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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

344 
Wenn wir die Forderung einer bestimmten örtlichen Lage der 
Gerbereien wenigstens im deutschen Handwerk historisch ausfassen 
wollen, so können wir zurückgehen bis auf die Fronhöfe der Karolingerzeit. 
Es wurde schon darauf hingewiesen, daß gerade die Lederarbeiter dieser 
Fronhöfe im Vergleich zu den anderen Handwerkern in verhältnismäßig 
großer Zahl vorkommen, und daß gerade sie das entscheidende Beispiel 
abgeben können, ob Verwaltungsmaßnahme oder freier Assoziationstrieb 
zur Bildung von räumlich konstatierbaren Handwerkerorganisatiouen 
schreiten; wir haben gesehen, das war nirgends der Fall. Nun gibt 
uns die Betrachtung der örtlichen Lage ein zweites Prüfungsmittel an 
die Hand: Nicht bloß auf Grund einer irgendwie gearteten Organisations 
bestrebung, sondern auch auf Grund ihres übelriechenden, unsauberen 
Handwerks, welches noch dazu durch gemeinsamen größeren Wasser 
bedarf die Forderung zur räumlichen Konzentration in sich trägt, sollte 
man in der Lage der Gerbereien eine besondere Berücksichtigung finden. 
Der Bauriß von St. Gallen aus dem Jahre 830 enthält die Werk 
stätten der Lederarbeiter eingefügt um die viereckigen Höfe, genau so, 
wie die der übrigen Handwerker, und ohne daß eine besondere Be 
rücksichtigung ihres Handwerksbedürfnisses oder einer hygienischen Maß 
nahme auch nur irgendwie erkennbar wäre Z. 
So sehen wir, rein unter dem Gesichtspunkte historischen Werdens, 
daß auch die Lage der Gerbereien sich geschichtlich verfolgen läßt in 
der Weise, daß erst das 19. Jahrhundert eine Ausscheidung dieser und 
ähnlicher Gewerbekategorieen vorgenommen, und daß es deren Ab 
sonderung von den übrigen Wohnverhältnissen auf Grund bestimmter 
Forderungen der Rücksichtnahme oder der Hygiene bewirkt hat. Diese 
Bestimmungen und Zusatzbestimmungen der Gewerbeordnung hier ab 
zudrucken wäre eine unnötige Wiederholung, da sie allgemein bekannt sind. 
Haben wir so die Frage des lokalen Ausschlusses der Gerbereien 
aus der Wohngemeinschaft der Menschen behandelt, so müssen wir nun 
mehr versuchen, uns ein Bild vom topographischen Eingefügtsein der 
Gerbereien innerhalb der größeren wirtschaftlichen Territorien zu machen, 
in welchen die Gerbereien als Organe zur Befriedigung eines bestimmten 
wirtschaftlichen Bedürfnisses auftreten; wir wollen versuchen, uns ein 
Bild zu machen vom Standort dieses Gewerbes. 
8 35. Der Standort der Weitzgerbereien. 
Der Standort eines Gewerbes ist das historische Ergebnis der 
Wanderung seiner Produktionsprinzipien nach den in Kap. 6 dargelegten 
Bewegungsformen und Grundsätzen. 
>) Vgl. Mummenhoff 1901, S. 12; Keutgen 1903, S. 25/Keller 1844.
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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