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Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

224 
Ist es unverständlich, wenn die Arbeiterschaft, welche seit langem weiß, 
wie die plötzliche Einführung des Maschinensystems gewirkt hat, der modernen 
Arbeitstechnik, der modernen Betriebstechnik, all dem, was man als Taylo 
rismos bezeichnet, mit dem allergrößten Mißtrauen gegenübersteht ? Wie 
einst bloße Kenner der Maschinentechnik deren Segen für die Menschen priesen, 
ohne die verderblichen Eigentümlichkeiten der überlieferten Lebensordnung ge 
nügend zu berücksichtigen, so verkünden heute viele Kenner der Arbeits 
und Betriebstechnik ein glückliches Zeitalter, das mit der Durchführung der 
neuen Methoden anheben werde. Immer wieder erzählen uns die Anhänger 
Taylors von den großen Gewinnen, welche die Fabriken erzielen, welche das 
Taylorsystem einführen, von den Lohnerhöhungen, die sie ihren Arbeitern 
zahlen, und übersehen, daß all diese Vorteile jiicht zuletzt darauf beruhen, daß 
die Fabriken, welche zuerst die Neuerungen einführen, eine Art Monopol 
stellung einnehmen. Sie können um so leichter den Arbeitern höhere 
Löhne zahlen, als sie systematisch die geeignetsten Arbeiter aus der Fülle 
des Angebots aussieben und den anderen Fabriken den weniger geeigneten 
Rest lassen. Eine plötzliche allgemeine Einführung des Taylorsystems könnte 
beim Weiterbestehen der freien Verkehrs Wirtschaft eine 
ähnliche Katastrophe, wie seinerzeit die Einführung des Maschinensystems, zur 
Folge haben. Wie lange wird es noch dauern, bis die Kenner der Arbeits- und 
Betriebstechnik ausreichende Einsicht in die Gesellschaftstechnik, die Kenner 
der Gesellschaftstechnik ausreichende Einsicht in die Arbeits- und Betriebs 
technik besitzen? 
Die Lücke, die hier klafft, muß bald gefüllt werden. Die Verwüstungen 
des Krieges, die Notwendigkeit des Wiederaufbaues drängen zu einer weitgehenden 
Taylorisierung, und es besteht die Gefahr, daß ein Mißerfolg gesellschaftlicher 
Art das ganze System auf lange hinaus in Mißkredit bringen kann. Nur wenn 
die Arbeiter selbst in ihrem eigenen Interesse, weil sie davon Verkürzung ihrer 
Arbeitszeit oder andere Verbesserungen ihrer Lebenslage erwarten, für die 
Taylorisierung eintreten, kann sie heute eingeführt werden. Wir wissen ja, 
wie sich bisher die Arbeiterverbände gegen technische Neuerungen vertrags 
mäßig zu sichern suchten, wie in England gewisse rationellere Arbeitsweisen 
auf Kriegsdauer nach langen Verhandlungen unter der Bedingung zugelassen 
wurden, daß nach dem Kriege wieder unrationeller gearbeitet wird. Die 
Einführung arbeits- Und betriebstechnischer Neuerungen setzt die Einführung 
gesellschaftstechnischer Neuerungen voraus. Das bedeutet aiber nicht, daß man 
mit der methodischen Ausgestaltung der Arbeits- und Betriebstechnik warten 
muß. Im Gegenteil, es würde sich empfehlen, die noch vorhandene kurze Spanne 
Zeit bis zur allgemeinen Einführung der modernen wissenschaftlichen Betriebs 
organisation zu einem wissenschaftlichen Ausbau aller einschlägigen Fragen zu 
verwenden, ohne in irgendeiner Weise Partei zu ergreifen. Ein Maschinen 
techniker unserer Tage kümmert sich in seinem Konstruktionsbureau auch 
nicht um die gesellschaftlichen Wirkungen, welche die von ihm gebaute Maschine 
ausüben wird, er beantwortet bestimmte an ihn gestellte Fragen. In gleicher 
Weise kann man aber auch Arbeits- und Betriebstechnik betreiben. 
Man kann eine Arbeit auf ihre Leistung hin untersuchen, ebenso aber 
auch feststellen, wie sie auf Gesundheit und Behagen des Arbeiters 
einwirkt. Tun wir denn nicht das gleiche auf dem Gebiete der Maschinentechnik? 
Wir konstruieren ja nicht nur Maschinen, welche bloß besonders viel leisten, 
sondern ebenso Maschinen, welche dabei möglichst wenig Staub erzeugen, 
Maschinen, welche dabei möglichst wenig Lärm verursachen. Die Gewerbe 
hygiene umfaßt unter anderem einen Teil der Maschinentechnik, der darauf abzielt, 
die Gesundheit und das Behagen des Arbeiters zu erhöhen. Nichts wäre nahe 
liegender als die Schaffung einer wissenschaftlichen Forschungs 
anstalt für Arbeits- und Betriebstechnik, welche diesen Fragen 
ihr Augenmerk zuzuwenden hätte, ohne dabei nach irgendeiner Richtung einen 
einseitigen Interessenstandpunkt vertreten zu müssen. 
Die nächste Arbeit wäre es dann, die Gesellschaftsordnungen zu füiden, 
mit deren Hilfe bestimmte Formen der Arbeits- und Betriebstechnik, welche 
Leistung, Gesundheit und Behagen gleichzeitig berücksichtigen, erfolg-
	        

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Durch Die Kriegswirtschaft Zur Naturalwirtschaft. Verlag von Georg D. W. Callwey, 1919.
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