Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

11 
verschafft hatten, waren vergessen. So konnte schon am Ende des XVII. Jahr 
hunderts ein Mann wie Dudley North ausrufen : „. . . . no people ever yet 
grew rich by Politics; but it is Peace, Industry and Freedom that brings 
Trade and Wealth, and nothing else.“24) Unter denjenigen, welche den 
Freihandel begründen halfen, gab es solche, die ihn nicht ganz allgemein 
forderten, sondern der Meinung waren, reifende Völker bedürften der Privi 
legien und anderer schützenden Maßregeln ; nur solche, die schon voll ent 
wickelt seien, könnten auf sie verzichten, zu ihnen gehöre England.^^) 
Frühere Jahrhunderte haben, wie wir sahen, den Verteidigungs- und Erobe 
rungskrieg immer zusammen behandelt, wenn es die finanziellen und wirt 
schaftlichen Ergebnisse zu betrachten galt, und sie nur in moralischer Hinsicht 
einander gegenübergestellt. Es ist bemerkenswert, daß Ferguson, ein Zeit 
genosse von Adam Smith, mit dem er auch in persönliche Beziehungen trat, 
einem Kapitel seines Werkes „An Essay on the History of Civil Society“ den) 
Titel gab; „Of national defence and conquest“, während das analoge Kapitel bei 
Adam Smith im 5. Buch die Überschrift trägt: „Of the expense of defence“. 
Während aber bei den Freihändlern die Ausschaltung des Angriffskrieges durch 
die nationalökonomische Betrachtung theoretisch begründet war, wurde sie audi 
von Nationalökonomen vorgenommen, die keine Freihändler waren. Zum Teil 
mögen dabei moralische Erwägungen mitgespielt haben. Manche Autoren scheinen 
sich geradezu zu scheuen, ihrem Vaterlande einen Eroberungskrieg zuzumuten. 
Wir finden daher in vielen Werken immer wieder nur die „Landesverteidigung“ 
erwähnt.26) Aber auch jene Autoren, welche den Eroberungskrieg berühren, 
legen sich dabei eine erhebliche Zurückhaltung auf und glauben nicht selten, 
denselben moralisch begründen zu müssen,2’) ehe sie untersuchen, wie man 
ihn führen könne und welche Wirkungen er habe. Die Freihändler, welche 
die These vertraten, der Krieg bereichere ein Land nicht, haben sich meist 
mit allgemeinen Betrachtungen begnügt. So meint z. B. Adam Smith, 
Armee und Flotte seien nicht einmal imstande, ihre Unterhaltskosten herein 
zubringen.2*) Diese Ansicht scheint bei ihm zum Teil dadurch bedingt ge 
wesen zu sein, daß er überhaupt nicht die Möglichkeit in Erwägung zieht, eine 
Armee könne sich in Feindesland ohne Zuschuß von zu Hause erhalten. Über 
die Wirkungen des Krieges äußert er sich weit ausführlicher 29) als seine An 
hänger, wie er ja überhaupt für das Gesamtleben eines Staates, nicht nur für 
die reine Marktwirtschaft Interesse zeigte. Aus der Tatsache, daß die englischen 
Freihändler sich gegen den Krieg und gegen jede Wirtschaftspolitik aussprachen, 
welche den freien Handel behindere, obgleich Englands Entwicklung nicht 
auf dem Wege des Freihandels, sondern des Merkantilismus erfolgt war, führte 
Friedrich List dazu, geradezu eine böse Absicht der englischen Theoretiker 
und Politiker zu vermuten, da sie gewissermaßen darauf ausgingen, den an 
deren Staaten den Weg zur Entfaltung zu verbergen. Er meint, es sei Englands 
Staatsmaxime : 30) „Kriege zu führen und Allianzen zu schließen mit aus 
schließlicher Rücksicht auf das Manufaktur-, Handels-, Schiffahrts- und Kolo 
nialinteresse, den Überschuß an produktiver Kraft auf die Kolonisation und 
die Unterwerfung barbarischer Nationen zu verwenden“ und schließlich „d i e 
wahre Politik Englands durch die von Adam Smith erfun- 
24) Vgl. F. Raffel, Englische Freihändler vor Adam Smith. Tübingen 
1905, S. 47. Ähnlich Tucker, vgl. Raffel, S. 133. 
23) Vgl. Raffel, a.a. O. S. 127. 
26) Vgl. z. B. Roscher-Gerlach, System der Finanzwissenschaft. 
5. Aufl. Stuttgart 1901, II, S. 188. 
27) Vgl. z. B. Ad. Wagner, Finanzwissenschaft, 3. Aufl. Leipzig und 
Heidelberg 1883, I, S. 418. 
28) Vgl. A. Smith, Wealth of nations, B. II, c. 3: „. . . . great fleets and 
armies, who in time of peace produce nothing, and in time of war acquire nothing 
which can compensate the expense of maintaining them, even while the war lasts“. 
29) Vgl. A. Smith, a. a. O. B. IV, c. 1. 
30) F. List, a. a. O. B. IV, Kap. 33. S. 297 f.
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Durch Die Kriegswirtschaft Zur Naturalwirtschaft. Verlag von Georg D. W. Callwey, 1919.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What is the fifth month of the year?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.