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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
2.Teil. Die Produktionsprinzipien
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

174 
Ureinwohner Amerikas tatarischer und mongolischer Abkunft, zur Be 
siedelung des Landes über die Behringstraße von dem östlichen Asien 
eingewandert feien 1 ); und die modernen Ergebnisse anthropologischer 
und ethnographischer Untersuchungen stimmen ebenfalls in dem Punkte 
überein, daß zwischen den Bewohnern des östlichen Asiens und den 
Ureinwohnern Amerikas unzweifelhafte Rassenähnlichkeit vorhanden ist. 
Aus dieser ganz auffallenden Übereinstimmung ergibt sich der innige 
Zusammenhang zwischen der aus der Natur eines Volkes entspringenden 
Lebensweise und zwischen allen seinen übrigen wirtschaftlichen Be 
tätigungen. 
Die Sämischgerberei entwickelt sich an verschiedenen, offenbar 
voneinander unabhängigen Stellen, aus der primitiven Fellarbeit. 
Die Rauchgerbung läßt sich erkennen als eine Eigentümlichkeit 
der mongolischen Nomaden in Asien; sie reicht aber auch noch in die 
weiten Territorien Rußlands diesseits des Uralgebirges hinein. So 
bleibt nur mehr ein ziemlich scharf umgrenztes Gebiet übrig, welches das 
südliche Asien und Europa umfaßt. 
Letzteres ist das Gebiet der vegetabilischen oder Lohgerbung, 
freilich anfänglich auch nicht in seinem ganzen Umfange. Die Römer 
kannten zunächst die Gerberei wahrscheinlich noch nicht, sondern sie 
wurden durch die Handelsvermittlung der Juden von Griechenland und 
Asien her mit Leder versorgt^), und von den Griechen der epischen 
Zeit wissen wir, daß ihnen nur eine einfache Form der Sämischgerberei 
bekannt gewesen ist. Auch die gefärbten lydischen Leder der ausgehen 
den homerischen Zeit ch weisen auf Kleinasien hin, und so bleibt ein 
noch kleineres Gebiet übrig, welches sich im wesentlichen von Indien 
oder Jnnerasien bis nach Kleinasien erstreckt und vielleicht auch noch 
das alte Ägypten umfaßt. 
Nur in diesem Gebiete tritt auch die Alaungerberei auf, und damit 
haben wir zunächst ein allgemeines Bild gewonnen über die Verteilung 
der Gerbemethoden auf der Erdoberfläche, welche auf den asiatischen 
Ursprung der Weißgerberei hindeutet. Aus dem lateinischen Worte 
aluta hat man für die spätere Zeit auf die Bekanntschaft der Römer 
mit der Alaungerberei geschlossen, obwohl wir gesehen haben, daß den 
klassischen Völkern echter, reiner Alaun wahrscheinlich nicht bekannt ge 
wesen ist. Selbst zur Zeit des Diocletianischen Ediktes erringen die 
babylonischen Leder (pellis babylonica) noch die höchsten Preise, 400 
bis 500 Denare das Fell^), als Fabrikate aus babylonischem Leder 
0 Brehm 1885, S. 811. 8 ) Heinzerling 1882, S. 2. 
8 ) Riedenauer 1873, S. 141. 
4 ) Mommsen 1893, S. 121; über den Wert des Denars S. 59.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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