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Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

15* 
227 
schäften usw., wobei einheitliches Vorgeihen iinterblieb. Vieles blieb unbe 
rücksichtigt, vieles blieb absichtlich geheim. Um die 'Grundlagen für einen 
Wirtschaftsplan zu schaffen, müßte das erwähnte Zentralwirtschaftsamt eine 
Art Universalstatistik entwerfen, innerhalb deren jede Statistik ihren 
besonderen Platz erhält. Wenn einmal ein solcher Plan in Angriff genommen 
ist, dann wird auch zwischen den einzelnen Statistiken jene Übereinstimmung 
in Fragestellung und Gruppierung erzielt werden, welche bisher gefehlt hat. 
Jede einzelne Statistik würde erst durch das Ganze, welchem sie dient. Form, Sinn 
und Bedeutung erlangen. 
Hiezu bedarf es des innigsten Zusammenwirkens von Technikern, 
Ärzten und Volks Wirtschaftern. Nur so kann erreicht werden, 
daß man die Menschen, Stoffe und Kräfte in ihrer Bedeutung erfaßt und in 
ihren durch den Wirtschaftsmechanismus bedingten Bewegungen verfolgt. Tedi- 
niker und Ärzte müßten es als ihr unbedingtes Recht fordern, im Rahmen einer 
solchen Zentrale wirken zu können. Freilich, die Durchführung einer solchen 
Maßnahme hängt nicht bloß davon ab, daß man ihre Vernünftigkeit einsieht Der 
Wille bedarf eines gewissen inneren Antriebes. All diese Neugestaltungen 
werden nur dann wirklich erfolgreich durchgeführt, wenn der Mensch be 
rechtigter- oder un berechtigerweise das Vertrauen hat, er könne das Dasein be 
herrschen, und darin auch ein Ideal erblickt. Nur eine Menschheit, welche 
nicht übermäßig an der Überlieferung hängt, kann sich zum Herrn der Lebens 
ordnung machen, die man bisher als eine Art Schicksal hingenommen hat. 
Gewiß, es ist ein Wagnis, sich dem Rationalismus hinzugeben. Aber was 
ist kein Wagnis? War etwa der Weltkrieg kein Wagnis? Hat man ihn 
auch so vorsichtig ins Werk gesetzt, wie heute viele die Neugestaltung unserer 
Lebensordnung ins Werk gesetzt sehen wollen? 
Es wäre vermessen, die Bedeutung der Überlieferung für unser Dasein gering 
einzuschätzen oder jeden zu mißachten, der an Überliefertem hängt. Es ist aber 
auch notwendig, daß man die Tradition von heute als den Rationalismus von 
gestern erkennen lernt. Als in den Kirchen die ersten elektrischen Lichter auf 
flammten, da trauerten viele um die traditionelle Kerze, und dennoch war die 
Kerze eine Überwindung des Kienspans gewesen. Auch unser Rationalismus 
wird einmal Tradition werden, wenn vielleicht auch eine weniger feste als 
jene, die wir übernommen haben. Oft geht die Weltgeschichte sonderbare Wege, 
läßt nach rationalistischen Zeitaltern solche festgefügter Tradition folgen, oder 
sie pflegt den Rationalismus auf einem Gebiet und läßt ihn auf anderem ver 
kommen. Unser Zeitalter drängt jedenfalls dazu, das Leben bewußt zu gestalten. 
Wir werden zum Rationalismus und Utilitarismus gezwungen. Wer werden 
die Führer sein? SichJerlich nicht die, welche dies alles schmerzlich als 
Schicksal hinnehmen, sondern jene, welche im Überlieferten ein Gefängnis 
sehen, aus dem man die Menschen befreien müsse, um sie an die Sonne des 
Glücks zu führen, jene, welche sich nicht sdiämen, im Glück, in der Seligkeit 
des Daseins ein herrliches Ziel der Menschheit zu erblicken! Gegen den Zeus 
der Überlieferung, den Beherrscher des ewig Gestrigen bäumt sich der alles 
bewußt umgestaltende Zeitgeist prometheisch auf: 
Wer half mir 
Wider der Titanen Übermut? 
Wer rettete vom Tode mich? 
Von Sklaverei? 
Ich Dich ehren, wofür? 
Hast Du die Schmerzen gelindert 
Je des Beladenen? 
Hier sitz ich, forme Völker 
Nach meinem Bilde, 
Ein Geschlecht, das mir gleich sei. 
Zu genießen und zu freuen sich 
Und Dein nicht zu achten 
, : Wie ich!
	        

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Durch Die Kriegswirtschaft Zur Naturalwirtschaft. Verlag von Georg D. W. Callwey, 1919.
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