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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
2.Teil. Die Produktionsprinzipien
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

128 
aber die vegetabilische Gerbung war riesengroß gewachsen, sie hatte 
mächtig übergegriffen in das Gebiet der Feinlederindustrie und sie hatte 
die Weißgerberei bis auf wenige Spezialitäten, wie Leder für Spiel 
warenindustrie, für Musikinstrumente, für billigere Ballschuhe fast 
erdrückt x ). In Kirchhain, einem Hanptsitz der Weißlederindustrie, wo 
noch vor 40—50 Jahren nur weiße Schaffelle hergestellt wurden, sind 
heute nur mehr ein Drittel der ganzen Produktion weißgar, und die 
einschlägigen Adreßbücher der Lederbranche zeigen einen von Jahr zu 
Jahr verfolgbaren Rückgang der Weißlederfirmen. Die vegetabilische 
Gerbung hatte sich immer wieder erneut, die neuauftretenden Speziali 
täten paßten sich in den Rahmen der neuen Bedürfnisse ein, und darum 
gingen die Glace- und besonders die Weißgerberei, welche im Wechsel 
der Zeiten vollkommen unverändert geblieben waren, mehr und mehr 
zurück; es ist erstaunlich, daß trotz der großen Erfinderarbeit, welche 
auch auf diesen Gebieten geleistet worden ist * 2 ), eigentlich nichts für die 
Praxis Bedeutungsvolles abfallen konnte. In den 80er Jahren des 
vorigen Jahrhunderts betrug der Konsum an Leder pro Kopf der Be 
völkerung in England 4,9 kg, in Deutschland 2,4 kg, ähnlich in Frank 
reich, in Rußland 1,4 kg**); diese Zahlen zeigen, daß der Verbrauchs 
koeffizient eines Landes mit steigender Industrialisierung steigt; während 
also der Lederkonsum im Vergleich zum Gesamtkonsum einer Bevölkerung 
sinkt, steigt dieser Konsum pro Kopf der Bevölkerung beim Übergang 
zu intensiveren Formen der Wirtschaft. Es sind das zwei Bewegungen, 
welche nicht miteinander verwechselt werden dürfen. 
Die letzte Phase in jenem schweren Konkurrenzkämpfe der Gerbe 
methoden haben wir aber noch nicht dargestellt; diese wird eingeleitet durch 
den Eintritt der Chromgerberei in das Stadium der tatsächlichen 
Ausübung. Gleich der erste Schritt der Chromgerberei war, wie wir 
gehört haben, die Verdrängung der französischen Chevreaux, also eines 
Hauptproduktes der Glacegerbung, durch die Chromchevreaux vom Ameri 
kanischen Markte. Und nicht nur die Feinlederindustrie wurde durch 
das Chrom und seine Kombinationen in ihrem Absatzverhältnis eingeengt; 
denn der nächste Schritt war die langsame aber sichere Einführung des 
Chroms in die Oberlederindustrie, und von hier aus erfolgte successive 
die Adaptierung der Methode an schwere Häute, so daß sogar die 
Treibriemenindustrie jetzt im großen Umfange Chromleder erzeugt. 
Auch die sämischen Besätze auf Reithosen werden schon, wenn auch 
vorerst noch versuchsweise, aus Chromleder hergestellt; nur das Sohl 
leder ist für Chrommethoden vorerst noch ziemlich unzugänglich. Es ist 
') Vgl. Schuh und Leder 1902, Nr. 33, S. 23 ff. 
2 ) Vgl. 22. Jahresbericht der Deutschen Gerberschule zu Freiberg in Sachsen 1911. 
') Scherzer 1885, S. 334—335.
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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