159
§ 33. Die in den bisherigen Ausführungen mitgeteilten Kraftkostenberechnungen
haben den Zweck zu zeigen, wie der Unternehmer
die Betriebskosten der ihm geleisteten Pferdestärke berechnen
kann. 1
Die Kalkulation für die Zwecke der Verrechnung der Betriebskosten
hat andere Ziele: dieErmittelungdertatsächlichen
unmittelbaren und mittelbaren' Aufwendungen
sowie die Verteilung auf die einzelnen Betriebsabteilungen,-
Werkstätten und'Arbeitsplätze. Die
Kostenermittelung wird umfassen: Verbrauch an Brennstoffen, Löhnen
und sonstigen für- die Betriebskraft aufgewendeten Materialien, sowie
Kosten der Reparatur und Instandhaltung. Sie werden aus den
Materialverbrauchs- und den Lohnlisten zusammengestellt. Die Abschreibungs-
und Verzinsungsbeträge sind den betreffenden Konten
zu entnehmen, etwaige Anteile an allgemeinen Unkosten durch die
Rechnungsführung festzustellen.
Die Kraftmaschinenabteilung bildet ein selbständiges Kalkulationsobjekt,
dessen Kosten periodisch 1 zusammengestellt werden.
Arbeiten die an der Betriebskraft beteiligten Betriebe ungleichmäßig,
so ist eine monatliche Verteilung vorzunehmen. So werden
z. B. die Kosten der Betriebskraft im Winter wegen der vermehrten
Heizung und Beleuchtung größer sein x ); bei voller oder starker Belastung
des Betriebes (Nachtschichten) können infolge der vollen
Ausnutzung der Kraft sowie bei Einführung neuer besserer Maschinen
die Betriebskosten verhältnismäßig geringer sein. Für einzelne Betriebe
wird sich deshalb die Bestimmung des Verhältnisses zwischen
Kohlenverbrauch und Produktion empfehlen.
a) Feststellung des Verbrauches. Der Kohlenverbrauch
kann auf verschiedene Weise bestimmt werden. In einigen
Betrieben geht jede von der Lagerstätte entnommene Kohlenmenge
über die Wage, um; das genaue Gewicht Zu ermitteln; in anderen
Betrieben wird nach verbrauchten Karren mit einem Durchschnittsgewicht
gerechnet, wobei die Anzahl der Karren vom Heizer notiert
wird. Sind mehrere Kesselanlagen in Betrieb, so ist für getrennte
Verrechnung des Verbrauches Sorge zu tragen. Ob sich dann Zentral-‘)
Die Denkschrift des städtischen Elektrizitätswerkes Frankfurt a. M.
(1903, S. 71) führt folgende Momente an, die zu andauernder Verminderung des
Kohlenverbrauches führen: Aufstellung großer Maschinen- und Kesseleinheiten,
die bei voller Ausnutzung das wirksamste Mittel sind, die Betriebskosten niedrig
zu halten. Reinigung des Speisewassers von Kesselstein bildenden Substanzen,
ausgiebige Vorwärmung des Speisewassers durch Vorwärmer und den Abdampf
der Kesselspeisepumpen, Verwendung von Kondensationswasser aus den Dampfmaschinen
zur Kesselspeisung, sorgfältige Überwachung der Verbrennungsvorgänge
durch Rauchgasanalysen, Zugmesser usw., tägliche Kontrolle der erzeugten Kraft
(Kilowattstunden) und der verbrannten Kohlenmenge.