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den Artikeln aus billigerem Material einen höheren Kostenaufschlag
tragen müssen, obwohl die gleichen Unkosten aufgewendet wurden
wie bei einem Fabrikat -aus geringerem Material; auch rohe oder
wenig bearbeitete Produkte werden zu teuer kalkuliert. Beispiel:
Material 100
Löhne 75
175
-f-100,% 175 Unkostenzuschlag
Selbstkosten 350.
Nimmt man schlechteres Material (M = 60), verwendet aber größere
Sorgfalt auf die Bearbeitung (L = 115), so sind die direkten Kosten
dieselben wie im ersten Fall, der Aufschlag derselbe trotz der
längeren Arbeitszeit. Diese Methode ist unserer Ansicht nach nur
dann anwendbar, d. h. sie führt zu einem rechnerisch richtigen
Ergebnis, wenn die indirekten Ausgaben für Rohmaterial und
Löhne annähernd die gleichen sind, oder wenn die Artikel nur aus
einem Material hergestellt werden. Unlogisch ist auch diese Methode.
Der Wert des Rohstoffes ist ein Durchgangswert, der auf die Be
triebskosten wenig oder gar keinen Einfluß hat.
Dem Werte des Fabrikationsmaterials sind alle Kosten der Be
schaffung, Lagerung und Verwaltung anzurechnen, also: Bezugs
spesen, Verluste durch Schwund, Ausschuß, Verkrümmelung, die
Kosten der Magazinsverwaltung (Gehälter, Löhne, Material
unkosten, § 14); alle übrigen indirekten Ausgaben werden ge
wöhnlich den Fabrikationslöhnen zuzurechnen sein. Häufig zählt
man dem Materialaufschlag auch die Zinsen Verluste zu, die
durch längere Lagerung entstehen.
1. Rechnungsbeispiel (schematisch):
Lagerraum: Verzinsung und Abschreibung 6°/o
von Mk. 8000,— . . . = 480,—
Instandhaltung .... 150,—
Lagerinventai’: (Verzinsung, Abschreibung, Instand
haltung
Verwaltung: Gehälter, Löhne (persönliche Kosten 1 ))
Allgemeine Kosten: Anteil an Beleuchtung, Ver
sicherung, Bureaubedarf u. a. . .
Mk. 630,—
„ 210-
„ 2600,—
„ 500,-
Es entfallen für Generalkosten Mk. 3940,—
auf durchschnittlich 40000,—- Mk. im Jahr verarbeitete Rohstoffe
= 10%, d. h. dem Rohmaterialwert eines jeden Fabrikates sind
‘) Wo ein besonderes Einkaufsbureau besteht, sind dessen Kosten gleich
falls hierher zu rechnen.