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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
1.Teil. Die Rohstoffe
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

88 
§ 10. Kalk. 
Die Frage nach dem Ursprung des Kalkes und seiner Kenntnis 
bei den Alten führt nach dem gegenwärtigen Stande unseres Wissens 
auf archäologisch-ethnographische Gebiete, welche, wie leider so viele, im 
Gebiete der Philologie liegende, und in das Fach der Naturwissen 
schaften und der historischen Technologie einschlagende Fragen, noch der 
Bearbeitung und der Lösung harren. Deswegen läßt sich auch die 
Frage nach der Einführungszeit des Kalkes in die Gerberei vorerst 
nicht beantworten. Jedenfalls hat das Mittelalter den Kalk, anfangs 
noch neben Asche, dann den Kalk allein, zum Äschern benutzt. 
Der Kalk ist eines der billigsten Rohmaterialien, und weniger 
unter dem Gesichtspunkt des Kalkpreises als der Häuteschonung und 
hygienischer Rücksichten wurden und werden Versuche gemacht, welche 
auf Kalkersatz hinzielen. Wie wir sehen werden, bestehen neben der 
Verwendung des Kalkes bereits seit langem Methoden ohne Kalk, so daß 
der Ersatz des Kalkes gerade nicht zu den sehr akuten Tagesfragen gehört. 
Wir sind damit am Ende unserer Betrachtung über die Roh 
materialien der Gerberei angelangt; wir haben gesehen, daß der Grund 
stamm an Häuten und Fellen, sowie auch an Gerbstoffen qualitativ seit 
mehreren Jahrzehnten in einer langsamen Umbildung begriffen ist, aber 
bei keinem einzigen dieser Rohmaterialien besteht eine auch nur an 
nähernde Möglichkeit zur scharfen Abgrenzung der Weißgerberei gegen 
die übrigen Gerbemethoden, welche der Sprachgebrauch fo klar vonein 
ander trennt. Speziell die Betrachtung der Gerbstoffe hat uns den 
auch bei den Häuten und Fellen, hier allerdings nicht so klar hervor 
tretenden Kampf gelehrt, welchen die seit Jahrhunderten überkommenen 
Stoffe gegen die Substanzen der neuen Verkehrswirtschaft und Natur 
wissenschaft zu führen haben, indem nur Substanzen höchster Brauch 
barkeit immer spezielleren Zwecken zugeführt werden. Wir sehen klar, 
daß dieser Kampf in seinem Beginne hauptsächlich als Kampf der Pro 
venienzen gegeneinander sich darstellt, auf den ein Kampf der Substanzen 
untereinander erfolgt. So sehen wir, daß dieser Konkurrenzkampf in 
seinem Gesamtbilde äußerst mannigfaltig und farbenreich für uns er 
scheint, aber in seiner praktischen Betätigung führt er zu den auf assor 
tierten Rohwaren aufgebauten und mit Spezialitäten durchgeführten 
monotonen Prozessen, welche in den Großbetrieben tagtäglich mit der 
pedantischen Regelmäßigkeit eines Uhrwerkes sich ereignen. Die Kom 
bination aller dieser Rohstoffe zum fertigen Produkt erfolgt in den 
gerbereitechnischen und gerbereichemischen Operationen, zu deren Be 
trachtung wir uns nunmehr zu wenden haben.
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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