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Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

230 
erwartet als von einer klaren, übersichtlichen Verwaltung^ achtet die Geheim 
nisse der Unternehmer so sehr, daß es auf eine umfassende Wirtschaftsstatistik 
verzichtet und über die wichtigsten Dinge unseres Lebens nichts weiß. 
Aus diesem untechnischen, gestaltungsfeindlichen Denken heraus erklärt sich 
vor allem die geringe Wertschätzung der Utopie der gescllschaftstechnischen 
Konstruktion. 
Die gewaltigen Umgestaltungen des Krieges haben der Utopie neues 
Leben eingehaucht. Die Generale und Politiker der letzten Jahre haben unter 
Verachtung der überlieferten Gesellschaftsordnung alles dem militärischen Er 
folge dienstbar zu machen gesucht. Kein Eingriff war ihnen zu groß, wenn 
er den Sieg zu verheißen schien. Die Bande der Familie wurden erschüttert, 
Menschenmengen hin und her geschoben, Industrien von Grund aus umge 
wandelt — alles in der kürzesten Zeit. Um der Vernichtung willen wurde 
gezeigt, was Menschenkraft zu leisten vermag. Ist es so unverständlich, wenn 
immer mehr Menschen die Frage aufwerfen, ob man nicht in ähnlicher Weise 
Friedensziele erstreben könne, wie man so lange Kriegsziele erstrebt 
habe? Ist es so unverständlich, wenn die Menschen nun ungeduldig an die 
Pforte der Zukunft pochen und fragen, ob 'der Jammer, den sie früher gekannt, 
weiter dauern müsse, ob nicht die großen Generale und Politiker des Kampfes 
um das menschliche Glück unter Mißachtung überlieferter Formen, unter Um 
stellung der Industrien neue Lebensordnungen heraufführen könnten? Ist es 
so unverständlich, daß heute das Volk nach Utopien schreit, nach gewaltigen 
Gemälden seines zukünftigen Schicksals? Ist es so unverständlich, daß heute 
so Viele tappend und unsicher, voll Haß und Erbitterung, geleitet von einem 
unbestimmten Drange, das Gewesene zertrümmern wollen, von dem dumpfen 
Glauben geleitet, das müsse genügen, um den Neubau zu erzwingen? 
Was wir so bei den Massen sehen, das begegnet uns auch überall 
in den Kreisen der ruhigen Gestalter, Ist es nicht, als ob ein neuer Geist die 
Techniker erfüllt, welche immer drängender nach Vereinlieitlichungen verlangen, 
nach Normung, Typisierung, Spezialisierung, welche immer drängender fordern, 
daß die Arbeit, der Betrieb, kurzum alles, wbs technisch beherrsdht werden 
kann, nach allgemeinen Grundsätzen, möglichst erfolgreich, mibglichst rationell 
gestaltet werden soll? Zeichnen nicht alle Vertreter dieser Bestrebungen letzten 
Endes wichtige Linien in dem großen Gemälde, das die Zukunft schildern soll? 
Ist nicht der heute bereits anerkannte Gedanke einer umfassenden Energie- und Kraft 
verwaltung, der Gedanke einer öffentlichen Sicherung aller Daseinsbedingungen 
utopistisch? Ist er nicht gesellschaftstechnische Konstruktion? 
Utopien können die verschiedensten Ziele verfolgen, sic können außer 
menschlichen Idealen dienen, der Größe Gottes, der Größe der Nation und ihrer 
Herrschaft, sie können aber auch darauf ausgehen, eine Welt zu schildern, in 
welcher die Menschen mit all ihren Fehlern und Gebresten so glücklich zu leben 
vermögen, als es eben die natürlichen Grundlagen, Land und Meer, Rohstoffe 
und Klima, Menschenzahl und Erfindungsgeist, Bildung und Arbeitswille gestatten. 
Ob man nun dies Streben nach Glück, nach Seligkeit, nach Freude preist, 
ob man 'es für niedrig und gemein erklärt, jedenfalls läßt sich das Glück als 
Wirkung gesellschaftlicher Einrichtungen durdiaus wissenschaftlich behandeln. 
Und gerade die Utopien der nächsten Jahre dürften der Entwicklung einer um 
fassenden Glückslehre durchaus förderlich sein. 
Sind wir uns einmal darüber klar, daß Utopien als gesellschaftstechnische 
Konstruktionen uns vor vielen Irrgängen 'bewahren können, daß sie den Geist 
gelenkig zu machen, ihn von seinen zufälligen Einfällen zu befreien vermögen, 
dann müssen wir wohl fordern, daß unsere Schulen sich mit gesellschafts 
technischen Konstruktionen beschäftigen. Es müßte freilich vermieden werden, 
daß sich die Menschen auf eine bestimmte Utopie festlegen, es müßten vielmehr 
ganze Gespanne von Utopien nebeneinander entworfen und untersucht 
werden. Vor allem wird der gewaltige Schatz geschichtlicli gegebener Uto 
pien eine zweckmäßige Grundlage solchen Wissenschaftsbetriebs abgeben. An 
ihrer Hand wird man die Frage erörtern können, welche Arten der Berufs 
wahl, der Entlohnung usw. denkbar sind, welche Kombinationen verschieden 
artiger Einrichtungen in Betracht kommen und ähnliches mehr. Vielleicht
	        

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Durch Die Kriegswirtschaft Zur Naturalwirtschaft. Verlag von Georg D. W. Callwey, 1919.
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