Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

93 
gekehrt kann ein Staat Geld billig bekommen, weil der Gläubigerstaat dessen 
Absichten fördern will. Der Gläubigerstaat kann sich dabei gewisse Rechte 
ausbedingen, die politisch von größter Bedeutung sind. Es kommt übrigens 
nicht nur auf die Rechte an, sondern auch auf mannigfache tatsächliche Be 
ziehungen. Der Dreibund entstand zum Teil, weil Bismarck die Entstehung 
eines französisch-russischen Bündnisses voraussah. Das Ergebnis des fran 
zösisch-russischen Bündnisses war, daß Rußland vom deutschen Markte er 
heblich unabhängig wurde. Rußland hat eine Art Anleiheallianz gesdilossen. 
Dafür haben sich die Franzosen mehrfach um russische innere Angelegen 
heiten gekümmert, insbesondere haben sie die militärischen Vorkehrungen gegen 
Deutschland und Österreich-Ungarn einer Inspektion unterworfen, hat doch 
Rußland einen Teil der Anleihen nur deshalb zu günstigen Bedingungen bekommen, 
weil Frankreich durch die Kreditgewährung gewissermaßen gegen Deutschland 
rüstete. Ebenso, wie der befreundete Staat die Aufnahme einer Anleihe fördert, 
ebenso erschwert sie der politisch abgeneigte. Als Rußland 1906 in Deutsch 
land eine Anleihe aufnehmen wollte, erklärte die deutsche Regierung dem 
Berliner Bankhaus, welches die Sache machen sollte, daß sie diese Anleihe 
nicht für angezeigt halte. Als aber bekannt wurde, daß einige Banken durch 
Strohmänner und auf Umwegen an der russischen Anleihe teilnehmen wollten, 
die in Frankreich aufgenommen wurde, da setzte die deutsche Regierung ihre 
Autorität dafür ein, daß dies unterblieb. Die Banken sind in mehr als einer 
Richtung von den Regierungen abhängig, so daß sie einen Wunsch derselben, 
wenn 'er mit genügendem Nachdruck vorgebracht wird, zu berücksichtigen pflegen. 
Wir sehen, daß die Regierungen in erheblichem Ausmaß die Geld- und 
Kreditbewegungen beeinflussen können. Man darf aber diese Beein 
flussungsmöglichkeit nicht üjberschätzen. So wurde z. B. der 
russisch-japanische Krieg von russischer Seite zum Teil mit japanischem Gelde 
geführt. Die Japaner hatten eine Schuld an die Vereinigten Staaten abzu 
zahlen. Die Vereinigten Staaten dagegen hatten an Frankreich eine Quote zu 
zahlen, die aus der Übernahme des Panamakanals herrührte. Als diese Gelder 
in Paris ankam ein, wurde eben die russische Anleihe begeben, die so einen 
günstigen Absatz fand. 
Es wäre sehr lehrreich, die Möglichkeiten übersichtlich zusammenzustellen, 
welche einem Staat zur Verfügung stehen, um den Kreditmarkt zu beeinflussen. 
Wir haben erwähnt, daß ein Staat seine Bürger verhindern kann, einem anderen 
Staat etwas zu leihen., (Es kann auch der umgekehrte Fall Vorkommen. Der 
Staat kann seine Bürger verhindern, aus dem Auslande in irgend einer Form 
Geld für Betriebe hereinzubringen. In den neunziger Jahren des XIX. Jahr 
hunderts verbot die japanische Regierung, daß Aktien von Eisenbahnen, Banken 
und industriellen Unternehmungen von Ausländern erworben würden. Man, 
wollte offenbar verhindern, daß die inländischen Unternehmungen in fremde 
Abhängigkeit geraten. Ähnliches kann auch bei Schuldenaufnahmen Vorkommen. 
Wir sehen, daß die Regierungen heute dahin streben, die Kreditverhältnisse 
entscheidend zu beeinflussen. 
Da Anleihen auf lange Zeiträume aufgenommen werden, ist das Risiko 
nicht gering. Ganz abgesehen von der wechselnden Zahlungsfähigkeit eines 
Staates, ändert sich der Zinsfuß und die Kaufkraft des Geldes in längeren 
Zeiträumen recht bedeutend. Ist das Risiko groß, so muß die Regierung meist 
eine höhere Verzinsung bewilligen. Sie kann aber den Absatz der Anleihe auch 
durch Privilegien erleichtern, indem sie z. B. verfügt, daß bei Kautionen die 
Anleihen zum Nominale angenommen werden, oder daß bestimmte Gelder 
ganz oder zum Teil in Renten angelegt werden müssen. Freilich wird auf 
diese Weise der Industrie und Landwirtschaft nicht selten Geld entzogen. 
Wenn die Regierung eine Anleihe emittiert hat, ist sie zunächst am Kurs 
stand der Anleihen nicht immer interessiert, am meisten dann, wenn sie neue 
Anleihen beabsichtigt. Es kommt nicht selten vor, daß sie Banken beauftragt, 
den Kurs der Anleihen zu halten. Dies geschah z. B. während des russisch-japa 
nischen Krieges seitens Rußlands. Die russischen Renten waren zuweilen 
geringeren Kursschwankungen ausgesetzt, als die Renten anderer Staaten, weil 
einige Bankhäuser eingriffen. Man könnte nun meinen, daß dies Kurshalten
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Durch Die Kriegswirtschaft Zur Naturalwirtschaft. Verlag von Georg D. W. Callwey, 1919.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

Which word does not fit into the series: car green bus train:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.