Full text : Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

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kosten,  d.  h.  für  100  kg  können  nur  Mk.  42,30  als  Übernahmepreis
berechnet  werden.
Die  Abrechnung  stellt  sich  nun  wie  folgt:
a)  ß-Rotbetrieb  gibt  ab:
2601  kg  zu  42,30  '  =  Mk.  1100,—
b)  a-Gelbbetrieb  empfängt:
2601  kg  Cerise  zu  42,30  =  Mk.  1100,—
Reinigungskosten  =  „  150,—
Ausbeute  2500  kg,  deren  Kostenpreis  Mk.  1250,—
somit  100  kg  =  Mk.  50,—  Gestehungspreis.
Der  ß-Rotbetrieb  trägt  die  Kosten  der  Reinigung,  da  der  Erlös
für  das  Nebenprodukt  um  Mk.  150,—  geringer  ist.
(
4.  Fall:  Die  Nebenprodukte  werden  im  eigenen  Betrieb  verwendet, ­
  ohne  daß  man  von  einem  Materialwert  reden  kann.  Man
*  denke  an  den  ,,Hüttenrauch“  (d.  s.  die  aus  Hüttenwerken  entweichenden ­
  Gase),  der  zu  schwefliger  Säure  verarbeitet  wird  oder  als  Leuchtoder ­
  Kraftgas  dient 1 ).  Im  ersten  Fäll  wird  der  Yer  kauf  seriös,  im
zweiten  werden  die  verminderten  Selbstkosten  des  Leucht(kraft)gases
■—'  die  Anschaffungskosten  für  den  zu  vergasenden  Stoff  entfallen
—  den  Gesamtgewinn,  die  Rentabilität  des  Unternehmens  vermehren,
bzw.  erhöhen.  ,
Zweifellos  werden  auch  die  Produktionskosten  des  Hauptprozesses ­
  dadurch  indirekt  verringert;  ein  Materialwert  kann  nicht
in  Abrechnung  gebracht  werden,  da  das;  Nebenprodukt  zur  Zeit
seiner  Entstehung  keinen  solchen  besitzt.
Die  Verrechnung  zwischen  Hochofenbetrieb  und  dem  die  Gichtgase ­
  verbrauchenden  Nebenbetrieb  erfolgt  häufig  durch  Gutschrift
bzw.  Belastung  des  in  Geld  ausgedrückten  Heizwertes  des  Gases,
gemessen  am  Heizwert  einer  Tonne  Kohle,  die  im  Betrieb  zur
Anwendung  kommt.  (Ygl.  §§  32/33.)  Z.  B.  1  Tonne  Kohle  kostet
Mk.  21,—  und  entwickelt  7500  Wärmeeinheiten  (Kalorien)  auf  1  kg.
Der  Heizwert  des  Gichtgases  sei  im  Durchschnitt  850  Wärmeein-*)
  Nach  Stillich,  Steinkohlenindustrie  (Nationalökonomische  Forschungen
auf  dem  Gebiete  der  großindustriellen  Unternehmung),  Leipzig  1906,  S.  57,
betrug  die  Ersparnis  an  Kohle  durch  Verwendung  der  Gichtgase  zur  Heizung
der  Dampfkessel  bei  den  Hibemia-Zechen  1893—1897  im  jährlichen  Durchschnitt
45  225  t  =  Mk.  290  648,—,  im  Jahre  1903  von  52,56  t  bis  58,97  t  pro  Arbeitstag.
Auf  1  t  Roheisen  werden  durchschnittlich  4500  cbm  Hochofengas  erzeugt,
der  Verlust  beim  Gichten  etc.  beträgt  etwa  10%;  50%  sind  zur  Wiedererhitzung
erforderlich;  es  bleiben  etwa  2000  cbm  Gas  für  Nutzzwecke.  Der  Heizwert
wechselt  nach  der  Zusammensetzung  der  Hochofengase  auf  den  verschiedenen
deutschen  Hüttenwerken  zwischen  725  und  950  Kalorien.  (Hoppe,  a.  a.  O.  S.  67.)
            
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