Full text: Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

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Wertes würde sich das Bild des wirtschaftlichen Erfolges der 
einzelnen Betriebe verschieben: Der eine Betrieb (ß-Rot) würde 
scheinbar teurer arbeiten, der andere verhältnismäßig billiger. Dem 
liefernden Betrieb würde ein zu geringer Wert des Abfalls, dem 
empfangenden Betrieb ein zu geringer Gestehungspreis des Roh 
stoffes angerechnet. 
Nun sollen die Einzelbetriebe in kalkulatori 
scher Beziehung als selbständig und unabhängig 
voneinander angesehen werden, die nur durch die 
Einheitdesyermögenszueinemorganischen Ganzen 
mit gemeinsamer Zweckbestimmung verbanden 
sind 1 ). Jeder Betriebsleiter wird selbstverständlich bemüht sein, 
den Erwerbszweck seines Betriebes möglichst vollkommen zu er 
füllen. Er wird sich nicht dazu verstehen, daß das Betriebsergebnis 
seiner Abteilung zugunsten einer anderen, wenn auch nur rechnerisch, 
herabgedrückt wird, obgleich die organische Einheit, die Unter 
nehmung nicht darunter leiden würde. Ein billiger Ausgleich wird 
in manchen Unternehmungen dadurch geschaffen, daß die Betriebs 
verwaltung alljährlich im voraus für die von einem in den anderen 
Betrieb übergehenden Nebenprodukte „Ü b e r n a h m e p r e i s e“, d. h. 
Verrechnmigswerte unter Berücksichtigung der Marktpreise und der 
Kalkulationsergebnisse festsetzt (vgl. S. 85, 87). 
y) Muß ein Nebenprodukt, um es wieder verwenden zu können, 
einem Nebenprozeß unterzogen werden ohne gleichzeitigen MateriaP 
verlust, dann ist dem Fall 3« analog vorzugehen: Ton dem Gesamt 
materialwert der Rohstoffe für die Erzeugung des Hauptproduktes 
ist der um die Kosten der Wiederherstellung verminderte Einkaufs 
preis des gewonnenen Nebenproduktes abzuziehen. 
Ist mit der Wiederherstellung, z. B. der Reinigung, ein Material 
verlust verbunden, so ist dieser zu berücksichtigen. Z. B. Laut 
Tabelle I (S. 91) werden 2601 kg Cerise als Abfall gewonnen, 
das vor der Weiterverarbeitung gereinigt werden soll. Nach der 
Reinigung ergeben 2601 kg Brutto nur 2500 kg Netto. Der ct-Gelb- 
betrieb als Empfänger rechnet wie folgt: 
Kauft man 2500 kg Rohstoff zu 50,— für 100 kg, so 
gibt dies Mk. 1250,— 
Infolge der Übernahme des unreinen Produktes sind 
Kosten zu bezahlen mit ....... „ 150,— 
Somit dürfen 2601 kg, die der Betrieb übernehmen 
soll, nur g . . . Mk. 1100,— 
’) Anderer Meinung Wagner, Gemischte Werke, S. 73: Da die Abfälle 
stets im eigenen Betriebe verwendet werden, haben sie für das Werk stets den 
gleichen Wert, weshalb ein fester Normalpreis in Ansatz kommt.
	        
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