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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

315 
der Gerberei in ihrem Standorte zum Ausdruck bringt, wenn nicht 
sogar heute noch Gerberei und Leimsiederei im gleichen Betriebe ver 
bunden sind i). Um die Wende des 18. Jahrhunderts befanden sich 
die Leimsiedereien in den Orten starker Ledermanufaktur, so in Sachsen 
in den Orten Görlitz und Bautzen 2 ), 1845 war in Württemberg eben 
falls die Leimfabrikation hervorragend in Reutlingen, Metzingen, Calw, 
Göppingens, und 1849 waren in Preußen 133 Leimsiedereien vor 
handen, davon 37 in den Bezirken Köln, Düsseldorf und Arnsberg, 36 
in der Provinz Sachsen, 21 in der Provinz Brandenburgs); daraus 
ersieht man, daß auch Rotgerbereien Anlaß zu Hauptsitzen von Leim 
lederfabrikation werden können. 
Trotz des Übergangs zum Knochenleim wird der inländische Leim 
bedarf weder von den inländischen Leimfabriken noch von den inlän 
dischen Haut- und Knochenabfällen vollständig gedecktes. Daher finden 
eine ganze Reihe moderner Bestrebungen, auch gegerbte Hautabfälle, ja 
sogar chromgares Leder wieder in Leim überzuführen, in einer Reihe 
von Patenten ihren Ausdruck °). Die deutsche, besonders württem- 
bergische Leimfabrikation hat sich in der ersten Hälfte des vorigen 
Jahrhunderts unter der Konkurrenz der französischen, auf rationelleren 
wissenschaftlichen Methoden aufgebauten Leimfabrikation, so wie unter 
dem Einfluß der französischen Zollpolitik nur langsam entwickelt 7 ), und 
erst der allgemeine Aufschwung in Deutschland in der zweiten Hälfte 
des 19. Jahrhunderts stellte auch die deutsche Leimlederindustrie auf 
einen solideren Boden und hat sie zu einer beachtenswerten Größe 
heraufgeführt. 
Aber mit der dadurch bewirkten Trennung der Leimfabrikation 
von der Gerberei sind die Leimfabrikanten die fast alleinigen Ab 
nehmer des Leimleders geworden, und die Gerber sind die fast 
alleinigen Lieferanten des Ausgangsmateriales der Lederleimfabrikation. 
Die dadurch entstandene gegenseitige Monopolstellung hat nicht verfehlt, 
ihre Folgen zu zeitigen. Das Leimleder wird sehr häufig naß ver 
sandt, es wird nach dem Gewicht verkauft, und der Gerber ist den 
Leimfabrikanten oder Händlern in diesen Fällen ziemlich in die Hand 
gegeben, weil er bei Nichtakzeptierung unberechtigter Anstände an einer 
eben abgegangenen Ladung das feuchte Leimleder durch Rücksendung 
oder Einlagerung dem Verderben aussetzt; daher befindet sich der Gerber 
9 Schuh und Leder 1897, Nr. 42, S. 29. 2 ) Rößig 1803, Bd. II. 
3 ) Mahl 1845, S 576. 4 ) A. London 1853, S. 463. 
6 ) Vgl. Dämmer 1911, Bd. III, S. 940ff.; Jörisscn 1909, S. 304. 
°) Vgl. Zeitschrift für Angew. Chemie 1808, Si 2425; Allgem. Produkten- 
zcitung 1912, S. 1070; Dämmer 1911, Bd. III, S. 940f. 
7 ) Mohl 1845, S. 576.
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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