hören teils zu den Erzeugungs-, teils zu den Vertriebskosten (Kosten
für die Produktions- und Verkaufsbereitschaft), teils zu keiner dieser
beiden Gruppen, z. B. Kosten der Statistik. Unter den Unkosten
sind solche, die nur entstehen, wenn an einer Produktionsstelle
Arbeit geleistet wird, z. B. Kraft, und andere, die von der Unternehmung
zu tragen sind, auch wenn nicht gearbeitet wird, z. B,
Sachversicherung, Steuern, ein Teil der Anlageabschreibungen.
Danach spricht man von Leistungs - und von Zeit kosten. Die
Unternehmungskosten sind in der Hauptsache organische Kosten,
ordentlicher Kapital verbrauch der Unternehmung, der durch den
Verkaufspreis gedeckt werden soll. Anorganische, außerordentliche
Kosten stehen mit dem Betriebe in keinem ursächlichen Zusammenhang,
beispielsweise Elementarschäden, Unterschlagungen u. ä.
Sie sind aus dem Ertrag der Unternehmung zu decken.
Die Gruppierung der Unkosten in der Selbstkostenberechnung
der Einzelbetriebe und der einzelnen Industriezweige ist von der
Organisation der Kostenermittlung beeinflußt. Eine Schematisierung
ist unmöglich. Ein aufmerksamer Kritiker wird in vielen Fällen
belanglose oder bedeutende Fehler in der Verteilung der Unkosten
finden, beispielsweise: Im Maschinenbau kann zwischen Lohnunkosten,
Materialunkosten und sonstigen Unkosten unterschieden
werden. Häufig werden Lohn- und Materialunkosten der Bequemlichkeit
halber zu den „sonstigen Unkosten“ geschlagen und gemeinsam
verrechnet. Reisekosten, die sich auf einen bestimmten Auftrag
beziehen, sind nicht Unkosten des Betriebes, sondern Kosten dieses
Auftrages. Die Kosten des technischen Bureaus werden unter den
Betriebsunkosten verrechnet, obgleich Offertzeichnungen und Kostenvoranschläge
für die nicht zur Ausführung gebrachten Offerten
zweifellos Vertriebskosten sind, und der Aufwand für einen bestimmten
Auftrag jedoch zu den Selbstkosten dieses Auftrags gehört.
Die Gehälter der festbesoldeten Beamten sind entweder Werkstatt-
oder Abteilungskosten (Betriebsingenieur, Werkmeister, Werkstattschreiber)
oder Unkosten der Fabrikation (technische Direktion,
Betriebsbureau, Baubureau) oder Unkosten des Vertriebes (Handlungsreisender,
Reiseingenieure) oder allgemeine Kosten der Verwaltung
(Einkaufsbureau, Lohnbureau, Buchführung, Magazin).
Eine erschöpfende Übersicht und Abgrenzung lassen sich nicht
geben. Ebenso ist eine Einteilung nach anderen Gesichtspunkten
durchführbar. So kann man von konstanten, festen, unbedingten
Unkosten sprechen, die in ihrer absoluten Höhe vom Beschäftigungsgrad
und Umsatz des Unternehmens unabhängig sind,
während des Betriebes innerhalb gewisser Grenzen sich nicht ändern,
wie z. B. die unveränderlichen Lasten des stehenden Kapitals (Abschreibungen,
Verzinsung, Versicherung), dann Verwaltungskosten,