Full text : Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

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diesem  Mindestbetrag,  aber  unter  den  Selbstkosten,  dann  vermindert
das  Plus  wenigstens  die  konstanten  Kosten  (vgl.  Seite  34).
Andererseits  spricht  man  von  allgemeinen  Betriebs-  oder
Fabrikationsunkosten,  zählt  dazu  die  Seite  1 136  unter  1  und  2  a
angegebenen  Unkosten,  welche  durch  die  Herstellung,  und  von
HandlungsUnkosten  (2b—d,  4),  die  durch  Einkauf  des
Materials  und  den  Vertrieb  der  Fabrikate  entstehen;  Abschreibungen
und  Zinsen  sind  stets  zu  trennen.  Aus  den  später  folgenden  Beispielen ­
  für  Kalkulationen  und  Unkostenstatistik  sind  solche  unter-'
schiedliche  Auffassungen  ersichtlich.
Die  Generalkosten  sind,  wie  schon  früher  bemerkt,  das
Schmerzenskind  der  meisten  Betriebe.  Die  Berechnung  der  Spezialkosten ­
  mag  in  einzelnen  Fällen  mit  Schwierigkeiten  verknüpft  sein;
die  Ermittelung  dieser  Kosten  ist  in  den  meisten  Betrieben  einwandfrei. ­
  Nur  einige  Erwägungen  wirtschaftsstatistischer  Natur  verlangen
ab  und  zu  eine  Erweiterung  oder  Änderung  der  bisherigen  Verrechnungsmethode, ­
  die  in  der  Regel  für  das  Endergebnis  belanglos  ist.
Hingegen  bilden  die  indirekten  Kosten  jene  Ausgaben,  die  wohl
in  vielen  Betrieben  falsch  berechnet  und  verteilt  werden.  Während
der  Material-  und  der  Lohnverrechnung  alle  Sorgfalt  gewidmet  wird,
begnügt  man  sich,  die  Generalia  summarisch  zu  verrechnen,  obwohl
ihre  Wichtigkeit  eine  Feststellung  der  Einzelteile  rechtfertigt.  Die
Kosten  der  Herstellung  und  des  Vertriebes  werden  vermengt;  in
Spezialfabriken  wird  häufig  jedes  Arbeitsstück  gleichmäßig  mit
einem  Durchschnittssatz  für  Generalia  belastet,  obwohl  jeder  Arbeitsprozeß, ­
  vielfach  jedes  einzelne  Arbeitsstück  andere  Kosten  verursacht.
In  Betrieben  mit  Massenproduktion  x )  ist  eine  richtige  Kalkulation
denkbar.  In  diesen  Unternehmungen  werden  insoferne  Fehler  gemacht, ­
  als  man  vielfach  alle  Unkosten  nach  einem  einheitlichen
Schema  —  Umsatz,  Löhne  —  auf  die  Unterbetriebe,  Arbeitsprozesse
usf.  verteilt,  ohne  zu  erwägen,  ob  alle  Unkosten  dem  gewählten
Verteilungsmaßstab  proportional  sind.
In  Betrieben  mit  Spezialfabrikation  ist  eine  absolut  richtige
Selbstkostenberechnung  vielfach  ein  Ideal,  bei  dessen  Verwirklichung
es  hauptsächlich  darauf  ankommt,  die  Grenzen  des  Erreichbaren
möglichst  weit  gegen  das  zu  erstrebende  Ziel  hinauszuschieben.  Je
spezialisierter  die  Fabrikation  ist,  je  weniger  verschiedenartige
Artikel  erzeugt  werden,  je  weniger  auf  Sonderwünsche  der  Besteller
eingegangen  wird  und  je  mehr  die  Erzeugung  von  Massen  gleichförmiger ­
  Produkte  angestrebt  und  erreicht  wird,  desto  genauer  und
richtiger  kann  kalkuliert  werden.  Eine  absolut,  d.  h.  wirtschaftlich
genaue  Berechnung  ist  nahezu  unmöglich,  da  es  nicht  möglich
')  In  der  Großeisenindustrie  haben  die  Generalkosten  in  den  Masseselbstkosten ­
  eine  geringere  Bedeutung.
            
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