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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

292 
Verwendung einer etwas größeren Zahl von Arbeitern: 1 Meister, 
5—8 Gesellen, ja sogar 13 und mehr; so sieht man, wie sich die Manu 
faktur als eine extensivere und intensivere Fortbildung 
des Handwerks entwickelt hat. Wir haben gesehen, daß für viele 
lebensfähige Weiß- und Rotgerbermeister, wie auch für viele Glacegerber 
meister ein Gesellenbestand von 6—8 das normale ist. Fassen wir das 
alles zusammen, so ergibt sich, daß der Produktionsumfang des von den 
Refugics eingeführten „Handwerks" etwa den Umfang der deutschen 
„Manufakturen" des 17./18. Jahrhunderts darstellt, und daß letzterer 
wiederum als Normalgröße der heutigen Handwerker betrachtet tverden 
darf. Betriebe mit 1—5 Hilfsarbeitern, wie dies die Zählung der 
amtlichen Statistik ist, erschöpfen keineswegs, wenigstens soweit die 
Glacegerberei und die Weiß- und Rotgerberei in Frage kommt, den 
Umfang des lebensfähigen Handwerks. Wir werden späterhin bei der 
Betrachtung der Fabrik noch einmal auf diesen Punkt zurückkommen, 
daß nämlich die Zahlenverhältnisse der Hilfskräfte für Handwerk, Fabrik 
und Großbetrieb in einer Umbildung begriffen sind, daß die alten 
Größenverhältnisfe, mit welchen man zu rechnen gewohnt ist, umgewertet 
werden müssen. 
Nachdem der Staat in dieser Weise bahnbrechend vorgegangen war, 
folgten privateManufakturenin reicher Anzahl nach. Ihr Charak 
teristikum ist ebenfalls, wie das schon im Altertum der Fall gewesen 
war Z, hauptsächlich die Beschäftigung einer etwas größeren Zahl von 
Arbeitern; daneben tritt gelegentlich noch, letzteres allerdings haupt 
sächlich für die Lohgerberei geltend, der Eigenbesitz der Stampfe auf; 
dagegen ist Arbeitsteilung zwar nicht unbekannt, aber sie ist systematisch 
in kapitalistischer Tendenz noch nicht streng durchgeführt. 
Einige Beispiele mögen diese Verhältnisse illustrieren. Am 
Anfang des 18. Jahrhunderts wurde einem sich vergrößernden Gerber 
„der vorhabende Anhang zu aptirung eines Lohe-Mühlgens" in seiner 
Lederfabric oder Gerberey nicht gestattet, und wir ersehen aus seinem 
Antwortschreiben, daß ihm die Mißgunst der Gerber diesen abschlägigen 
Bescheid eingetragen hat; denn sie sind der Ansicht, daß er jährlich 
für über 3000 fl. Häute gerbe und den anderen Gerbern vor der 
Hand wegkaufe 2 3 ). Die Kameralisten machten zwar alle möglichen An 
strengungen, den Manufakturen das Bürgerrecht zu verschaffen, sie 
weisen darauf hin, daß sich kapitalkräftige Kaufleute an den Leder 
manufakturen beteiligen müssen 8 ), der Staat soll die Ledermanufakturen 
unterstützen Z, sie weisen auf ausländische Vorbilder hin, so auf eng- 
y Vgl. Speck 1900, Bd. I, S. 249; Bd. II, S. 270; Blümner 1869, S. 64. 
0 Würzburg, V, 2028, Tom. I, 1615—1746. 
3 ) Becher 1759, Bd. II, S. 1373. 4 ) Vgl. Pfeiffer 1780, Bd. I, Einleit, und S. 183 f.
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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