Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

207 
aut Grund zentralistischer Maßnahmen eine gewisse gleichartige Gestaltung 
der Wirtschaftsorganisation zu fördern. Die g le ich mache rische Ten 
denz der freien Verkehrs Wirtschaft würde so durch eine 
gleichmacherische Tendenz der Verwaltungswirtschaft ab 
gelöst werden. Hier wie so oft wohnt dem sich stürmisch entfaltenden 
Rationalismus zunächst ein Hang zur Gleichmacherei inne. Die, wenn auch 
nicht erhebliche, Zahl derer nimmt in bezeichnender Weise zu, die sich mit 
den Grundsätzen eines militarisierten Arbeitsstaates abfinden wollen, wie ihn 
Po p p e r - L y n k e u s („Die allgemeine Nährpflicht“) vorschlägt. 
Es ist übrigens sehr begreiflich, daß man eine allgemeine Gleichartigkeit 
der Lebensgestaltung nicht ungerne hinnimmt, wenn gleichzeitig eine 
Verbesserung aller Lebens Verhältnisse eintritt. Wenn die Ver 
waltungswirtschaft mit ihren Verbänden der Erzeuger, Verbraucher, mit ihren 
staatlich kontrollierten Banken, mit ihren Staatsmonopolen usw. wirklich die 
Kräfte besser nützt, die Arbeitslosigkeit beseitigt, Krisen unmöglich macht und 
das Massenelend verringert, so wird es wohl einige Zeit brauchen, bis sich 
eine einschneidende Kritik gegen die Gleichförmigkeit der Lebensgestaltung 
wendet. Aber der Wunsch nach dem Nebeneinander ver 
schiedener Lebens- und Organisationsformen dürfte sich 
dann so kräftig wie vielleicht noch nie geltend machen, 
und es wäre nicht ausgeschlossen, daß die der Mannig 
faltigkeit der Menschen an gepaßte Mannigfaltigkeit der 
Lebensformen ge*rade ein Kennzeichen der übernächsten 
Zukunft würde. 
Der Weltkrieg arbeitet nun auch dieser übernächsten Zukunft vor. Viele 
überlieferte Formen sind zerstört, Wünsche entgegengesetztester Art sind rege 
geworden. Daß davon nur eine Gruppe siegen sollte, ist heute weniger 
wahrscheinlich als früher, weil der Gedanke an die Gleichberechti 
gung verschiedener Lebensformen sich durchsetzt, zum Teil ein 
Ergebnis jener skeptischen Lebensanschauung, welche ein Kind des Rationalis 
mus ist. Soweit diese Anschauung aufbauend wirkt, bemüht sie sich, mög 
lichst vielen Lebensformen gleichzeitig das Dasein zu erleichtern, wie sie ja 
auch den Versuch macht, verschiedenen Nationalitäten innerhalb desselben Ver 
bandes ein vollentfaltetes Kulturdasein zu schaffen. 
Die Mannigfaltigkeit der Wünsche macht sich in verschie 
denster Weise geltend, wenn wir ganz von dem Bestreben nach einer Ver 
ringerung der Lasten absehen. Viele Menschen würden z. B. lieber drei Viertel 
des Jahres als Industriearbeiter, ein Viertel als Landarbeiter tätig sein, statt 
ununterbrochen in der Fabrik zu leben. Andere wieder, welche sich beruflich 
weiterbilden möchten, würden Halbtagarbeit mit Halblohn annehmen, wenn sie 
derlei bekommen könnten. Es gibt Lehrer, welche in ihrer Wirksamkeit ge 
winnen würden, wenn sie etwa jedes fünfte Jahr in einer Verwaltung ver 
wendet würden. Alle solchen Möglichkeiten sind stellenweise verwirklicht, 
aber auch nicht infolge allgemeiner Grundsätze, sondern meist nur infolge 
zufälliger Umstände. 
Wie wir auch das Ziel des gesellschaftlichen Planes abgrenzen wollen, 
so läge es jedenfalls im Interesse des Volkswohlstandes und der Volksgesund 
heit, die Berufe und deren Organisation derart zu gestalten und zu verteilen, 
daß die gegebenen Menschentypen am besten verwertet werden können. Viel 
leicht ergäbe eine Überprüfung der vorhandenen Berufe und Organisations 
typen, daß sie die gegebenen Menschenkräfte nicht recht ausnützen. Hat man 
bisher gefragt, welche Menschen am geeignetsten sind, bestimmte Stellen in 
gegebenen Organisationsformen auszufüllen, so erhebt sich nun die umgekehrte 
Frage, welche Organisationsformen und Berufe am geeig 
netsten wären, die vorhandenen menschlichen Fähigkei 
ten und Kräfte zu nutzen. 
Schon vor dem Kriege wurde gelegentlich (Sigfried Kraus, Über das Be 
rufsschicksal Unfallverletzter. Cotta) darauf hingewiesen, daß wir in den 
Landstreichern, Hausierern und den Angehörigen vieler anderer Minderberufe, 
welche von Invaliden und Mindertauglichen aufgesucht werden, Menschen vor
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Durch Die Kriegswirtschaft Zur Naturalwirtschaft. Verlag von Georg D. W. Callwey, 1919.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

How many grams is a kilogram?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.