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Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
891221816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-76666
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (231 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

51 
zu beurteilen sind. Die Wirkungen eines Weltkrieges lassen sich daher nicht 
aus den Wirkungen des kleineren Krieges in der Weise ableiten, daß man die 
selben einfach multipliziert. Die Kriege der letzten hundert Jahre 
waren kleine Kriege, ja sie wurden zu einem erheblichen Teil am Rande 
der beteiligten Gebiete oder sogar in Kolonialländem geführt. Ich erinnere 
nur an den russisch-japanischen, an den amerikanisch-spanischen Krieg. 
Der letzte Weltkrieg fand gerade vor 100 Jahren statt. Wenn wir Er 
fahrungsbeispiele für die Erörterung des Weltkrieges benötigen, müssen wir 
auf die napoleonischen Kriege zurückgreifen. Sie werden uns immer viel Lehr 
reiches bieten, wenn sich auch freilich die gesamte gesellschaftliche Organisation 
seit jenen Tagen sehr erheblich verändert hat. Aber jene Kriege geben uns 
wenigstens die Möglichkeit, großzügige Maßnahmen, wie die Kontinental 
sperre, kennen zu lernen und unsere Vorstellungen zu weiten. Denn, um den 
Weltkrieg der Zukunft sich einigermaßen ausmalen zu können, haben wir etwas 
gigantische Phantasie nötig. 
3. Das Problem der Reserven. 
Es gibt verschiedene Methoden, die für den Krieg nötigen Kräfte bereitzu 
halten. Es kann zunächst die Schaffung von kriegerischen Kräften erst im 
Augenblick des Krieges erfolgen. Die im Frieden tätigen Kräfte 
werden in kriegerisch verwendbare umgewandelt. Der Arm, der sonst den 
Speer zur Jagd benützt, wendet ihn nun gegen den Feind. Es können aber 
auch Kriegsmittel während des Friedens bereits vorbereitet werden, 
schließlich können im Kriege Kräfte zur Verwendung kommen, die während 
des Friedens nicht verwendet wurden, weder für kriege 
rische noch für friedliche Zwecke. Es sind dies natürlich nur 
extreme Typen; meist werden die einzelnen Möglichkeiten miteinander verbunden 
Vorkommen. 
Daß Kräfte, die der Krieg benötigt, im Frieden auch verwendet werden;, 
ist nichts Seltenes. Das Tiroler Aufgebot von 1809 gehörte z. B. wesentlich 
zu dieser ersten Gruppe. Es bestand zum geringsten Teil aus militärisch vor- 
f ebildeten Kräften, die Waffen waren überwiegend auch im Frieden verwendbar. 
ensen, Heugabeln, Jagdgewehre spielten eine wichtige Rolle. Ähnlich orga 
nisiert sind die Milizen primitiver Staaten. So unterscheidet sich z. B. das 
albanische Kriegsaufgebot wenig von der Gesamtheit der waffenfähigen Albaner 
im Frieden. 
Sehr wichtig sind jene Fälle, in denen die Ausbildung bestimmter Fähig 
keiten sowohl für den Krieg, als auch für den Frieden von 
Nutzen ist. Hieher gehören alle Bemühungen, die Jugend im großen Stil im 
Sport auszubilden, im Skifahren, Schwimmen usw. Eine kräftige Jugend ist 
leistungsfähiger in der Industrie, in der Landwirtschaft, aber ebenso auch in 
der Armee. Es wäre für die sozial-wissenschaftliche For 
schung, aber auch für die Praxis von erheblicher Wichtig 
keit, wenn man einmal systematisch untersuchte, in wel 
chen Fällen die Interessen der Armee mit jenen der übrigen 
Bürgerschaft zusammenfallen, soweit die Ausbildung der 
verschiedensten Fähigkeiten in Frage steht. 
Eine derartige Interessengemeinschaft beschränkt sich aber nicht etwa auf 
die sportliche Ausbildung, wir treffen sie, wie wir schon oben bei Erörterung 
der Güterausnützung andeuteten, auch sonst an. Es ist z. B. für eine Kriegs 
marine äußerst wichtig, eine möglichst große Handelsmarine zu besitzen, um 
auf diese Weise zu gut vorgebildeten Matrosen zu kommen. Die Tätigkeit 
eines Matrosen kann nicht rasch gelernt werden. Geldmittel reichen nicht hin, 
um eine starke Flotte zu schaffen. Es ist ja bekannt, wie sehr die Türken 
darunter leiden, daß sie nicht genügend vorgebildete Matrosen haben. Dies 
hängt damit zusammen, daß die Handelsschiffahrt vorwiegend in Händen der 
Griechen ruht. In diesem Sinne ist auch die Bemerkung Trubetzkois aufzu 
fassen, dessen Stimme insoferne Anspruch auf Gehör hat, als er eine hervor- 
4*
	        

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Foreign Trade Zones (or Free Ports). United States Government Printing Off., 1929.
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