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Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

206 
die Riesenbetriebe Amerikas innerhalb ihrer Betriebsorganisation feiner durch 
gebildet sind, so gehen sie doch grundsätzlich auf ein Maximum des Rein 
gewinnes aus, während die Kriegführung das ganze Volk einem Zweck unter 
ordnet. Daß freilich die tatsächliche Durchführung der Kräfteausnützung in 
folge mangelnder Durchbildung der Methoden und unseres Denkens noch im 
Anfangsstadium steht, muß man immer im Auge behalten. 
Wir beginnen mit vieler Mühe und Sorgfalt, unter den Gesunden, aber 
auch unter den Kriegsbeschädigten die für vorhandene Berufe und Organisa 
tionsformen geeigneten Menschen herauszusuchen, und diese Strömung dürfte 
sich nach dem Kriege mächtig entfalten. Läge es nicht im Interesse einer 
weitblickenden Kulturpolitik, diese Bestrebungen mit umfassenderen zu 
verbinden, welche die bewußte Lebensgestaltung auf den ganzen gesellschaft 
lichen Körper ausdehnen? Es würde so für die fraglichen Bestrebungen die 
Teilnahme vieler gewonnen werden, welche jetzt noch vielfach vor Industriali 
sierung und Amerikanisierung zurückschrecken. All das wird aber vermieden, 
wenn wir auch das ,,umgekehrte Ta y 1 o r s y s t e m“ anwenden, welches 
nicht, wie das bisher übliche Taylorsystem, darauf aus ist, mit den Berufen 
als etwas Gegebenem zu rechnen, sondern die Menschen in den Vorder 
grund rückt und nun die möglichen Berufe und Organisationsformen darauf 
hin prüft, wie sehr sie den Menschen, wie wir sie vorfinden, entsprechen. 
Vielleicht sind die vorhandenen Berufe und Organisationsformen für die Men 
schen nicht ausreichend geeignet, vielleicht müßten zur Erreichung des vollen 
Menschentums zum Zweck der besten Ausnützung aller Kräfte für die jeweils 
erstrebten Ziele neue Berufsformen, neue Organisationsformen geschaffen 
werden ! 
Vor dem Weltkrieg wurden alle von der Gegenwart derart gefangen ge 
nommen, daß Betrachtungen über die Wirtschaftsform eines Weltkrieges kaum 
beachtet wurden. Nun hat eine solche Fülle von Veränderungen sich angebahnt, 
daß jedermann sich mit der Zukunft beschäftigt. Dadurch, daß man sich die 
nächste Zukunft mehr oder weniger erfreulich ausmalt, glaubt man nun eine 
größere Freiheit des Urteils erworben zu haben. Es besteht aber neuerlich 
die Gefahr der Beengung. Um uns von ihr zu befreien, sollten wir auch an 
die übernächste Zukunft denken. Vielleicht hilft uns dies, 
die nächste Zukunft fruchtbarer zu gestalten. 
Die Verkehrswirtschaft hat die Menschen von zahllosen Bindungen lokaler 
Art erlöst und ihnen eine weitgehende Entschlußfreiheit gegeben, anderseits 
hat sie solche Marktbedingungen geschaffen, daß die Einzelnen auf Grund 
ihres freien Entschlusses sich zu einer Lebensform verstehen mußten, d i e 
für die Mehrzahl grundsätzlich gleicher Art war und auf 
die unterschiedlichen Neigungen und Anlagen nur in geringem Maße Rück 
sicht nahm. Nur einem Teil der Menschen war diese Lebensform, die von 
jedem erhebliche Einsicht in die Folgen seines Tuns, Ellbogenbenützung usw. 
fordert, angemessen. Ein Teil beugte sich notgedrungen unter das Joch. Eine 
dritte Gruppe konnte ihre Fähigkeiten überhaupt nicht recht verwerten ; wäh 
rend der mächtig rauschende, gleichmacherische Strom die andern mit sich 
forttrug, wurden hier Menschen an den öden Strand geworfen, wo sie kümmer 
lich dahinlebten. 
Die Epoche der freien Verkehrswirtschaft, deren Ausklingen wir miterleben, 
ging von dem öffentlich anerkannten Streben nach einem möglichst großen 
Reingewinn aus. Das führte eben nicht zu einer Ausnützung aller Kräfte. 
Und wenn auch der einzelne Unternehmer innerhalb seines Betriebes in Bezug 
aut die Reingewinnerhöhung rationell verfuhr, so folgte daraus noch nicht, daß 
die Lebensordnung der freien Verkehrswirtschaft als Ganzes ebenfalls rationell 
verfuhr. Das Vordringen der Verwaltungswirtschaft, welche 
teils auf staatlichen und halbstaatlichen Stellen, teils auf privaten Verbänden 
fußt, erklärt sich unter anderem daraus, daß man jetzt eine vollständigere Ver 
wendung aller Kräfte, eine Beseitigung der Unterbenützung und Nichtbenützung 
von Fähigkeiten anstrebt. Diese natural wirtschaftlich gerichtete Verwaltungs 
wirtschaft, welche sich wohl ebensowenig vollständig wie die geldwirtschaftlich 
gerichtete Verkehrswirtschaft durchsetzen wird, neigt, wie es scheint, dazu.
	        

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Durch Die Kriegswirtschaft Zur Naturalwirtschaft. Verlag von Georg D. W. Callwey, 1919.
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