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Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

15 
225 
reich cingeführt werden können. Ist es h^end jemandem zweifelhaft, daß die Be 
antwortung dieser Fragen jeden Techniker aufs äußerste interessieren muß? Aber 
nicht nur hier, wo es sich um Menschen handelt, führen uns die modernsten 
Bestrebungen aus dem Gebiete der Technik in das Gebiet der Wirtschaft, 
Die Bemühungen, technische Vereinheitlichungen durdhzu- 
führen, sind ebenfalls wirtschaftlicher und gesellschaftstechnischer Art. Es 
handelt sich um eine vorwiegend technische Fragestellung, so lange man aus 
den zahllosen Formen der Schrauben und Automobilbereifungen die zweckmäßig 
sten aussondert. Wir gehen aber bereits ins wirtschaftliche Gebiet über, wenn 
wir unter gleich guten Formen eine als Typus auswählen, um so unnützen Kraft 
aufwand hei der gleichzeitigen Herstellung mehra-er gleich guter Formen zu 
vermeiden. Die Normung und Typisierung geht so schrittweise ins Gebiet 
der Gesellschaftstechnik hinüber, nodi mehr gilt dies von der Spezialisierung^ 
deren Durchführung große wirtschaftliche Umwälzungen zur Folge haben kann. 
Kurzum, wo wir hinWicken, sehen wir die modernsten technischen Bestrebungen 
eng mit wirtschaftlichen verbunden, Maschinen-, Arbeits-, Betriebs- und Gesell 
schaftstechnik hängen untereinander zusammen und sind, wie wir eingangs sahen, 
auch geistig in mehr als einer Hinsicht einander verwandt. 
Diese Verwandtschaft wird immer deutlicher zutage treten, weil wir die 
Volkswirtschaft als Ganzes zu meistern unternehmen. So lange die freie Ver 
kehrswirtschaft in erheblidiem Ausmaß herrschte, nahm man vielfach an, die 
Bedürfnisse aller würden am besten befriedigt werden, wenn nur jeder seinem 
Vorteil nachjage. Wenn der Unternehmer den größtmöglichen Reingewinn 
anstrebe, werde er von selbst möglichst gute und möglichst viel Waren erzeugen, 
um seine Abnehmer zu befriedigen, ^währe sich eine Ware und erziele ihr 
erster Erzeuger besonders hohe Gewinne, so komme alsbald die Konkurrenz, 
erzeuge ebenfalls diese Ware, ihre Menge nehme zu, ihr Preis sinke, was alles 
für den Konsumenten sehr vorteilhaft sei. Es zeigte sich aber, daß innerhalb 
der überlieferten Ordnung dies Verfahren zu traurigen Ergebnissen führte. Wie 
die plötzliche Neueinführung arbeitsparender Maschinen unter Umständen wirken 
könne, haben wir schon gesehen. Die bloße Tendenz, die Produktion um des 
Reingewinnes willen auszudehnen, kann namenloses Elend mi sich bringen; 
steigt die Produktion immer mehr, so kann ein Augenblick eintreten, in dem 
durch einen Mehrabsatz zu billigeren Preisen kein erhöhter Reingewinn mehr 
erzielt werden kann und die Unternehmer, welche mit Kreditverpflichtungen 
belastet sind, zum Konkurs gedrängt, mindestens aber zu einer Produktions 
einschränkung veranlaßt werden. Arbeiter werden entlassen, Waren Unter Ver 
lust losgeschlagen, viele Betriebe eingestellt, bis schließlich „die Krise über 
standen“ ist. Manche nicht unbedeutende Denker sahen in all dem nicht eine 
Minderwertigkeit der Gesellschaftsmaschine, sondern sprachen nicht ungern von 
dem „Heilungsprozeß der Wirtschaft“, von der „Wellenbewegung“ der Entwick 
lung. Nicht wenige nahmen derlei „historisch“ hin, andere waren sogar empört, 
wenn Einzelne im Kampf für das menschliche Glück Änderungen anstrebten, und 
nannten ein solches Streben wohl gar materialistisch und gemein. 
Die überlieferte Wirtschaftsordnung der freien Konkurrenz wurde durch den 
Krieg wesentlich verändert. Man erkannte plötzlich, daß große gemeinsame 
Ziele am besten durch einheitliches Vorgehen erreicht würden. Man traute 
dem Gewinnstreben als alleinigen Anreiz nicht; es konnte ja auch allzu leicht 
Vorkommen, daß ein staatsfeindliches Verhalten im freien Wettbewerb höher 
bezahlt würde. Einfuhr- und Ausfuhrverbote, zentrale Bewirtschaftung der Er 
nährung, der Metalle, der Kohle und vieler anderer Rohstoffe waren an der 
Tagesordnung, wr allem im Interesse der Heeresverwaltung und der breiten 
Massen. Aber nicht nur bei uns, auch im feindlichen Auslande wurde so ver 
fahren. Als Amerika die Farbenproduktion in Angriff nahm, suchte nicht jede 
einzelne Fabrik in überlieferter Weise sich eines Chemikers zu bemächtigen, 
damit nun an zahllosen Stellen chemische Experimente luntemommen würden. 
Man fand es weit zweckmäßiger, ein großes Laboratorium für alle Fabriken 
gemeinsam zu errichten und nun möglichst arbeitsparend die erforderlichen 
Versuche durchzuführen, um die Ergebnisse allen zugänglich zu machen. Die 
Gesamtheit der chemischen Fabriken bildete in dieser Hinsicht gewissermaßen
	        

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Der Briefwechsel Zwischen Marx Und Engels 1861-1867 / Herausgegeben von D. Rjazanov. Marx-Engels-Verlag G. M. B. H., 1930.
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