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Berechnet man (richtiger: schätzt man) die voraussichtlich entstehenden
Kosten und damit den Herstellungspreis einer zu erzeugenden
Ware sowie den erzielbaren Gewinn, so spricht man
von einem .Voranschlag, einer Vorkalkulation. Die Nachkalkulation
hingegen berechnet den wirklichen Selbstkostenwert eines
Fertigfabrikates, eines erledigten Auftrages auf Grund der tatsächlichen
Ausgaben; sie kontrolliert die Ergebnisse der Vorkalkulation,
— ohne daß jede Nachkalkulation einen Voranschlag bedingt —
und ergibt den Gewinn gegenüber einem im voraus bestimmten
Verkaufspreis, wie bei Submissionen und Sonderangeboten, oder sie
bildet die Grundlage für die Bestimmung des Verkaufspreises.
Zwischenkalkulationen dienen besonderen Zwecken, beispielsweise
der Feststellung des Entschädigungsanspruches an den
Versicherer im Falle einer Zerstörung des Eigentums durch Elementarereignisse;
oder der Entschädigungssumme im Fälle des
Widerrufes eines teilweise in Ausführung begriffenen Auftrages;
dann zwecks Bewertung der Halbfabrikate für die jährliche Schlußbilanz.
II. Mit Rücksicht auf den Umfang:
a) Gesamt- oder Generalkalkulation, d. i. Berechnung des
Gesamtaufwandes, des Gesamterfolges der Unternehmung und ihrer
Teile: Betriebskalkulation, vgl. § 7.
b) Einzel- oder Spezialkalkulation, d. i. Ermittelung des Aufwandes
etc. für die Produktions- oder Verkaufs- (Maß-) Einheit,
Kostenberechnung des Einzelfabrikates oder seiner Einzelteile,
vgl. § 7 1 ).
In der Gesamtkalkulation werden Aufwand und Leistung periodisch
in Beziehung gesetzt. Man rechnet für die Bestimmungsperiode
(mittelbar) einen durchschnittlichen Kostenpreis für die
Leistungseinheit. Auch die monatweise Massenberechnung in Betrieben
mit Massenproduktion (z. B. für Koks, Roheisen, Stahl,
vorgewalzte Blöcke und die Erzeugnisse der Walzwerke), die die
Einzelberechnung der Schienen, Schwellen usf. aus zwingenden
Gründen durch eine Durchschnittsrechnung für die Tonne oder für
100 kg gleichartiger oder für die Berechnung als gleichartig angenommener
Produkte ersetzt, ist in unserem Sinne eine Gesamtkalkulation.
Die Einzelkalkulation berechnet den Aufwand für die
Leistungseinheit (z. B. Bestellung, Stück, Gießcharge) direkt, ist
') Calmes, Statistik, S. 4 spricht noch von einer Serienkalkulation,
d. i. Berechnung der Selbstkosten einer zu gleicher Zeit und gemeinsam hergestellten
Serie von gleichartigen Maschinen (Fahrrädern, Nähmaschinen u. ä.). Die
Kosten des einzelnen Stückes ergeben sich erst mittelbar aus dem Durchschnitt
der Kosten der Serie. Diese Serienkalkulation ist eine besondere Berechnungsmethode
der Einzelkalkulation.