Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

193 
Regierung an eine andere Regierung Waren liefert und von ihr Waren 
erhält, sei es, daß die Regierungen die Waren selbst erzeugen und verbrauchen, 
oder aber von Privaten geliefert bekommen und an Private abgeben. Es kann 
aber der Kompensationsverkehr auch in der Weise vor sich gehen, daß die 
Regierungen nur über die Ausfuhr und Einfuhr von Waren durch private Unter 
nehmungen Abmachungen treffen. Derartige Verträge sind den Kontingent 
abmachungen verwandt, wie sie schon vor dem Kriege bestanden haben. 
So war ein Viehkontingent festgesetzt, welches rumänische Exporteure nach 
Österreich-Ungarn bringen durften. Die Zuckerkonvention kannte ein Export 
kontingent. Während es sich aber damals im allgemeinen um JVlaximalkontingent- 
rechte handelte, stehen heute die Minimalkontingent pflichten im Vorder 
grund. Die beteiligten Staaten verpflichten sich vor allem, bestimmte Waren 
mengen zu liefern, die Lieferung zu gestatten oder zu fördern. Die Festsetzung 
solcher Kontingente spielte während des Krieges eine große Rolle. 1915 erhielt 
Österreich-Ungarn Lebensmittel aus Italien, während es selbst Holz ausführte ; 
1916 lieferte England an Spanien Kohle und empfing dafür Erze. Die gegen 
seitige Gewährung von Ausfuhrerlaubnissen hat begreiflicherweise dazu geführt, 
daß die Organisation der Ausfuhr zum Teil vor allem im Interesse der Einfuhr 
erfolgt ist. Holland schuf einen Ausfuhrtrust in diesem Sinne, ebenso hat 
die Türkei ihre Ausfuhrkommission nicht zuletzt im Interesse der Einfuhr ein 
gerichtet. Diese Verknüpfung der Einfuhr- und Ausfuhrorga 
nisation ist besonders beachtenswert. 
In welcher Weise die verschiedenen Ausfuhr- und Einfuhrerlaubnisse von 
einander abhängig gemacht werden können, mag ein Beispiel zeigen. 
Deutschland verbot die Einfuhr von Fein webwaren über eine bestimmte Menge 
aus der Schweiz. Die Schweiz, welche ein besonderes Interesse daran hat, die 
hoch im Preise stehenden Feinwebwaren abzusetzen, antwortete mit einem 
Verbot auf die Ausfuhr von Qrobwebwaren, die Deutschland notwendig brauchte. 
Schließlich einigte man sich dahin, daß Deutschland die Ausfuhrerlaubnis der 
Schweiz bezüglich bestimmter Jahresmengen von Qrobwebwaren durch die Ein 
fuhrerlaubnis bezüglich bestimmter Mengen von Fein web waren erkaufen müsse. 
4. Der Kompensationsverkehr im Rahmen 
der Wirtschaftsordnung. 
Alle angedeuteten Maßnahmen, welche im vorstehenden nur in Umrissen 
und an wenigen Beispielen erörtert wurden, setzen grundsätzlich eine gewisse 
Kontrolle der Aus- und Einfuhr im Rahmen der Gesamt 
wirtschaft voraus. Diese Kontrolle kann sich auf eine staatliche Er 
fassung der Produktion, des Verbrauchs und der Vorratsbildung beschränken und 
im übrigen nur die Ausfuhr und Einfuhr betreffen, sie kann aber auch weiter 
gehen und mit einer Bewirtschaftung bestimmter Waren verknüpft sein, 
was heute etwa vom Getreide gilt. Die Bewirtschaftung wieder kann sich 
lediglich auf Verfügungen bezüglich Produktion, Verkehr und Verbrauch erstrecken, 
oder sie kann zu einer zentralisiert geleiteten Produktion und Einlagerung, also 
zu einer technisch zentralisierten Organisation führen. Welche Zwecke diese 
Zentralisation der Kontrolle und Bewirtschaftung im einzelnen verfolgt, kommt 
für die Hauptfrage nicht weiter in Betracht. Sie kann zum Beispiel dazu dienen, 
die Luxusproduktion einzuschränken, um die Notbedarfsproduktion entsprechend 
zu fördern. Es kann auf diese Weise auch erreicht werden, daß nicht einige große 
kaufkräftige Firmen gewisse Rohstoffe allein in die Hand bekommen und kleinere 
Betriebe stillgelegt werden, wobei möglicherweise die erwähnten Rohstoffe 
von den großen Firmen zunächst nicht einmal verbraucht werden können. 
Die Kontrolle des Kompensationsverkehrs kann sich zunächst ausschließlich 
auf die exportierten Quantitäten beziehen, indem Ausfuhr- und Einfuhr 
erlaubnisse nur in bestimmtem Umfang bewilligt werden. Zu dieser Quantitäts 
kontrolle kann die Devisenkontrolle treten, die in gewissem Sinne eine 
wesentliche Ausdehnung der Beeinflussung bedeutet. Es können an die Abgabe 
von Devisen die verschiedensten Bedingungen gestellt werden, wie dies ge 
legentlich devisenpolitischer Maßnahmen in Friedenszeiten auch geschehen ist. 
lA
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Durch Die Kriegswirtschaft Zur Naturalwirtschaft. Verlag von Georg D. W. Callwey, 1919.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

How many grams is a kilogram?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.