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Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

226 
einen einzigen arbeitsteilig eingerichteten Betrieb. Der Geist der Verwal 
tungswirtschaft, welcher sich so durdisetzt, läßt technischem Denken 
breiteren Raum. Abgesehen davon, daß nun das Urteil der Techniker über 
mengenmäßige Leistungen oft mehr gilt als jenes der Bankleute über Rein 
gewinne, wird überdies der technischen Anschauungsweise nunmehr größere 
Wirksamkeit verstattet. 
Verwaltungswirtschaft streben mehr oder weniger bewußt alle an, die 
Sozialisierung der Wirtschaft fordern. Die Erörterungen auf diesem 
Gebiete werden große Anforderungen gerade an die Techniker stellen, welche 
in Gemeinschaft mit den Volkswirkchaftern zu zeigen haben, wie man sich eine 
sozialisierte Wirtschaft überhaupt denken könne. Denn ehe man eine so gewaltige 
Umwälzung vornimmt, wird man doch wohl über ihre Durchführbarkeit, über 
die Wege ihrer Verwirklichung ins klare zu kommen trachten. Wir werden 
unsere Lebensordnung wie eine Maschine umzukonstruieren suchen und dabei 
durchaus rationalistisch Vorgehen, gleichgültig, ob wir das Ergebnis verwirk 
lichen oder nicht. 
Wenn wir aber nun die Umgestaltung der Wirtschaft ernstlich bedenken, 
dann ist das erste, was wir brauchen, ein Wirtschaftsplan. Die Ver 
waltungswirtschaft des Krieges hat in dieser Richtung nur Stückwerk geleistet. 
Die einzelnen Kriegszentralen haben zwar verwaltungsmäßig eing^riffen, es 
fehlte aber eine Stelle, welche die Gesamtwirtschaft in großen Zügen erfaßt 
hätte. Man hat nicht einmal die verschiedenen untereinander zusammenhängen 
den Preise gleichzeitig geändert, sondern bei Zuckerbedarf die Zuckerrübenpreise 
erhöht, ohne zu bedenken, daß auf diese Weise der Kartoffelanbau beeinflußt, 
die Fütterung des Viehes, die Fettwirtschaft und vieles andere in Mitleiden 
schaft gezogen wurde. Was wir brauchen, ist eine klare Über 
sicht über die Bewegung der Rohstoffe und Energien. Jede 
chemische Fabrik weiß genau, welche Mengen Kupfer in sie eingeh en, wie 
viel davon als Kupfervitriol austritt, wie viel in Form anderer Verbindungen. 
Sie kennt nicht nur die Endergebnisse, sie weiß auch, wie viel von jedem Roh 
stoffe bestimmte Stellen passiert. Derartiges fehlt uns auf volkswirtschaftlichem 
Gebiet. In Deutschland ist man während des Krieges darangegangen, die 
Belastung der Bahnen durch die einzelnen Waren mengenmäßig zu bestimmen. 
Es zeigte sich, daß zahllose unzweckmäßige Transporte vorkamen; daß Kar 
toffeln vom Westen nach dem Osten und vom Osten nach dem Westen tran^ortiert 
wurden, was schließlich ein einheitlicher Transportplan verhinderte. Freilich, 
eine solche wirtschaftliche Maßnahme kann den Einnahmen der Eisenbahnen 
schaden. Die unnützen Transporte können viel einbringen. Aber schließlich ist die 
Gesamtwirtschaft und nicht die Rentabilität der Bahnen das Ziel' unseres Strebens. 
Wir fangen erst langsam an, die Energien zentral zu bewirtschaften. Wäre 
es gar so schwierig, ein Zentralwirtschaftsamt m schaffen, welches 
die Einheitlichkeit des Vorgehens ermöglicht ? Wo bleibt die Natural- 
rechnungszentrale, weldie den Wirtschaftsplan entwirft, so daß durch 
Maßnahmen unterer Amtsstellen gewissermaßen Teilaufgaben jenes Gesamt 
planes gelöst würden? Warum entwerfen wir nicht schon längst einen Plan der 
Pläne ? Weil wir nicht technisch denken. Popper-Lynkeus, ein 
Techniker, hat den Versuch gemacht, eine Gesamtwirtschaft im Rohen durch 
zurechnen. Er stellte fest, wie viel Arbeit nötig sei, um für den jährlichen 
Menschenzuwachs die erforderlichen Wohnungen, Kleider usw. herzustellen, wie 
viel Holz, wie viel Ziegel, wie viel Transportmittel usw. man dazu braucht. Er 
verfuhr dabei so wie ein leitender Fabriksdirektor. Die Bedeutung dieses Versudtes 
Poppers, eine Naturalrechnung der Wirtschaft ungestört von jeder Geld 
betrachtung zu entwerfen, ist völlig unabhängig von der Richtigkeit seiner 
sonstigen Anschauungen über Wirtschaft und Lebensordnung, ebenso von der 
Durchführbarkeit seiner Reformvorschläge. Sollte eine Amtsstelle, welche über 
alle geistigen Hilfsmittel einer Nation verfügt, nicht vollkommener ausführen 
können, was so ein Einzelner in Angriff nahm? 
Ein solcher Wirtschaftsplan setzt freilich eine Umgestaltung unserer 
Statistik voraus, die ganz im argen liegt. Zahllose Stellen gaben sich mit 
wirtschafts-statistischen Erhebungen ab, öffentliche Ämter, Kartelle, Gewerk-
	        

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A Study of Student Loans and Their Relation to Higher Educational Finance. Harmon Foundation, Inc., 1925.
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