Full text: Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

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Die Arbeitskontrolle ist eine dreifache. 1. Der Arbeiter 
wird kontrolliert, ob er sich während der durch die Arbeitsordnung 
vorgeschriebenen Arbeitszeit im Arbeitsraum aufgehalten hat, wann 
er kommt, ob er zu spät kommt, wann er geht ( Anwesenheits- 
kontrolle). Die Anfangszeiten der täglichen Arbeitszeit verstehen 
sich für die einzelnen Arbeitsstellen innerhalb der Fabrik, in arbeits 
fertiger Kleidung. Für Beginn und Ende der Arbeitszeit ist die 
Fabrikuhr maßgebend. 2. Überdies wird der Arbeiter kontrolliert, 
ob er die verlangte Mindesfarbeitsmenge geleistet hat (Arbeitstempo- 
und Quantitätskontrolle). 3. Endlich wird auch die Qualität 
der geleisteten Arbeit geprüft (Qualitätskontrolle). 
Die Zeit- oder Anwesenheitskontrolle 1 ) wird nach 
verschiedenen Systemen gehandhabt. a) Pförtner liste. Der 
Pförtner notiert die Namen der Arbeiter, die zu spät kommen oder 
zu früh gehen. Dieses veraltete, nur für kleine Betriebe mit geringer 
Arbeiterzahl passende System, dessen Anwendung von der Zuver 
lässigkeit und Unparteilichkeit des Portiers abhängig ist, wird 
ersetzt durch b) die M a r k e n kontrolle. Die numerierten Blech 
marken werden beim Eintritt in die Fabrik von dem Markenbrett 
des Portiers abgenommen, in einem 1 verschließbaren Markenkasten 
oder Markenschrank in der Werkstatt auf gehängt und beim Ver 
lassen der Fabrik wieder abgegeben. Diese doppelte Kontrolle durch 
Portier und Werkmeister kann nach verschiedenen Richtungen hin 
wirksamer ausgebaut werden. Bei den Systemen a) und b) wird 
die Arbeitszeit vom Lohnschreiber berechnet. Am zweckmäßigsten 
erfolgt die Zeitkontrolle c) durch mechanischeKontrollvor- 
richtungen. Der Arbeiter hat bei Beginn der Arbeit und beim 
Verlassen der Fabrik am Kontrollapparat mit einem Nummern 
schlüssel zu schließen. Der Schlüssel hängt am Schlüsselbrett und 
darf nur zum Zwecke des Sehließens entnommen werden. Oder die 
Kontrolle erfolgt durch Zeitstempelung mit Kontroll- und Stechuhren, 
Kartenkontrollapparaten. Der Zeitstempel wird automatisch auf Lohn 
zettel, auf Wochenkarten oder Kontrallstreifen auf gedruckt, die 
Arbeitszeit vom ’ Arbeiter somit selbst bestimmt. Im Lohnbureau 
werden die Zeitangaben in Arbeitsstunden umgerechnet. In Berg 
werken und anderen Betrieben verwendet man d) die B u c h kontrolle. 
Die Namen der anfahrenden Arbeiter werden verlesen oder vor der 
Einfahrt und nach der Ausfahrt am Schalter des Kontrollzimmers 
vom Arbeiter angesagt und ein entsprechender Vermerk im Schichten 
buch gemacht. 
') Ausführlicher bei Grimshaw; für die Bergbaubetriebe vgl. Zeitschr. 
t handelsw. Forschung, V. Jahrg., S. 20 f., S. 337 f. Woldt, Der industrielle 
Großbetrieb, Stuttgart 1911 (J. H. W. Dietz Nachf.). S. 23f. Vgl. auch mein 
Buch: Die Kontrolle in privaten Unternehmungen, Frankfurt a. M., 1920. 
leitner, Selbstkostenberechnung. 7. Attfl. 9
	        
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