen. 
27 
kann der Glaube entstehen, daß wenn das Recht innerhalb 
der rechtlichen Zwangsordnung den einzelnen sich selbst be 
stimmen lasse, er srei sei. Sie vergißt, daß neben der recht 
lichen Zwangsordnung die Tatsachen der sozialen Zwangs 
ordnung bestehen bleiben, die ihn sesthalten. Diese soziale 
Zwangsordnung kann um so drückender sein, je mehr recht 
liche Schranken fallen. Denn oft ist der Sinn rechtlicher 
Beschränkung nur der Schutz vor sozialer Gewalt. Fällt sie, 
dann ist nicht der Einzelwille, sondern die Macht der sozialen 
Gewalten entbunden. Durch dieses Doppelspiel rechtlicher 
und sozialer Bestimmungsgrllnde kann das Recht binden, 
wenn es befreit, und befreien, wenn es bindet. Das 
erste haben wir gesehen in den Zeiten, in denen der Ge 
danke der rechtlichen Selbstbestimmung des einzelnen in 
höchster Blüte stand. In diesen Zeiten war die Unfreiheit 
am größten, weil die Tatsachen der sozialen Zwangsordnung 
ungehemmt wirken konnten. Andererseits steht die befreiende 
Wirkung rechtlicher Beschränkungsformen fest. Man denke 
an das Wesen des Arbeiterschutzes. Durch ihn wird der 
Arbeiter verhindert, rechtlich frei über sich zu verfügen. Und 
doch wird er dadurch sozial freier, weil das Gesetz die herr 
schaftlichen Zumutungen beschränkt, denen er bei rechtlicher 
Ungebundenheit ausgesetzt ist. In derselben Richtung liegen 
die Kommendationen „Freier" im frühen Mittelalter. Um 
den ungeregelten Gewalten des „freien" Lebens zu ent 
gehen, gaben sich die einzelnen herrschaftlichen Schutzgewalten 
hin, trotz der rechtlichen Beschränkung, in die sie hiermit ver- 
ftelen. Denn diese Herrschaften befreiten sie von der Willkür 
der Gewalten, denen sie sonst unterlagen ft. Ob das Recht 
Karner, Die soziale Funktion der Rechtsinstitute (a. a. £>.). Sie ist eine 
der produktivsten Arbeiten der modernen Rechtswissenschaft, deren Aus 
schöpfung noch nicht einmal begonnen hat. S. auch Schäffle, Über den 
Begriff der Person nach Gesichtspunkten der Gesellschaftslehre, ZStaatsW. 
XXXI S. 186. 
i) Heusler, Deutsches Privatrecht I S. 118: „In solchen Zeiten der
	        

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Ein Arbeitstarifgesetz. Verlag von Duncker & Humblot, 1916.
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