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Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

127 
den Japanern längs der russischen Küste Fischfangrechte eingeräumt, um die 
fast ein neuer Krieg heraufbeschworen worden wäre. Die Russen haben keinen 
so entwickelten Fischfang, wie die Japaner, welche die Fische nicht nur als 
Nahrungsmittel, sondern auch zur Düngung verwenden. Der Fischfang ist 
daher von großer Bedeutung für Japan. Derartige Beispiele ließen sich leicht 
vermehren. 
2. Beute und sonstige Kriegs erfolge. 
Daß durch Okkupation und Schaffung von Interessensphären der siegreiche 
Staat seinen Bürgern erhebliche Vorteile verschaffen kann, haben wir zur Ge 
nüge gesehen; das ist auch im allgemeinen bekannt. Weniger klar pflegt man 
sich darüber zu sein, daß kriegerische Erfolge oder militärische Pressionen 
auch unmittelbar dazu führen können, daß Gegenstände dem Feinde weg 
genommen werden oder er zu konkreten Handelsgeschäften gezwungen wird. 
Daß es in einem Kriege nicht ohne Beutemachen abgeht, ist leicht begreiflich. 
Die Seele der Menschen wird durch den Krieg wesentlich 
umgewandelt und aus allen Kriegen können wir mehr oder weniger krasse 
Fälle von Beutemachen zusammenstellen. Aber dieses Beutemachen der Sol 
daten verbleibt in verhältnismäßig engen Grenzen, zumal ihm schon um der 
Disziplin willen entgegengewirkt werden muß. Anders steht es aber mit der 
Wegnahme von Waren, Schiffen usw. in großem Maßstabe. Daß derlei in sol 
chen Dimensionen möglich ist, daß man den Gegner dadurch empfindlich zu 
schädigen vermag, ist heute vielfach vergessen, weil seit den Napoleonischen 
Kriegen, in denen diese Methoden reichlich zur Anwendung kamen, bald 
hundert Jahre vorüber sind. In welcher Weise z. B. die Engländer vor hundert 
Jahren operierten, zeigt Tabelle XXIX, die ich dem trefflichen Werk von 
Peez und Dehn entnehme. Wir sehen aus derselben, daß die Engländer 
Tabelle XXIX. 
Von den Engländern weggenommene und in ihre Flotte eingestellte Schiffe. 
1801 
1802 
1803 
1804 
1805 
1806 
2800 
2800 
2300 
2500 
2500 
2600 
1807 
1808 
1809 
1810 
1811 
1812 
2800 
3200 
3500 
3900 
4000 
3900 
jährlich etwa 3000 Schiffe weggenommen haben, in zwölf Jahren also 
ungefähr 32 000, das ist siehr viel, selbst wenn die kleinsten gekaperten 
Segelboote in diese Ziffer mit eingeschlossem sind. Mit solchen Vor 
kommnissen, vielleicht in noch größerem Maßstabe, muß 
man im Weltkriege der Zukunft rechnen. Wenn die Engländer 
Gelegenheit dazu finden, werden sie die großen Dampfer der Hamburg-Amerika- 
Linie möglichst rasch in ihre Hand zu bekommen suchen. Eine derartige Kaperung 
ist umso naheliegender, als die meisten großen Dampfer ihre eigene Kriegsbe 
stimmung haben, also einen Teil der Kriegsflotte bilden dürften. 
Die Engländer haben ebenso wie andere Staaten immer jene Bestimmungen 
des Seekriegsrechtes anerkannt, die ihnen den meisten Vorteil brachten. Daß 
sie diesen Standpunkt einnehmen, kann man aus allen öffentlich geführten Ver 
handlungen über diesen Gegenstand entnehmen. 1778 vertraten die Engländer 
die Anschauung, die neutrale Flagge decke die Ware nicht. Erst nach dem 
Krimkriege wurde diese Bestimmung abgeändert. Aber wenn auch die Tendenz 
da ist, im Seekriegsrecht möglichst viele neutrale Positionen anzuerkennen, so 
wird doch schließlich immer derjenige, welcher die Seemacht hat, auch das 
Seerecht bestimmen. 
Aber auch die Wegnahme von Warenlagern muß man erwarten, 
selbst wenn dadurch die Neutralität und das Völkerrecht verletzt werden sollten. 
Es wäre ja ein großer Fortschritt auf dem Gebiete der internationalen Organisation,
	        

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Durch Die Kriegswirtschaft Zur Naturalwirtschaft. Verlag von Georg D. W. Callwey, 1919.
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