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Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

229 
Eine gesellschaftstechnische Konstruktion behandelt unsere ganze Gesell 
schaft, vor allem unsere Wirtschaft, ähnlich wie einen riesigen Betrieb. Der 
Gesellschaftstechniker, welcher sich auf seine Arbeit versteht und eine Kon 
struktion liefern will, die für praktische Zwecke als erste Anleitung ver 
wendbar sein soll, muß die seelischen Eigenschaften des Menschen, seine Lust 
am Neuen, seinen Ehrgeiz, sein Hängen an der Überlieferung, seinen Eigen 
sinn, seine Dummheit, kurz, alles, was ihm eignet und sein gesellschaftliches 
Handeln im Rahmen der Wirtschaft bestimmt, genau so berücksichtigen, wie 
etwa der Ingenieur die Elastizität des Eisens, die Bruchfestigkeit des Kupfers, 
die Farbe des Glases und ähnliches mehr. Die Hebel und Schrauben der 
Lebensordnung sind gar sonderlicher und feiner Art. Aber die Schwierig 
keit der Aufgabe hat noch nie einen mutigen Denker und Tatmann geschreckt. 
Fragen wir uns nun, was wir von dieser Entwicklung der Gesellschafts 
technik zu erwarten haben, was für Wege sie unserem Denken und Tun er 
öffnet, Wenn wir z. B, die Frage aufwerfen, wie eine Gesellschaftsordnung 
beschaffen sein müsse, in welcher es keine Hungernden gebe, keine Kredit 
krisen, keine Lebenslagen, welche durch Glück und Vorrecht bestimmt sind, 
so können wir mehrere gleich richtige Lösungen unter ganz bestimmten 
Voraussetzungen finden. Wenn wir etwa fragen, welche Lebensordnung wir 
in den nächsten Jahrzehnten zu erwarten haben, so müssen wir grundsätzlich 
mehrere Antworten geben, da ja infolge unserer unzulänglichen Einsicht in die 
Voraussetzungen des Geschehens sich uns mehrere Möglichkeiten darbieten. 
Bisher fehlte eine derartige wissenschaftliche Behandlung der Fragestellung. 
Man erdachte gemeinhin nicht ganze Gruppen von Utopien, sondern 
schuf meist eine einzelne Utopie aus einer grundsätzlich unwissenschaftlichen 
Seelenstimmung heraus. Schreck- und Lockbilder waren die Utopien, um die 
Menschen zu bestimmtem Tun anzutreiben. Oft waren sie auch nur Phantasie 
stücke, um die Leser zu belustigen oder zu belehren. Insbesondere in Zeit 
altern einer strengen Zensur war die Utopie nicht selten der Ausweg für 
revolutionäre und satirische Gedankengänge, In Bildern fremder Völker, mär 
chenhafter Gemeinschaften sah man sein eigenes Geschick. Oft mengen sich 
die verschiedenen Ziele und Wirkungen der Utopien und verhindern eine ein 
fache Gliederung in wenige Gruppen. Sie gleichen so der Welt und den Träu 
men, deren Vielgestalt auch solchen Bemühens spottet. 
Deutlicher heben sich jene Utopien ab, welche die nächste Gegenwart zu 
beschreiben unternehmen und als Prophezeihungen auftreten, die gleichzeitig 
die Ursachen ihrer eigenen Verwirklichung werden wollen. Sie sind es 
vor allem, die zur streng wissenschaftlichen Arbeit Anlaß geben. Oder ist 
es etwa nicht Wissenschaft, wenn Ballod-Antlanticus und Popper-Lynkeus, ge 
stützt auf die Hilfsmittel der modernen Statistik, ausrechnen, wie viel Jahre 
jeder Mensch in Deutschland arbeiten müsse, damit der Notbedarf der Nation 
gedeckt werden kann? Bisher hat die Wirtschaftslehre solchen Versuchen 
teils ablehnend, teils verständnislos gegenübergestanden. Ja gelegentlich wurde 
die Beschäftigung mit zukünftigen und möglichen Wirtschaftsordnungen als 
wesentlich unwissenschaftlich betrachtet, obgleich doch gerade die so erfolg 
reiche Maschinentechnik ganz bewußt neue Formen konstruiert, die nie vorher 
bestanden haben. Die Utopien wurden in die Geschichte der Wirtschaftslehre 
verwiesen, während sie in die Theorie hineingehörten, so wie die Konstruktion 
neuer Brücken und Flugzeuge in der Theorie des Maschinenbaus abgehandelt 
wird. Freilich, Ballod-Atlanticus und Popper-Lynkeus haben nur eine Mög 
lichkeit durchgerechnet, haben nur eine einzige Konstruktion versucht und nur 
eine Naturalrechnung vorgelegt, aus der zu entnehmen ist, wie viel Wohn- 
raum, wie viel Nahrung, wie viel Kleidung aus wie viel Rohstoffen unter 
Zuhilfenahme von wie viel Arbeitszeit geschaffen werden kann. Es wäre 
wissenschaftlich vollkommener, wenn sie mehrere Möglichkeiten behandelten. 
Jeder Fabrikleiter, jeder gut geschulte Landwirt, der die technischen 
Grundlagen seines Betriebes überschauen will, arbeitet nach Art von Ballod 
und Popper; sollte die Volkswirtschaft, die Weltwirtschaft einer solchen Be 
handlung unzugänglich sein? Freilich, ein Zeitalter, das an der Geldrechnung 
hängt, das vom freien Wettbewerb, von der Planlosigkeit des Marktes mehr
	        

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Proceedings of the South & East African Combined Agricultural, Cotton, Entomological and Mycological Conference Held at Nairobi, August, 1926. East African Standard, 1926.
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