folge gehabt. Die Arbeiter sollen am Mehrwert, am Produktions-
Überschuß beteiligt werden. Diese Methode scheint nur dann an
wendbar zu sein, wenn ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen
Fabrikationsgewinn und Arbeitsleistung des Einzelarbeiters klar er
sichtlich ist. Betriebsgewinne entstehen aber auch durch andere
Ursachen, beispielsweise durch gute Konjunktur, durch Arbeits
teilung, durch gute kaufmännische und technische Leitung, gute
Konstruktionen, Zufälligkeiten, .Verbesserung der Arbeitsmethoden
u. a. jn., Ursachen, auf die die Arbeiter keinen Einfluß haben. Bücher
einsicht, Kenntnis und Feststellung der Bewertungsgrundsätze für
die Bilanz (wegen der Abschreibungen und der Bestände), genaue
Selbstbostenberechnung und manches andere ist Voraussetzung für
die gerechte Durchführung der Gewinnbeteiligung.
Gratifikationen finden sich auch sonst in Fäbrikbetrieben.
Die Meister, die einen großen Einfluß auf Qualität und Quantität
der Gesamtleistung des Betriebes durch rationelle Arbeitseinteilung
und scharfe Kontrolle etc. haben, erhalten je nach ihrem Dienstalter,
ihren Fähigkeiten und dem Geschäftsergebnisse in manchen Unter
nehmungen einen Lohn- bzw. Gehaltszuschuß. Der Meister soll am
Verdienst der Unternehmung, nicht am Verdienst der Arbeiter durch
Tantiemen oder Prämien beteiligt werden, wie dies in manchen
Betrieben eingeführt ist: suum cuique!
Löhnvcrrechnung und -Verwaltung.
§ 27. Man pflegt in bezug auf die Kalkulation technischer Be
triebe gewöhnlich von produktiver und nichtproduktiver Arbeit zu
sprechen, eine Unterscheidung, die sachlich nicht ganz zutreffend
ist; schließlich ist jede Arbeit produktiv. Die produktive Arbeit,
richtiger direkte Arbeit, ist jene, die ausschließlich zur Erzeugung
eines Produktes aufgewendet wird. Die nichtproduktiven indirekten
Arbeiten sind allgemeine Leistungen, die nicht einem Einzelprodukt
angerechnet werden können, dessen Wert nur mittelbar erhöhen.
Für die Kalkulation müssen unterschieden werden (vgl. S. 72):
1. Fabrikationslöhne (produktive, werbende oder direkte
Löhne), welche für das einzelne Arbeitsstück bzw. für die Produktions
einheit (Tonne, Kilogramm, Meter) unmittelbar bestimmbar sind.
2. Unkostenlöhne, nichtproduktive, indirekte oder Be
trieb s 1 ö h n e, d. s. Löhne für allgemeine Betriebsarbeiten, welche
den allgemeinen Unkosten zugereeb.net werden müssen; z. B. auch
der Lohnausfall während der Inventur oder der gesetzlichen Feier
tage, der den Arbeitern vergütet wird. Dann: Löhne für Trans
port, Versand, Materialprüfung, Werkzeugeinsteller, Transmissions-
Schmierer, Aufzugbedienung, Kohlenschieber, Motor- und Turbinen
wärter, Kontrolle, Werkstattschreiber u. a.