Full text : Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

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§  48.  Ein  anderer  Verteilungsmodus  stützt  sich  auf  das  in
dem  Unternehmen  investierte  Betriebskapital  und  dessen
Leistungsfähigkeit 1 )  (Produktionsfähigkeit).
Jedes  Unternehmen  arbeitet  mit  einem  bestimmten  investierten
Betriebskapital.  Wenn  mit  n  Mark  Gesamt-Investitionskapital  ein
Jahresergebnis  (Wert  der  Jahresproduktion)  von  S  Mark  erreicht
g
werden  soll,  dann  entfallen  auf  eine  Mark  Kapital  —  Mark  der  veranschlagten ­
  Produktionsleistung.  Das  Produktionsergebnis  einer
g
Arbeitsstunde  bei  10  ständiger  Arbeitszeit  ist  somit  ——  —  a.
öUUL).  n
Braucht  man  für  eine  Arbeit  x  Arbeitsstunden,  so  entfallen  darauf
g
x  .  —  Mark  (—  x.  a);  sind  für  diese  Arbeit  y  Mark  investiertes
3000.n  '  J
Kapital  nötig,  dann  ist  das  Produktionsergebnis  dieser  Investitionssumme ­
  in  x  Arbeitsstunden:

ß  —  y  .x

3000  .n  ~  7  ’  X  •

d.  h.  daß  in  x  Stunden  mittelst  eines  investierten  Kapitals  von
y  Mark  ein  Wert:  y  .x.  a  erzeugt  werden  kann  und  erzeugt  werden
muß,  wenn  die  angestrebte  Leistungsmenge  erreicht  werden  soll.
Der  Wert  a  ist  für  jedes  Unternehmen  verschieden,  weil  die
angestrebte  Jahresleistung  (S)  und  das  investierte  Kapital  (n)  für
die  einzelnen  Fabriken  verschieden  sind.
Auch  für  jede  einzelne  Lohngruppe  (z.  B.  Dreher,  Fräser,
Stanzer)  oder  Werkstätte  sind  das  investierte  Kapital  und  die
Leistungsfähigkeit  verschieden.  Infolgedessen  ist  der  Wert  a  für
jede  Lohngruppe  anders  zu  bemessen.  Beschäftigt  ein  Auftrag  die
Werkstätten  1,  2,  3,  ...  mit  y v  y 2 ,  y 3  ...  Mark  investiertem  Kapital
durch  Xj,  x 2 ,  x 3  ...  Stunden,  so  beträgt  der  zu  erreichende  Produktionswert ­
  ß

ß  =  *i  Yi  a i  +  x 2  •  y 2  •  “2  +  x 3 .  y 3 .  « 3  4-'
Nun  sind  für  die  einzelnen  Lohngruppen  die  Werte  y  und  a  pro
Arbeitsstunde  konstant,  demnach  ist
ß  =  x x  c x  -f  x 2  c 2  -j-  x 3  c 3  -f
d.  h.  man  berechnet  den  Kosten  wert  eines  Fabrikates  auf  Grund  der
erreichbaren  Leistungsmöglichkeit  und  der  Höhe  der  Investitionen,
wenn  man  die  Stundenzahl  einer  jeden  Teiloperation  mit  der  kon-’)

  Ich  folge  hier  dem  Gedankengang  von  Rescei  („Einige  Erwägungen  in
der  Frage  der  Selbstkostenberechnung“  in  der  Zeitschrift  für  Elektrotechnik,
Wien  1904,  Heft  24),  dessen  freundliche  Mitteilungen  mich  auf  diesen  Verteilungsmodus ­
  aufmerksam  machten.
            
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